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20.09.2002 - 

Itanium-2-Nachfolger und energiesparende CPU

Intel-Forum: Technik vor Taktraten

MÜNCHEN (CW) - Taktratenrekorde gehören zu jedem Intel Developer Forum. Doch in der vergangenen Woche standen in San Jose neue Technologien im Vordergrund.

Dass Ingenieure einen Pentium 4 auf eine Taktrate von 4,7 Gigahertz tunen können, errregte in San Jose kaum Aufsehen. Eher schon ein 3 Gigahertz schneller Prozessor gleichen Typs mit Hyper-Threading-Technologie, den Intels President und Chief Operating Officer (COO) Paul Otellini präsentierte. "Multithreaded" Betriebssystemen und Anwendungen, wie sie in der Server-Welt verbreitet sind, erscheint ein physikalischer Prozessor mit Hyper-Threading so, als wären es zwei CPUs. Der neue Chip soll diese Technik in den Desktop-Bereich bringen. Sie bringt zwar nicht die Leistung zweier paralleler Prozessoren, aber immerhin gut 25 Prozent mehr Performance als bei einer einfachen CPU.

Otellini führte einen Itanium-Prozessor der dritten Generation - Codename "Madison" - im Einsatz vor. Im laufenden Betrieb rüstete er einen Unisys-Server "ES7000" auf. Aus dem 16-Wege-System entfernte er ein Board mit vier Itanium-2-CPUs und ersetzte es durch ein Board mit vier Madison-Chips, um eine deutliche Leistungssteigerung zu beweisen. Auch NEC zeigte einen Server mit 32 Madison-Prozessoren. Das Chipdesign des Madison entspricht laut Hersteller weitgehend dem des Itanium 2. Die Prozessoren sind zum Beispiel Pinkompatibel, so dass die neuen CPUs in vorhandene Motherboards passen, ohne deren Layout verändern zu müssen. Der Madison taktet allerdings schneller als der Itanium 2 und ist mit einem größeren Zwischenspeicher ausgestattet.

Zwei Notebook-Prototypen von Gateway und Panasonic erhielten bei der Präsentation durch Otellini besondere Aufmerksamkeit. Es sind die ersten Geräte, die mit "Banias"-Prozessoren arbeiten. Dies ist die neue und schnellste Mobil-CPU von Intel.

Banias-Chip braucht wenig Strom

Der Chip birgt 77 Millionen Transistoren, beim Pentium 4-Mobile sind es 57 Millionen. Maximal verbraucht er sieben Watt; im Stand-by-Modus sinkt der Strombedarf auf ein Watt. Möglich ist dies unter anderem durch Intels "Speed-Step"-Technik, die Chip-Funktionen erst dann Strom zuführt, wenn es nötig ist. Die Technik "Advanced Branch Prediction" analysiert Befehlsmuster aus der Verwendung bestimmter Anwendungen und hält rechtzeitig entsprechende Instruktionen vor.

Der Banias-Prozessor kommt wegen seines geringen Stromverbrauchs mit einem nur noch halb so großen und zwei Drittel so schweren Kühlaggregat wie der Pentium 4-M aus. Er soll den Pentium 4-M vorerst nicht bei den Notebooks verdrängen, sondern ist eher für Sub-Notebooks und noch kleinere Devices gedacht. Das jetzt vorgestellte Banias-Modell ist mit 1,3 Gigahertz getaktet. Irgendwann in der ersten Hälfte des nächsten Jahres sollen Banias-Chips in größeren Mengen verfügbar sein.

Otellini bestätigte im vergangenen April erstmals angedeutete Arbeiten an einem hardwarebasierten Security-System. Dieses trage gegenwärtig den Codenamen "Lagrande". Es solle in künftige Prozessoren integriert werden und dann abgesicherte Modi für Execution, Memory und Storage bieten. Intel arbeite in diesem Bereich mit anderen Unternehmen zusammen, unter anderem mit Microsoft und dessen "Palladium"-Initiative. Bis die Technik allerdings in Silizium gebrannt ist, wird es noch bis Ende nächsten Jahres oder länger dauern. (ls)