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04.04.1997 - 

Verschmelzung von PC und Workstation im Auge

Intel greift das letzte Unix-Reservat an

Hierzu hat der Chipgigant eigens eine in Dupont, Washington, beheimatete Division unter Leitung von General Manager Anand Chandrasekher gegründet. Die Strategie des Chipmolochs ist dabei schon aus der PC- und Server-Welt bekannt: Der Geschäftszweig wird Grundlagentechnologien und -komponenten entwickeln, die man an OEM-Kunden vertreiben will. Im Vordergrund stehen hierbei Entwürfe etwa für komplette Systemplatinen und Chipsätze, die geeignet sind, die PC- mit der Workstation-Arena zu verschmelzen. Die Leidtragenden des Intel-Engagements sind klar auszumachen: Alle Anbieter von Unix-Workstations, auf denen hochleistungsfähige Grafikanwendungen laufen.

Intel hat bereits einige Initiativen gestartet, die helfen sollen, PCs künftig zu veritablen Unix-Konkurrenzprodukten auszubauen. Auf seiner Technologiekonferenz "Platforms for Visual Computing" zeigten Aussteller erste Hardwareprodukte auf Basis der Accelerated-Graphics-Port-Spezifikationen, die Intel entwickelt hatte. AGP-Designs sollen die Bandbreite, also den Datendurchsatz, in Computern heben. Bereits jetzt wird an der nächsten AGP-Generation, dem sogenannten 4X-Modus, gearbeitet. Dieser soll einen Datendurchsatz von 1 GB/s ermöglichen.

Zu den AGP-Adepten gehören alle wichtigen Vertreter aus der PC-Grafikkomponentenwelt: Die ATI Technologies Inc., 3Dlabs, die Trident Microsystems Inc., die Cirrus Logic Inc. und die S3 Inc. Evans & Sutherland, Spezialist für Höchstleistungs-Grafikanwendungen, will AGP in etwa einem halben Jahr in seiner "Realimage"-Technologie unterstützen.

Von wesentlicher Bedeutung für den Wintel-Grafik-Markt ist eine weitere Intel-Ankündigung: Das Andy-Grove-Unternehmen gab bekannt, daß man nicht mehr nur Lizenzrechte am "Open-GL"-Quellcode von der Silicon Graphics Inc. (SGI) halte. Vielmehr sei man mittlerweile sogenannter Level-3-Lizenznehmer. Dies berechtigt Intel, die Schnittstellen-Technologie an eigene Kunden weiterzuvertreiben, die den Quellcode dann auf ihre spezifische Hardware zuschneiden können.

Open GL ist eine 2D/3D-Grafik-Programmier-Schnittstelle (API), die sich in der Industrie als Standard durchgesetzt hat. Praktisch alle wichtigen Anbieter aus dem Unix-Lager wie die IBM, Hewlett-Packard (HP), die Digital Equipment Corp. (DEC) und Sun, darüber hinaus Intergraph und Evans & Sutherland sowie Microsoft sind Lizenznehmer von SGI.

Hinzugekommen sind seit der Visual-Computing-Konferenz als Level-3-Lizenznehmer der weltweite PC-Marktführer Compaq, die beiden 3D-Grafik-Chiphersteller 3Dfx Interactive Inc. und die Rendition Inc., der deutsche Grafikspezialist Elsa, die Grafikkartenanbieter Number Nine Visual Technologies und Accelgraphics, die Interdimension Multimedia Inc., ein Produzent von Multimedia-Subsystemen für die Windows-95- und NT-Welt, und eben Intel.

Mit diesen Initiativen hat Intel die Ausrichtung für den Kampf um die letzte Bastion vorgegeben, die bislang vor dem Angriff der Wintel-Legionen sicher und allein den Unix-Anbietern vorbehalten schien. Wer Intel und seinen CEO Grove kennt, weiß, was die Platzhirsche aus der Grafikszene in den kommenden Jahren erwartet - ein Kampf ums Überleben.