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06.08.2004 - 

Gardinenpredigt von Firmenchef Craig Barrett

Intel hat Ärger mit neuen Prozessoren

Barrett zeigte sich ausgesprochen ungehalten über verschiedene Produktverzögerungen und technische Probleme in der jüngeren Vergangenheit. Anfang dieses Monats musste Intel die Markteinführung des "Alviso"-Chipsets wegen Designproblemen verschieben. Jetzt werden mit diesem Chipsatz bestückte Mobilrechner voraussichtlich erst im nächsten Frühjahr auf den Markt kommen. Schon Anfang 2004 musste der Prozessor-Weltmarktführer die Einführung der neuen Pentium-M-CPU "Dothan" auf den Mai 2004 verschieben.

Designschwierigkeiten gab es zudem mit der neuesten Variante des Pentium-4-Chips "Prescott". Dieser sollte Ende 2003 die Marktreife erlangen, was trotz der Probleme auch gelang. Intel konnte ihn aber nicht in ausreichender Menge an die PC-Hersteller ausliefern, wie diese monierten. Schließlich hatte das Unternehmen auch noch Probleme mit nicht funktionierenden Controller-Hub-Chips. Diese Schwierigkeiten wiederum verzögerten die Markteinführung des "Express-900"-Chipsatzes für Desktops. Firmenintern war dieses Produkt als eines der wichtigsten der vergangenen zwölf Jahre bezeichnet worden.

"Das ist nicht Intel, wie wir es kennen"

Barrett betonte in seiner Philippika, Intels Erfolg beruhe vor allem auf technisch exzellenten Produkten und auf Werten wie Disziplin, Zielorientiertheit und der Ausrichtung auf Intels Kunden. Für die diversen Produktprobleme könne es sicher sehr unterschiedliche Gründe geben. Letztlich entscheidend sei aber nur, dass der Kunde mit den Produkten nicht mehr zufrieden sei und Intel deshalb weniger erfolgreich. "Das ist nicht Intel, wie wir es alle kennen und haben wollen. Und deshalb ist es auch nicht akzeptabel", schrieb Barrett.

Um den aufgetretenen Problemen entgegenzuwirken, werde Intel seine Herangehensweise an die Produktentwicklung verändern und durch ein Kontrollsystem daran arbeiten, Planung und Projekt-Management zu verbessern.

Trotz der Qualitätsprobleme stottert Intels Produktmotor kaum: Der Chipkrösus kündigte auf 64 Bit erweiterte "Nocona"-Xeon-Prozessoren samt korrespondierenden Chipsets für Dual-Prozessor-Server-Layouts an.

Führende Server-Hersteller setzen auf Nocona-Chips

Wie schon bei früheren "Xeon-DP"-Varianten sind die CPUs für Workstations und Server identisch. Die in 90-Nanometer-Technik gefertigten Nocona-Prozessoren sind mit Taktraten von 2,8 bis 3,6 Gigahertz erhältlich und mit 1 MB On-Chip-Level-3-Cache bestückt. Sie arbeiten mit einem 800 Megahertz schnellen Frontside-Bus und verwenden den auf 64 Bit erweiterten Befehlssatz ("EM64T"), den Intel in den "Prescott"-Prozessorkern integriert hatte, auf dem auch die kommenden "Xeon-MP"-Prozessoren "Cranford" und "Potomac" aufbauen. In den üblichen 1000er Kontingenten kosten sie zwischen 209 und 455 Dollar.

Die meisten großen Server-Anbieter werden trotzdem Nocona-basierende Maschinen vorstellen. Dell beispielsweise kündigte die neuen "Poweredge"-Systeme "1800", "1850", "2800" und "2850" mit je zwei 64-Bit-Prozessoren an, die ab Herbst verfügbar seien. (jm)