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24.02.1989 - 

Peinlicher Formfehler bringt US-Riesen um die Früchte seiner Arbeit:

Intel hat kein Copyright für 8086/88-Chips

24.02.1989

SAN FRANZISKO (bk) - Bittere Niederlage für Intel im Copyright-Prozeß um ihre 8086- und 8088-Chips: Aufgrund eines Formfehlers seitens des US Chip-Giganten ist keiner der Prozessor-Typen urheberrechtlich geschützt. Damit ist auch die Klage von Intel gegen NEC hinfällig, die Japaner würden mit den Mikroprozessoren V.20 und V.30 Intel-Plagiate vertreiben.

Nach viereinhalb Jahren gerichtlicher Auseinandersetzungen um die Copyright-Verletzungen bei den Intel-Prozessoren 8086 und 8088 durch die japanische NEC hat Richter William Gray gegen den US-Riesen entschieden. Zwar erklärte Gray, daß der Mikrocode von US-Halbleitern durch das amerikanische Copyright-Gesetz geschützt ist und daß diese von anderen Herstellern somit nicht nachgebaut werden dürfen.

Doch im speziellen Fall der 8086 und 8088-Prozessoren haben die Kalifornier trotzdem das Nachsehen. Der US-Gigant hat nämlich versäumt, die beiden Chip-Typen mit einem Copyright-Zeichen zu markieren. Dadurch sind sie urheberrechtlich nicht geschützt. Dies wiederum hat zur Folge, daß Intel den Wiedersacher NEC nun nicht mehr des unrechtmäßigen Kopierens seiner 8086- und 8088-Chips bezichtigen kann.

Frohlockend nahm Linnet :Harlan einer der NEC-Anwälte, das Urteil von Richter Gray entgegen. "Dies ist ein Riesen-Triumph. Viereinhalb Jahre und viele Millionen Dollar hat Intel in diesen Prozeß gesteckt, und was ist das Resultat? Das Unternehmen hat kein Copyright für diese beiden Mikroprozessoren."

Intel-Justitiar Thomas Dunlap indes deutete an, daß sich der US-Chipmaker noch nicht geschlagen gebe, eine Revision sei nicht ausgeschlossen. Darüber hinaus habe wesentlich mehr Gewicht, daß die heutigen und künftigen Entwicklungen der amerikanischen Halbleiterhersteller durch dieses Urteil urheberrechtlich nun weitaus besser geschützt seien. Dunlap: "Es ist wesentlich wichtiger einen Prozeß zum Schutz der gegenwärtigen Produkte zu gewinnen als einen für Produkte, die bereits zehn Jahre alt sind.

Mit dieser Auffassung steht er sicherlich nicht allein. Auch US Riese Motorola, selbst gerade in einem Mikroprozessor-Prozeß gegen Hitachi verstrickt, dürfte dieses Urteil mit Genugtuung aufgenommen haben. Denn speziell dieser Mikroprozessor-Bereich, in dem Intel und Motorola die Führungspositionen einnehmen, ist nach wie vor die Domäne der amerikanischen Chip-Hersteller - aber auch das letzte Gebiet im Halbleitergeschäft, in dem US-Hersteller ihren japanischen Konkurrenten überlegen sind. Nippons Produzenten sind auf Kooperations- oder Lieferanten Verträge mit ihren US-Konkurrenten angewiesen, um diese Technik bieten zu können.