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Profit schrumpft um 82 Prozent


27.04.2001 - 

Intel hofft trotz Gewinneinbruchs auf bessere Zeiten

MÜNCHEN (CW) - Intels Geschäftsjahr beginnt mit einer herben Enttäuschung. Gleich im ersten Quartal sank der Gewinn des Chipherstellers um 82 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der schlechten Zahlen geben sich die Manager des kalifornischen Unternehmens optimistisch. Mit einer aggressiven Preispolitik soll vor allem das Geschäft mit PC-Prozessoren angekurbelt werden.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres verzeichnete Intel einen Gewinn von 485 Millionen Dollar, 82 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als der kalifornische Chiphersteller noch ein Plus von 2,7 Milliarden Dollar auf der Habenseite verbuchte. Der Umsatz betrug im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 6,7 Milliarden Dollar und lag damit 16 Prozent unter den Einnahmen der ersten drei Monate im Jahr 2000 und 23 Prozent unter dem Ergebnis des vorangegangenen Quartals.

Trotz der schlechten Zahlen kamen die Intel-Verantwortlichen mit einem blauen Auge davon. So waren die Analysten ursprünglich mit einem prognostizierten Umsatz von 6,6 Milliarden Dollar von einem noch schlechteren Ergebnis ausgegangen. Den von First Call/ Thomson Financial vorhergesagten Gewinn von 15 Cent pro Aktie übertraf der in Santa Clara ansässige Chiphersteller um einen Cent.

Als Gründe für die insgesamt schwache Ertragslage führt das Intel-Management die momentane Konjunkturschwäche an. So habe man in allen Sparten deutlich weniger Chips verkaufen können als im Vorjahr. Gleichzeitig seien die Preise für Halbleiterprodukte weiter gefallen.

Für die kommenden Geschäftsquartale rechnen die Finanzexperten bei Intel vorsichtig: Im laufenden zweiten Quartal wird ein Umsatz zwischen 6,2 und 6,8 Milliarden Dollar erwartet. Im Vorjahr lagen die Einnahmen noch bei 8,3 Milliarden Dollar. Intel wird sich künftig auch mit geringeren Margen zufrieden geben müssen. Während die durchschnittliche Bruttogewinnspanne im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2000 noch 63 Prozent betrug, sackte sie im ersten Viertel des laufenden Jahres auf 51,7 Prozent ab. In den folgenden Quartalen sollen sich die Margen bei etwa 50 Prozent einpendeln.

Trotz des mäßigen Jahresauftakts geben sich die Intel-Verantwortlichen optimistisch. Finanzchef Andy Bryant geht davon aus, dass sich die Lage im PC-Geschäft in den nächsten Monaten stabilisieren wird. Das Problemkind des Chipriesen bleibe das Geschäft mit Kommunikationschips. Viele Handy-Hersteller sitzen laut Bryant nach wie vor auf großen Lagerbeständen. Hier werde sich die Lage frühestens im zweiten Halbjahr entspannen.

Auch Intels Executive Vice President Paul Otellini blickt optimistisch in die Zukunft. Der Chefstratege will das Geschäft mit neuen Preissenkungen ankurbeln. So soll beispielsweise Intels Flaggschiff im PC-Geschäft, der Pentium-4-Prozessor, um bis zu 50 Prozent billiger werden. Damit möchte der Marktführer an den Wettbewerber Advanced Micro Devices (AMD) verlorene Marktanteile zurückholen.

Ob jedoch ein neuer Preiskrieg das probate Mittel ist, um sinkende Umsätze und Gewinne in den Griff zu bekommen, bezweifeln viele Analysten. Zwar könnte Intel damit seinen Marktanteil erhöhen, die finanziellen Auswirkungen seien dagegen schwer kalkulierbar. Vor allem die in den letzten Monaten unter Druck geratenen Margen könnten weiter sinken und damit die Bilanzen der folgenden Quartale belasten.

Auch die Probleme der Kommunikationsbranche dürften Intel weiter zu schaffen machen. Noch vor kurzem hatte der Hersteller angekündigt, zukünftig vor allem in diesem Bereich Gewinne zu erwirtschaften. Wann sich die Branche jedoch wieder erholen wird, ist bislang nicht abzusehen. Im Geschäft mit Server-Chips hat Intel ebenfalls Probleme. Der lang angekündigte "Itanium"-Chip ist nach wie vor nicht auf dem Markt. "Das laufende Geschäftsjahr kann Intel bereits abhaken", resümiert Ashok Kumar, Analyst von U.S. Bancorp Piper Jaffray.

AMD hat unterdessen angekündigt, man werde sich auf einen Preiskrieg mit Intel nicht einlassen. Nach den Worten von Chairman Jerry Sanders wird AMD die Preise seiner Athlon-Prozessoren nicht senken. Allerdings ist unklar, wie verlässlich diese Aussage ist: Die meisten Branchenbeobachter gehen davon aus, dass auch AMD seine Preise senken wird, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Auch AMD musste einen Gewinneinbruch hinnehmen, doch fiel dieser geringer aus als erwartet, und das Unternehmen musste seine Prognosen nicht revidieren. So verbuchte der Intel-Konkurrent in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Gewinn von 124,8 Millionen Dollar. Das sind 34 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Allerdings lag der Profit pro Aktie mit 37 Cent um vier Cent höher als erwartet. Den Umsatz konnten die Kalifornier um 96 Millionen auf 1,19 Milliarden Dollar steigern.