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30.04.1999 - 

Einrichtung von Datenzentren auf der ganzen Welt geplant

Intel investiert in das Web-Hosting

MÜNCHEN (CW) - Intel will künftig verstärkt im Internet-Markt Geschäfte machen. Das Unternehmen kündigte an, weltweit riesige Rechenzentren für Hosting-Dienste einzurichten.

Mit großen Erwartungen geht Intel an das Geschäft heran. Der Chiphersteller verspricht sich von dem neuen Unternehmensbereich Internet Data Services (IDS) ein Umsatzvolumen von mehreren Milliarden Dollar. Den weltweiten Markt für Hosting-Dienste bezifferte IDS-Chef Gerry Parker auf zwölf Milliarden Dollar im Jahr 2002. Das gleiche Potential, so seine Vermutung, stecke in ergänzenden Services für Beratung, Konzeption und Betrieb.

Um an diesem Geschäft zu partizipieren, plant Intel, weltweit Daten-Center zu errichten. Bis Jahresende sollen zwei Rechenzentren an der US-Westküste entstehen. In den nächsten zwei bis drei Jahren werden weitere zehn Server-Farmen um den Globus verteilt. Die kleinen Zentralen sollen rund 2000 Server aufnehmen, an den großen Standorten will Intel bis zu 5500 Server unterbringen. Pro Niederlassung rechnet der Anbieter mit Aufbaukosten von 50 bis 100 Millionen Dollar.

Sobald die Server-Farmen eingerichtet sind, wird Intel an Internet-Service-Provider und Anwenderunternehmen herantreten und ihnen Rechnerkapazitäten für E-Commerce-Applikationen und Datenspeicherung als Outsourcing-Partner anbieten. Ähnliche Angebote gibt es bereits von etablierten Unternehmen wie IBM, MCI Worldcom und EDS. Intel selbst wird keine physikalische Anbindung an das Internet vornehmen. Für den Zugang zum Netz der Netze möchte der Chiphersteller mit Internet-Service-Providern (ISPs) und den nationalen TK-Anbietern kooperieren und deren Verbindungsdienste wiederverkaufen.

Auf die Frage eines Analysten, was Intel dazu befähige, derartige Zentren aufzubauen, antwortete Parker: "Wir haben Erfahrung mit dem Aufbau von großen Anlagen zur Halbleiterfertigung." Dabei folge Intel immer der von Analysten anerkannten Methode "Copy Exact", bei der Produktionsstätten weltweit immer nach dem gleichen Muster errichtet werden. "Die Überschneidungen beim Aufbau von Halbleiteranlagen und Datenzentren beschränken sich auf Steine und Mörtel", meint jedoch Ellen Hancock, CEO des Web-Hosting-Anbieters Exodus Communications und einstige Vordenkerin bei Apple.

Ein weiterer Schwachpunkt in der Intel-Strategie ist die Kooperation mit den ISPs, denn die Pläne des Herstellers beschneiden die Geschäfte der Zugangsanbieter auf das Bereitstellen von Bandbreite. Da sie jedoch oftmals auch als Hosting-Anbieter auftreten, dürfte die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Intel begrenzt sein. Diese Situation könnte Auswirkungen auf Intels Kerngeschäft haben. Der Prozessor-Marktführer versucht derzeit mit seinem neuen Pentium III in den von Sun dominierten ISP-Server-Markt vorzudringen. "Würde Uunet Intel-Server ordern, wenn beide im Hosting-Markt miteinander konkurrieren?" fragte Carl Howe, Analyst bei Forrester Research.