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23.10.1998 - 

Akquisition stärkt die Netzwerksparte

Intel kauft Shiva und investiert in Micron

23.10.1998

Shiva mit Sitz in Bedford, Massachusetts, fertigt Produkte für Virtual Private Networks und für Remote-Access-Systeme. Nach der mit Intel getroffenen Vereinbarung erhalten Shiva-Aktionäre sechs Dollar in bar für jeden Anteilschein. Der Kurs des Shiva-Papiers stieg nach Bekanntgabe der Übernahmepläne um 1,25 Dollar auf 5,50 Dollar. Der Deal muß von Aktionären und Behörden noch genehmigt werden. Laut Intel ist damit innerhalb von 30 bis 60 Tagen zu rechnen.

Shiva soll künftig als hundertprozentige Tochter innerhalb der Netzwerk-Division Intels agieren. Die Kalifornier erhoffen sich mit der Übernahme eine Aufwertung ihres schnell wachsenden Netzwerkgeschäfts. Überschneidungen im Produktportfolio beider Unternehmen gibt es nach Angaben Intels kaum. Der Prozessorkrösus war noch vor wenigen Wochen in Zusammenhang mit einer möglichen Übernahme der Firma 3Com in die Schlagzeilen geraten.

Shiva verkauft seine Systeme in erster Linie an kleine und mittelgroße Unternehmen. Zu Entlassungen bei Shiva werde es vorerst nicht kommen, erklärte ein Sprecher von Intels Netz-Division. Allerdings könne man dies für die Zukunft nicht ausschließen. Shiva beschäftigt derzeit etwa 450 Mitarbeiter. Analysten wie Brad Baldwin von der International Data Corp. (IDC) beurteilen die Übernahmepläne positiv.

Im Segment der Virtual Private Networks habe sich noch kein Marktführer etablieren können, so Baldwin. Mit der Übernahme Shivas könne sich Intel einen großen Teil dieses wachsenden Marktes sichern.

Um das angestammte Geschäft mit Prozessoren abzusichern, investiert Intel Corp. ferner 500 Millionen Dollar in den Halbleiterhersteller Micron. Für diese Summe erhalten die Kalifornier das Recht, etwa sechs Prozent der stimmrechtslosen Aktien des Unternehmens zu erwerben. Micron mit Sitz in Boise im US-Bundesstaat Idaho produziert und vermarktet unter anderem Speicherbausteine für PC-Systeme. Für Intel sind vor allem "Direct-Rambus-DRAM"-Bausteine von Interesse, die viermal so schnell arbeiten sollen wie herkömmliche Speicherchips. Micron hat die dafür erforderliche Technik von Rambus Inc. in Lizenz genommen, das selbst keine Chips produziert. Die ersten Rambus-Komponenten sollen im dritten Quartal 1999 marktreif sein.

"Mit der Beteiligung wollen wir langfristig sicherstellen, daß wir ausreichend mit Speicherbausteinen versorgt werden, vor allem mit Direct-Rambus-DRAM", begründete Intel-Chef Craig Barrett die Entscheidung. Intel fürchtet eigenen Angaben zufolge, daß es nach der von Überkapazitäten gekennzeichneten schweren Krise in der Halbleiterindustrie bald zu Lieferengpässen kommen könnte, weil viele Hersteller die Fertigung reduziert oder eingestellt haben. Analysten wie Produzenten sehen mittlerweile erste Anzeichen dafür, daß sich die Halbleiterindustrie wieder erholt.

Für Micron kommt die Finanzspritze zur richtigen Zeit. Im zum 3. September beendeten Geschäftsjahr 1998 mußte das Unternehmen einen Verlust in Höhe von 234 Millionen Dollar bei einem Umsatz von rund drei Milliarden Dollar hinnehmen. Der Hersteller führte den Fehlbetrag auf den massiven Preisverfall bei Speicherchips zurück.