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19.01.2001 - 

Communications-Spezialist kostet 748 Millionen Dollar

Intel kauft sich mit Xircom Know-how für das Mobile-Computing-Geschäft

MÜNCHEN (CW) - Intel Corp. hat Xircom Inc. für 748 Millionen Dollar oder 25 Dollar pro Xircom-Aktie gekauft. Der Spezialist für die Entwicklung von Kommunikationskarten für PCs und Notebooks soll dem Prozessorgiganten im Boom-Segment Mobile Computing entscheidende Hilfestellungen geben.

Intels Kaufangebot von 25 Dollar pro Xircom-Aktie liegt um knapp 39 Prozent über dem aktuellen Wert, den das Papier am vergangenen Freitag mit 18,06 Dollar besaß. Xircom wird als 100-prozentige Tochter von Intel von dessen Vice President der Communications Group, Mark Christensen, geführt. Der Prozessorhersteller gab ferner bekannt, dass keine Pläne beständen, einen Teil der weltweit 1900 Xircom-Beschäftigten zu entlassen.

Was wird aus Xircoms PDA-Produkten?Xircom, beheimatet in Thousand Oaks, Kalifornien, stellt in erster Linie PC-Karten her, die der Datenkommunikation dienen. Intel arbeitet schon seit längerem mit dem Unternehmen zusammen und besaß bereits sechs Prozent der Unternehmensanteile. Nachdem der Chipgigant bereits einen Großteil seiner Kommunikationskarten von Xircom bezog, soll der Zukauf nun Impulse für die Erweiterung der Kommunikationsangebote für den Desktop- und Server-Bereich bringen.

Unklar ist bislang, welche Zukunft Xircoms "Rex"-Produkte nach dem Zusammenschluss haben werden. Die Personal Digital Assistants (PDAs) sollen laut Aussage von Xircom-Vorstandschef Dirk Gates unverändert weiter entwickelt werden, bis die Übernahme abgeschlossen ist. Danach werde man sich zusammensetzen und eine Strategie für alle Produkte erarbeiten.

Markt für Embedded Systems verschlafenXircom hat es in der Vergangenheit versäumt, sich eine sichere Bleibe am Markt für integrierte Komponenten (Embedded Systems) zu sichern. Mit Unterstützung von Intel soll dieses Manko nun beseitigt werden, hofft zumindest Gates. Der Firmenboss machte dieses Versäumnis auch verantwortlich für die schlechten Geschäftsergebnisse des ersten Quartals (Ende: 31. Dezember 2000). Das Unternehmen meldete einen Umsatzrückgang auf 120,1 Millionen Dollar (Vorjahreszeitraum 124,1 Millionen Dollar). Hatte man im letzten Quartal 1999 noch einen Gewinn von 12,7 Millionen Dollar verbuchen können, so musste nun ein Nettoverlust von 2,5 Millionen Dollar oder acht Cent pro Aktie ausgewiesen werden. Hierin sind allerdings einmalige Aufwendungen für Aufkäufe enthalten. Ohne diese hätte Xircom das Quartal mit einem Gewinn von einem Cent pro Aktie abgeschlossen. Analysten hatten im Vorfeld 14 Cent erwartet.

Gartner-Analyst Ken Delaney, Vice President des auf das Mobile-Computing-Geschäft konzentrierten Bereichs der Unternehmensberatung, kann für den Aufkauf keine Begeisterung aufbringen. Intel kaufe lediglich Personal ein. Nichts von dem, was aus dem Hause Xircom stamme, könne Intel nicht auch selbst entwickeln. Bei dem Kauf gehe es lediglich darum, Zeit für den Entwurf neuer Produkte zu sparen. Auch andere Analysten verwiesen darauf, dass Intel mit der Einverleibung von Xircom von einer lange geübten Praxis abweiche, sich junge und kleine Technologie-Startups anzueignen oder zumindest solche Firmen, durch deren Produkte der Absatz von Prozessoren befördert werden könne.