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08.03.2002 - 

In zehn Jahren: Chips mit integrierter Funktechnik

Intel-Konferenz: Chip-Roadmap bis 2003

MÜNCHEN (CW) - Bühne frei für Intel: Wie alle sechs Monate bot auch das Intel Developer Forum (IDF) Spring 2002, zu dem sich vergangene Woche rund 4000 Entwickler und Technikexperten sowie 140 Aussteller in San Francisco eingefunden hatten, in erster Linie Raum für prozessorspezifische Darbietungen des Chipherstellers.

"Neue Produkte und Technologien sind der einzig mögliche Weg aus einer Rezession", versicherte Intel-CEO Craig Barrett bei seiner Eröffnungs-Keynote in San Francisco. Denn nur verstärkte Investitionen in eine leistungsfähigere und zuverlässigere IT-Infrastruktur würden der weltweit kränkelnden Konjunktur wieder auf die Beine helfen. Vier Tage lang diente das traditionelle Intel-Happening als Präsentationsplattform für die Produktneuheiten des Chipherstellers in den Bereichen Desktop, Mobile Computing, Server sowie Netzwerke.

Einblick in die strategische Roadmap des Halbleiterkonzerns gewährte Louis Burns, Vice President und Co-General Manager von Intels Desktop Platforms Group, in seiner IDF-Ansprache. Im zweiten Halbjahr 2003 soll mit dem derzeit unter dem Codenamen "Prescott" gehandelten Chip die nächste Generation des Pentium 4 auf den Markt kommen. Dieser Prozessor wird bereits in einem 90-Nanometer-Prozess gefertigt und soll auf einer verbesserten "Netburst"-Architektur basieren. Außerdem wird die CPU - erstmals im Desktop-Segment - die "Hyperthreading"-Technik bieten. Diese legt - aus Sicht des Betriebssystems - zwei getrennte Verarbeitungsströme auf einem Chip an, woraus sich laut Intel ein Leistungsplus von bis zu 30 Prozent ergeben soll. Vorausgesetzt, das Betriebssystem spielt mit - Microsofts Windows XP unterstützt die Technik bereits.

Vom Pentium 4 zeigte Burns einen mit vier Gigahertz getakteten Prototypen (das aktuelle Spitzenmodell arbeitet mit 2,2 Gigahertz). Noch Ende dieses Jahres sollen Ausführungen mit drei Gigahertz erhältlich sein, versprach der Intel-Mann. Das Ende der Fahnenstange sei damit aber längst nicht erreicht - laut Burns hat die hauseigene Netburst-Technik genügend Luft für Taktraten von bis zu zehn Gigahertz.

Erster P4-XeonMit einer neuen Xeon-CPU für den Einsatz in Dual-Prozessor-Systemen samt passendem Chipsatz wiederum will Intel dem Lowend-Server-Segment Beine machen. Bei dem bislang unter dem Codenamen "Prestonia" gehandelten Chip handelt es sich um den ersten Server-"Xeon" auf Basis des Pentium-4-Kerns. Der Prozessor verfügt über 512 KB Level-2-Cache, wird anfänglich mit Taktraten von 1,8 bis 2,2 Gigahertz angeboten und kostet in 1000er Kontingenten 251 bis 615 Dollar.

Der Prestonia nutzt sowohl die Hyperthreading- als auch die Netburst-Technik und ist damit laut Intel bisherigen Xeon-Servern in Sachen Tempo um bis zu 80 Prozent überlegen. Er verfügt über einen 400 Megahertz schnellen Bus zum Speicher (zuvor: 133 Megahertz), kann 16 GB adressieren und arbeitet auch mit PCI-X-Chipsets zusammen.

Ergänzend bietet Intel den Chipsatz "E7500" (Codename "Plumas") mit sechs PCI-X-Kanälen an. Dieses für das Lowend konzipierte Produkt unterstützt DDR-Hauptspeicher (DDR = Double Data Rate) und schlägt mit 92 Dollar zu Buche.

Die Markteinführung der ersten Mobilvariante des Pentium 4 steht vor der Tür: Vor europäischen Journalisten hat Intel die Freigabe des Notebook-P4 für diese Woche angekündigt. Nach Angaben von Anand Chandraskher, General Manager der Mobile Platforms Group von Intel, wird die 0,13-Mikrometer-CPU mit Taktraten um 1,5 Gigahertz debütieren, einen 400-Megahertz-Frontside-Bus sowie "AGHP4x"-Grafik bieten und 266-Megahertz-DDR-Speicher unterstützen. Preislich wird der Laptop-P4 voraussichtlich auf dem Niveau seines mobilen Pentium-III-Bruders mit 1,2 Gigahertz liegen, der derzeit 508 Dollar kostet.

Bei aller Energie, die Intel in den letzten beiden Jahren in die Entwicklung von Pentium-III-Varianten mit geringer Leistungsaufnahme gesteckt hat - für den P4-M scheint der Halbleiterhersteller keine derartigen Ambitionen zu haben. "Eine Low- oder Ultra-Low-Power-Variante des P4-M ist nicht geplant", erklärte Don McDonald, Marketing Director für Intels Mobile Division. Vielmehr sollen die Fliegengewichte unter den Laptops weiterhin mit Intels Low- oder Ultra-Low-Voltage-Varianten des Pentium III bestückt werden. Mittelfristig wird Letzterer allerdings Intels "Banias"-Prozessor weichen müssen - einer grundlegend neuen CPU-Architektur speziell für den Einsatz in Mobilgeräten, die in der ersten Jahreshälfte 2003 auf den Markt kommen soll. Der IA-32-kompatible Chip soll im Energieverbrauch wesentlich genügsamer sein als etwa der P4-M.

Weitere X-Scale-NeuheitenDes Weiteren nutzte Intel das Entwicklerforum, um sein anhaltendes Engagement im Kommunikationsbereich zu demonstrieren. Nach den beiden kürzlich angekündigten Chips "PXA250" und "PXA210" für PDAs und Multimedia-Handys enthüllte der Halbleiterhersteller drei X-Scale-Netzprozessoren, die wie die bisherigen "Strongarm"-Modelle auf dem Design der britischen Chipschmiede Arm Holdings beruhen. Der kleinere "IXP425" arbeitet mit 266, 400 oder 533 Megahertz, ist für 10/100-Mbit-Ethernet, IEEE 802.11x oder DSL ausgelegt und soll ab dem dritten Quartal zu Preisen zwischen 25 und 45 Dollar verfügbar sein. Der "IXP2400" für Multiservice-Switches basiert auf acht Micro-Engines mit jeweils 400 oder 600 Megahertz und soll Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde übers Netz schaufeln können. Ende des Jahres ist er zu Preisen zwischen 230 und 360 Dollar zu haben. Der 0,13-Mikrometer-"IXP2800" für Hochgeschwindigkeits-Switches und -Router wiederum beherbergt 16 Micro-Engines, die mit einer Taktrate von jeweils 1,4 Gigahertz arbeiten. Ebenfalls Ende 2002 verfügbar, wird er mit 485 bis 695 Dollar zu Buche schlagen.

Intel-Chips: Künftig wirelessZum Abschluss der Veranstaltung gab Intel-Cheftechnologe Patrick Gelsinger unter dem Motto "Radio Free Intel" folgende Zukunftsvision zum Besten: In rund zehn Jahren werde jeder Intel-Mikroprozessor über integrierte und konfigurierbare Funktechnik verfügen. Dann werde das Silizium bereits alle für die drahtlose Kommunikation nötigen Elemente (inklusive Antenne) enthalten. "Wir wollen so weit kommen, dass bei jedem Chip in irgendeiner Ecke ein integriertes Funkmodul steckt", erklärte Intels CTO. Zwar soll die Technik erst in zehn Jahren so weit sein, erste Produkte mit voller Wireless-Integration könnte Intel aber bereits in fünf Jahren fertigen. (kf)