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03.12.1976 - 

Vom One-Chip-Prozessor zum One-Chip-Computer

Intel: Kraftei

MÜNCHEN - Intel-Doppelpremiere auf der Münchner Electronica '76 als - so ein Firmensprecher - "Referenz an Deutschlands Halbleiter-Metropole": Die Nummer eins unter den Chip-Produzenten kündigte am 26. 11. 1976 weltweit zwei neue programmierbare 8-Bit-Mikrocomputer-Systeme an. Intel-Europa-Manager T. J. Lawrence: "Ein historischer Tag für uns."

Das neue Mikrocomputer-System MCS-85 ist eine "evolutionäre" Weiterentwicklung des Intel 8080-Prozessors, der bekanntlich als Industriestandard gilt. MCS-85-Bauelemente sind modernste MOS/LSI-Schaltungen, die den Aufbau eines kompletten Anwendungssystems mit nur drei Chips (8085-Zentraleinheit, 2 K RAM und 16 K ROM oder 16 K pin-kompatibles EPROM) über einen Standard-Bus ermöglichen (Grafik). MCS-85 verarbeitet bestehende 8080-Programme und ist mit allen 8080-Bauteilen bus-kompatibel. Wesentlicher Vorteil für den Intel-Anwender: Frühere Investitionen für die Mikrocomputer-Entwicklung werden geschätzt. Die zweite Neuvorstellung ist das erste "One-Chip-Mehrzweck-System". Mit dem MCS-48, das alleinstehend arbeiten kann, sind Abläufe realisierbar, für die nach Intel-Angaben normalerweise komplexe elektromechanische Aufbauten, 50 bis 100 TTL-Logik-Bausteine oder ein Multi-Chip-LSI (Large Scale Integration)-System benötigt werden. In der Tat verblüffend: Auf einem Chip sind die 8-Bit-Zentraleinheit, 64 Byte-Schreib-/Lesespeicher, drei programmierbare Ein-/Ausgabe-Ports, ein Intervall-Timer, die Prioritäts-Interruptsteuerung - sowie ein System-Clock-Generator integriert - ein komplettes 8-Bit-Computer-System.

Die drei MCS-85-Bauelemente erlauben die Implementierung eines kompletten Systems mit Zentraleinheit, 256 Bytes Schreib-/Lesespeicher, 2 KB Programmspeicher, 38 programmierbaren parallelen Ein-/Ausgabeleitungen, seriellen Ein-/Ausgabeleitungen, System-Uhr, System-Controller. Vektor-Interrupt (Unterbrechungslogik) auf mehreren Ebenen und einem programmierbaren Intervall/Ereigniszähler. de

Rockwell: Computer ab 5 Dollar

Ein kompletter Mikrocomputer für weniger als 5 Dollar (bei Abnahme "mittlerer Mengen") - das verspricht Rockwell. Die neue Familie PPS 4/1 von One-Chip-Microcomputern umfaßt drei Modelle zwischen 604x8 Bit ROM/48x4 Bit RAM und 2048x8 Bit ROM/128x4 Bit RAM. Alle Chips enthalten CPU, Programm- und Datenspeicher, Uhr sowie 31 Ein-/Ausgänge und haben einen Vorrat von 50 Befehlen. Für komplexe Anwendungen lassen sich die Mikros in einer Kaskade zu Mehrprozessor-Systemen zusammenschalten.

Aus zwei neuen Rockwell-Chips läßt sich ein kompletter 8-Bit-Mikrocomputer aufbauen, der in Mengen ab 1000 Stück etwa 62 Mark mit 1 KB ROM oder 75 Mark mit 2 KB ROM kosten soll. Bei Registrierkassen, intelligenten Instrumenten, elektronischen Schreibmaschinen und ähnlichen Geräten sollen sich die Kosten für das elektronische System durch Einsatz des 2-Chip-Micros um bis zu 50 Prozent senken lassen. Die beiden Chips umfassen CPU, einen automatischen seriellen und 16 parallele Ein/Ausgabekanäle, 16-Bit-Intervallzahler, Interrupt mit drei verschachtelten Unterbrechungsmöglichkeiten, Tyktgenerator und Speicher. Das System PPS 8/2 hat einen Vorrat von 109 Befehlen und kann mit dem leistungsfähigeren PPS 8 kombiniert werden. -py