Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

30.01.2004 - 

Mehr Rechenkerne zusammenschweißen

Intel präzisiert Pläne für neue CPUs

MÜNCHEN (CW) - Rund einen Monat vor dem nächsten Intel Developer Forum hat der Chipmarktführer einen präziseren Ausblick auf Eigenschaften und Verfügbarkeit künftiger 32- und 64-Bit-Prozessoren gegeben.

Auf dem letzten Entwicklertreffen im September 2003 hatte Intel in erster Linie vollmundige Ankündigungen von Chips für die drahtlose Datenübertragung verbreitet. Genauere Angaben zur Zukunft seiner Prozessorlinien holte das Unternehmen jetzt nach. Zunächst einmal soll in Kürze eine leistungsstärkere Variante des aktuellen Itanium 2 ("Madison") erscheinen. Statt 6 MB des jetzigen Topmodells wird die neue CPU 9 MB Level-3-Cache mit sich bringen. Die Taktgeschwindigkeit soll von 1,5 auf 1,8 oder 2,0 Gigahertz steigen. Gefertigt wird er noch im 130-Nanometer-Verfahren.

Runter auf 90 Nanometer

Im nächsten Jahr erfolgt dann in der Itanium-Prozessorfamilie der Wechsel zu 90 Nanometern Strukturbreite. Erster Prozessor mit der kompakteren Bauart wird 2005 - bei problemloser Entwicklung sogar noch 2004 - der "Montecito", der zwei Rechenkerne des Madison und, dank der schmaleren Leiter, 24 MB L3-Cache umfassen wird. Die noch nicht präzisierte Taktrate soll jener der dann aktuellen Madisons entsprechen, was auf 1,8 bis 2,0 Gigahertz hindeutet. Der Montecito soll Pin-kompatibel mit dem jetzigen Itanium 2 sein, aber etwa 80 Prozent mehr Performance bringen. Die bisher unter den Namen "Shavano" oder "Chivano" gehandelten Projekte für Doppelkern-CPUs sind zugunsten des Montecito vom Tisch.

2006 oder später folgt der "Tukwila", der bisher unter dem Codenamen "Tanglewood" lief. Auch er wird im 90-Nanometer-Verfahren gebrannt. Er wird voraussichtlich vier Rechenkerne haben und soll nach Intel-Ausführungen siebenmal mehr Datendurchsatz bringen als der heute schnellste Itanium 2. Das ließe sich entweder durch eine Erhöhung der Taktraten erzielen oder durch eine Integration von mehr als vier Cores. In der Tat redet man bei Intel schon von CPUs mit sechs oder acht Rechenkernen. Aber solche Techniken könnten auch erst mit vier weiteren Prozessoren Gestalt annehmen, die der Chiphersteller für die Itanium-Reihe angekündigt hat. Noch sind die Codenamen und Ziele dieser vier CPU-Projekte unbekannt.

Langsamkeit spart Strom

Parallel zu diesen "großen" 64-Bit-Prozessoren will Intel stromsparende Varianten unter dem Zusatz "LV" (für "Low Voltage") herausbringen. Bisher hat Intel in dieser Reihe nur den 1,0 Gigahertz schnellen "Deerfield" präsentiert. Doch noch in diesem Jahr soll ein etwas heißer getakteter LV-Itanium DP (für Doppelprozessorsysteme) auf den Markt kommen. Weil diese CPU-Varianten weniger Cache mitbringen, sind sie gleichzeitig Intels preisgünstigste 64-Bit-Chips.

Die Reihe der 32-Bit-CPUs steht keineswegs vor dem Aus. Ein neuer Xeon-MP-Prozessor "Gallatin" soll dieses Jahr auf den Markt gelangen. Er wird mit mindestens 2,0 Gigahertz getaktet sein und 4 MB L3-Cache mitbringen. Trotz des voluminöseren Speichers soll er Pin-kompatibel zu den bisherigen Xeon-MPs sein. Möglich macht es der Übergang auf den platzsparenden 90-Nanometer-Prozess.

Die darauf folgende Xeon-MP-Generation hat Intel etwas verschoben. Der "Potomac" sollte eigentlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres gleichzeitig mit dem Chipset "Twin Castle" erscheinen. Jetzt kommt das Paket Anfang 2005. Für Mitte 2005 steht die "Tulsa"-CPU auf dem Programm, die zwei Rechenkerne des Potomac integriert. Auch sie arbeitet mit dem Twin-Castle-Chipset zusammen.

Bei den Xeon-DP-Prozessoren für Zwei-Wege-Server, gegenwärtig ist der "Prestonia" state-of-the-art, plant Intel höhere Taktraten, größeren Level-3-Cache und den Übergang zur 90-Nanometer-Fertigung. Im zweiten Quartal dieses Jahres wird die "Nocona"-Variante erscheinen. Diese läuft mit 3,2 Gigahertz, 1 MB L3-Cache und 800 Megahertz Frontside-Bus. Ende des Jahres oder Anfang 2005 soll der "Jayhawk"-Xeon-DP folgen mit noch einmal höherer Taktrate und größerem Cache. Beide neuen Xeon-DP-Varianten eignen sich für die Chipsets "Lindenhurst" und "Tumwater", die im zweiten Quartal dieses Jahres erscheinen sollen. (ls)