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13.06.2006

Intel reagiert auf den Konkurrenzdruck von AMD

Neue energiesparende Prozessoren kommen frühzeitiger und preiswerter auf den Markt.

Dass "der ewige Zweite", AMD, kontinuierlich Marktanteile gewinnt, veranlasst Intel zu radikalen Maßnahmen. Nach Angaben von PC-Herstellern wird der Chiphersteller die kürzlich von Firmenchef Paul Otellini angekündigten Preissenkungen vorziehen. Spätestens Mitte Juli dieses Jahres sollen die Preise für Prozessoren, auch für neuere mit zwei Rechenkernen, um dem Vernehmen nach 15 Prozent sinken. Das dürfte AMD ebenfalls zu Abschlägen veranlassen - mit dem Ergebnis, dass die Gewinne beider Hersteller schmelzen könnten.

Produktoffensive wie noch nie

Um diesen Effekt abzumildern, will Otellini noch in diesem Jahr eine Milliarde Dollar durch Zurückstellung geplanter Investitionen einsparen. Details nannte er allerdings nicht. Gleichzeitig werden neue Prozessoren früher auf den Markt kommen als ursprünglich geplant. "In den kommenden Wochen und Monaten bringen wir eine ganze Palette neuer Prozessoren auf den Markt, mit denen wir das Wachstum wieder anfachen und Marktanteile zurückgewinnen wollen", erklärte Otellini in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche". "Ich arbeite mittlerweile seit 32 Jahren bei Intel - so eine große Produktoffensive gab es noch nie."

Der Xeon-Prozessor "Woodcrest" für Zwei-Wege-Server soll am 26. Juni auf den Markt kommen. Intel behauptet, dieser Chip sei leistungsfähiger als AMDs vergleichbarer Opteron, verbrauche aber weniger Strom. Der Xeon-MP-Prozessor "Tulsa" für Server mit vier und mehr CPUs soll nicht wie angekündigt im letzten Viertel dieses Jahres erscheinen, sondern ein Quartal früher. Dies ist offenkundig eine Reaktion auf einen Prestigeerfolg AMDs in diesem Marktsegment: Der langjährige Intel-Exklusivpartner Dell hat unlängst angekündigt, Highend-Server künftig auch auf Opteron-Basis anbieten zu wollen.

Überall Strom sparen

Insbesondere die bessere Energieausnutzung bestimmt nach Angaben von Intels Chefentwickler Justin Rattner fast alles, was in den Labors des Herstellers im kalifornischen Santa Clara derzeit vor sich geht. So wurde in den vergangenen vier Jahren die Energiesparplattform "Core" entwickelt. Intel muss sich den Vorwurf gefallen lassen, relativ spät auf den Stromsparzug aufgesprungen zu sein, und manche Insider vermuten hinter Core ein eilig aus dem Zylinder gezaubertes Kaninchen. Rattner widersprach dem auf den "Research Days" in der Firmenzentrale energisch: "Was Sie heute sehen, ist nichts, was Intel in den vergangenen 18 Monaten zusammengestöpselt hat."

Illusion am Monitor

Eines der Forschungsgebiete von Intel ist das "self-refresh display". Es geht darum, dass ein Bildschirm eine Darstellung aktiv halten kann, auch wenn er in den Schlafmodus versetzt wurde. Der LCD-Controller eines Bildschirms benötigt in der Sekunde 60 neue Grafik-Frames, wenn er ordnungsgemäß arbeiten soll. Intel hat jetzt eine Möglichkeit gefunden, einen der Frames zu isolieren und ihn in den Hauptspeicher zu kopieren. Befindet sich der Rechner im Schlafmodus, wird dieser Bildrahmen permanent zum LCD-Controller geschickt und hält so das Display-Image aktiv. Damit sieht das Bild im Schlafmodus für den Betrachter nicht eingefroren aus. Intel hat dafür den Prototyp eines "Field-Programmable Gate Array" (FPGA) entwickelt. Idealerweise sollte diese Technik aber in den Display-Chips eingebaut sein, und Intel hofft, sie an Monitorhersteller lizenzieren zu können. (ls/kk)