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Ende des Gigahertz-Wettlaufs in Sicht

Intel setzt auch auf zwei Prozessorkerne

21.05.2004
MÜNCHEN (CW) - Intel wird vorläufig das Rennen um immer höhere Taktfrequenzen beenden und zwei geplante Pentium-4-Chips nicht auf den Markt bringen. Mehr Leistung sollen in Zukunft Prozessoren mit zwei Rechenkernen bieten sowie die Weiterentwicklungen auf Basis der "Banias"-Technik, die in den CPUs für Mobilrechner zum Einsatz kommt.

Intel hat drei neue Pentium-M-Prozessoren vorgestellt, die mit 90 Nanometer breiten Leiterbahnen gefertigt werden. Zusätzlich hat der Chipriese den Durchmesser der Wafer von 200 Millimeter auf 300 Millimeter erhöht und erreicht dadurch nach eigenen Angaben mehr als die doppelte Fertigungskapazität. Eigentlich wollte Intel solche Chips schon im Februar vorstellen, kämpfte aber mit Problemen beim Herstellungsprozess.

Die drei neuen Mobilprozessoren "Pentium M 735", "745" und "755" sind mit 1,7 Gigahertz (Modell 735), 1,8 und 2,0 Gigahertz (Modell 755) getaktet und enthalten einen Cache-Speicher von 2 MB sowie einen 400-Megahertz-Bus. Sie arbeiten mit den restlichen Komponenten der "Centrino"-Lösung zusammen: dem 855-Chipsatz und der drahtlosen Netzverbindung (Wi-Fi). Außerdem sind sie baugleich zu den Vorgängern, so dass Systemhersteller keine Designänderungen vornehmen müssen. Intel beziffert den Leistungszuwachs der neuen M-Modelle gegenüber den Vorgängern auf bis zu 17 Prozent und verlangt für die Mobilchips bei Abnahme von 1000 Stück zwischen 294 Dollar (Modell 735) und 637 Dollar (Modell 755).

Zeitgleich mit der Vorstellung der Mobilprozessoren gab Intel bekannt, dass die Arbeiten an der neuen Generation von Pentium-4-CPUs eingestellt wurden. Die für 2005 geplanten Versionen "Tejas" als Nachfolger des "Prescott Pentium 4" und "Jayhawk" als neue Version des "Nocona" werden somit nicht auf den Markt kommen. Stattdessen will die Company die Entwicklung von Dual-Core-CPUs vorantreiben, die, bei mindestens gleicher Leistung, niedriger getaktet sind. Bis Ende 2005 sollen für alle Rechnerarten (Server, Desktops und Notebooks) Prozessoren mit zwei Rechenkernen verfügbar sein.

Mit dem neuen Design versucht Intel aus der Hitzefalle der hoch getakteten Prozessoren zu entkommen: Wegen der immer kleineren Abmessungen nimmt der Verluststrom in den Bauteilen zu und entweicht als Hitze. Die dadurch notwendige höhere Stromaufnahme konnte Intel bislang neutralisieren, indem die Leiterbahnen in einem neuen Produktionsverfahren enger gezogen wurden. Der gewünschte Effekt: höhere Taktraten bei gleichzeitig niedrigerer Stromaufnahme.

Erstmals beim "Prescott"-Chip, der in 90-Nanometer-Technik gefertigt wurde, funktionierte dieser Trick nicht. Prescott nahm bei gleicher Taktrate mit 103 Watt mehr Strom auf als der Vorgänger "Northwood", der mit 89 Watt auskam. Insider führen das nicht nur auf neue Befehlssätze und zusätzlichen Cache-Speicher zurück, sondern befürchten, dass der Verluststrom mit der neuen Fertigungstechnik zusammenhängt. Sie erwarten deshalb, dass Intel von seiner "Netburst"-Architektur abrückt und zukünftige Prozessoren nach dem "Banias"-Design der Pentium-M-Modelle entwickeln wird. Außerdem dürfte es einfacher sein, zwei Pentium-M-Rechenkerne auf einem Chip zu implementieren als zwei stromhungrige Netburst-Kerne.

Mit der Entscheidung für Dual-Core-CPUs zollt Intel einmal mehr den Strategien der großen Konkurrenten Tribut. IBM hatte bereits beim "Power-4" zwei Rechenwerke auf einem Siliziumplättchen (DIE) untergebracht. Sun Microsystems verfügt ebenfalls bereits über einen Dual-Core-Ultrasparc-Chip und kündigte jetzt an, die Entwicklungsarbeiten an "Niagara" beendet zu haben. Niagara arbeitet mit acht Cores parallel, wobei jeder Kern gleichzeitig vier Threads bearbeiten kann. Derzeit werden Prototypen angefertigt, mit der Markteinführung kann 2005 gerechnet werden.

Die Konkurrenz ist schon lange umgestiegen

Intel-Rivale AMD will im zweiten Halbjahr 2005 die erste "Opteron"-CPU mit zwei Rechenkernen anbieten, die vollständig kompatibel zu seinen bisherigen Prozessoren sein soll. Damit ließen sich bestehende Systeme in der Leistung verdoppeln. AMD arbeitet unter dem Codenamen "Emma" an einer "System-on-Chip"-Lösung für neuartige Internet-Zugangsgeräte. Sie sollen so groß wie eine Zigarettenschachtel sein und mit rund 200 Dollar zu Buche schlagen. (kk)

Mobilrechner mit den neuen Pentium-M-Chips

Zeitgleich zur Ankündigung der Pentium-M-Chips stellten Notebook-Hersteller die passenden Geräte vor. Marktführer Toshiba bringt mit "Tecra S1" sein neues Topmodell auf den Markt, das den Pentium-M-735 nutzt. Das Gerät wiegt 2,9 Kilogramm und enthält ein 15-Zoll-Display (SXGA+TFT), eine 80-GB-Festplatte sowie ein DVD-"Supermulti"-Laufwerk. Ebenfalls integriert ist ein Bluetooth-Modul und eine Antenne für den neuen WLAN-Standard 802.11b/g. Die Akkulaufzeit liegt nach Herstellerangaben bei 5,4 Stunden. Toshiba verlangt für das S1-Notebook 3299 Euro.

IBM lässt dem Kunden bei den beiden Thinkpads "T42" und "42p" die Wahl, welchen der drei Intel-M-Prozessoren sie haben wollen. Außerdem bietet der Hersteller zwei Display-Größen an: Bildschirme mit einer Diagonale von 14 oder 15 Zoll sind ebenso möglich wie eine UXGA- Auflösung von 1600 mal 1200 Pixel, die dank "Flexview" eine Ansicht aus einem Blickwinkel von 170 Grad ermöglicht. IBM stattet die Notebooks mit der hauseigenen "Think-Vantage"-Technik aus, die für ein einfacheres Management sorgen soll. Bestandteile des Administrationswerkzeugs sind unter anderem "Rapid Restore PC", "Embedded Security Subsystem" und "System Migration Assistant". Die Batterie soll für mehr als sechs Stunden ausreichen. Kostenpunkt des Systems: ab 2000 Euro.

Auch die deutsche Maxdata hat mit "Maxdata Pro 8100X" und "Pro 7000DX" zwei Notebooks mit den neuen Intel-Chips im Angebot. Pro 8100X kommt mit 15-Zoll-Display (1400 mal 1050 Pixel), Card Reader (4 in 1) für SD-Card, MMC-Card, Memory Stick und Smart-Media-Speicherkarten, Port-Replikator und einer Batterielebenszeit von vier Stunden. Der Rechner mit 1,7-Gigahertz-Pentium ist ab 1799 Euro zu haben. Das 7000-DX-Notebook mit gleicher CPU verfügt ebenfalls über einen 15-Zoll-Bildschirm (Auflösung 1024 mal 768 Pixel), einen Card-Reader (3 in 1) und wiegt mit 2,7 Kilogramm etwas weniger als der große Bruder. Maxdata bietet den Mobilen mit einer Akkulaufzeit von fünf Stunden für 1399 Euro an.

Dell stattet die "Latitude"-Notebooks ebenfalls mit den Pentium-M-Chips aus und stellt für das Highend alle drei Taktraten zur Wahl. Die Displays im Breitbildformat 16:10 und mit einer Diagonale von 15,4 Zoll gibt es in drei Auflösungen: Wide-XGA (1280 mal 800 Pixel), Wide-SXGA+ (1680 mal 1050) und Wide-UXGA (1920 mal 1200). Die Einstiegsversion "Latitude D505" mit Pentium M 735, 256 MB Hauptspeicher, 30-GB-Festplatte, 15-Zoll-Displa und DVD-CD-RW-Laufwerk kostet 1449 Euro.

2990 Euro verlangt Fujitsu-Siemens für das "Lifebook S7010", das mit dem Pentium M 735 arbeitet. Das mit einem Gewicht von 1,75 Kilogramm sehr leichte Gerät kommt mit 14,1-Zoll-Display und großer Tastatur. Der Hersteller hat einen modularen Schacht eingebaut, der den einfachen Austauch von Peripheriegeräten erlaubt. Fujitsu-Siemens bietet neben einem Security Panel ein Trusted Platform Module (TPM) an, das zusätzliche Softwareverschlüsselung und Identifizierung im Netz erlaubt.