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CEO Grove kündigt strategische Neuausrichtung an


27.02.1998 - 

Intel sucht Anschluß im Low-cost-Markt

Auf der Entwicklerkonferenz des Herstellers kündigte CEO Andy Grove weitreichende Veränderungen in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens an. Intel werde massiv in die Entwicklung preiswerter PC-Komponenten investieren und entsprechende Chips unter einem separaten Markennamen vertreiben. "Bei uns arbeiten jetzt 650 Ingenieure an Low-cost-PC-Technologie", so Grove. Noch vor einem Jahr sei kein einziger Entwickler damit befaßt gewesen. Craig Barrett, President und Chief Operating Officer des Unternehmens, gab auf einer anderen Veranstaltung sogar die Gründung einer Consumer Products Group bekannt, die sich auf den Volumenmarkt konzentrieren soll.

Eine zentrale Rolle spielt dabei offenbar das Konzept des "Basic PC". Dahinter verbirgt sich ein hochintegriertes Rechnerdesign mit einem verkleinerten Motherboard ("Micro ATX"), neuen CPUs, billigeren Chipsets ("440 LLX") sowie der Übernahme von Hardwarefunktionen durch entsprechende Software. Soft-Modem-, Soft-DVD- oder Soft-Audio-Techniken könnten schon Anfang 1999 als Standard-Features in Low-cost-PCs zur Verfügung stehen, versprach Pat Gelsinger, Intels Executive Vice-President.

Innerhalb der nächsten Monate wird der Hersteller einen unter dem Codenamen "Covington" gehandelten Low-end-Mikroprozessor auf den Markt bringen.

Dabei handelt es sich um einen Pentium-II-Chip ohne angeschlossenen Second-Level-Cache. Experten wie Linley Gwennap vom "Microprocessor Report" sehen in dem abgespeckten Prozessor allerdings nur eine Übergangslösung. Intel werfe den Prozessor auf den Markt, weil gegenwärtig keine andere konkurrenzfähige Billig-CPU verfügbar sei. Ohne den im herkömmlichen Pentium-II-Design enthaltenen Cache-Speicher böten die CPUs deutlich weniger Rechenleistung. Intel räumt dies ein, weist jedoch darauf hin, daß gerade Anwender von Produkten aus dem unteren Preisbereich die durch den Level-2-Cache zusätzlich mögliche Rechenleistung gar nicht benötigen. Eine 266-Megahertz-Version des Chips kommt voraussichtlich im April zu einem Preis von 155 Dollar auf den Markt. Als einer der ersten PC-Hersteller wird Compaq den Prozessor in seinen Rechnern verwenden, so die Angaben.

Als Nachfolger des Covington soll noch im laufenden Jahr ein weiterer Low-cost-Pentium-II (Codename "Mendocino") mit integriertem Level-2-Cache verfügbar sein, wie Albert Yu, General Manager von Intels Microprocessor Product Group, ankündigte. Aktuell erhältliche P-II-Chips greifen zwar ebenfalls auf einen zusätzlichen Zwischenspeicher zurück. Dieser ist jedoch nicht auf dem gleichem Stück Silikon wie der Prozessor untergebracht und arbeitet deshalb mit einer niedrigeren Taktrate als die CPU. Weil der Mendocino im 0,25-Mikrometer-Verfahren gefertigt werde, könne Intel die Preise niedrig genug halten, um im Segment der PCs unter 1000 Dollar gegen die Konkurrenz zu bestehen, verkündete Yu. Die ersten CPUs dieser Serie arbeiten Intels Roadmap zufolge mit einer Taktrate von 300 Megahertz. Anfang 1999 sollen Varianten mit 333 Megahertz folgen.

Die Pläne der kalifornischen Chipschmiede gehen aber noch weiter. Wie Yu bestätigte, arbeitet Intel an hochintegrierten Silikonmodulen, die die bislang auf mehrere Bauteile verteilten PC-Funktionen auf nur noch wenige Chips reduzieren sollen (System-on-a-chip). Die aktuellen Entwick- lungen konzentrierten sich auf die Integration von 3D-Funktionen. "Wir versuchen Grafik, Prozes- sor und Speicher auf intelligente Weise zu kombinieren", so der Manager.

Dem Unternehmen nahestehende Quellen berichten darüber hinaus von Plänen, auch Soundfunktionen direkt auf dem CPU-Modul zu integrieren. Der Hintergrund liegt für Branchenexperten auf der Hand. Mit derart integrierten Chips könnten die Kosten von PC-Systemen weiter gesenkt werden. Intel habe keine andere Wahl, als diesen Weg zu gehen, meint etwa der Analyst Drew Peck von Cowen 38; Company. "Eine Lücke in Intels Strategie ist, daß sie bislang im Bereich PC auf dem Chip nicht sehr viel zu bieten haben.