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15.12.2000 - 

Schlägt der Einbruch des PC-Marktes auch auf Microsoft durch?

Intel und Motorola bescheren die Branche mit Gewinnwarnungen

MÜNCHEN (CW/IDG) - Handy-Boom und ein florierender PC-Absatz - das sind die Hoffnungen, die Teile der IT-Branche gewöhnlich mit dem Vorweihnachtsgeschäft verbinden. Dieses Jahr stehen jedoch die Zeichen auf Sturm: Nach einigen PC-Herstellern mussten nun auch Intel und Motorola Umsatz- und Gewinnwarnungen herausgeben. Immer mehr Analysten sehen auch für Microsoft schwarz.

Nach dem Einbruch bei einigen PC-Herstellern rechnet nun auch Chipriese Intel für das vierte Quartal (Ende: 31. Dezember) mit einem Umsatzwachstum, das unter den ursprünglichen Planvorgaben von vier bis acht Prozent liegen wird. Finanzchef Andy Bryant zufolge wird man das Schlussquartal mit Einnahmen in Höhe von 8,7 Milliarden Dollar und damit etwa auf dem Niveau des dritten Quartals abschließen. Als Grund - angesichts des sonst in der Halbleiterindustrie traditionell sehr starken vierten Quartals - nannte der Intel-Manager die schwächere Nachfrage nach PCs. Viele Unternehmenskunden hätten Aufträge in großem Umfang storniert. Man sehe "eine weltweite Abschwächung der Wirtschaft".

Auch der Halbleiterkonzern und Mobiltelefonproduzent Motorola revidierte seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das vierte Quartal. Das Unternehmen rechnet nun mit Einnahmen von rund zehn Milliarden Dollar, nachdem noch im Oktober ein um 500 Millionen Dollar höherer Wert in Aussicht gestellt worden war. Auch der Gewinn je Aktie dürfte sich von 27 auf 15 Cent reduzieren. Sinkende Margen bei Mobiltelefonen, sich später als geplant auswirkende Kosteneinsparungen in der Handy-Produktion sowie ein "laues Marktumfeld" im Halbleitergeschäft seien für das enttäuschende Ergebnis ausschlaggebend. Besagte Effekte würden auch das Ergebnis des Jahres 2001 beeinträchtigen, hieß es weiter.

Angesichts dieser Flut negativer Nachrichten gehen immer mehr Finanzanalysten davon aus, dass der schwache PC-Markt und die vor allem in den USA abflauende Konjunktur auch nicht ohne Auswirkungen auf die Geschäfte von Microsoft bleiben. Mit Goldman Sachs und Lehman Brothers haben bereits zwei namhafte US-Investmentbanken ihre auf das gesamte Geschäftsjahr 2001 bezogenen Umsatz- und Gewinnerwartungen für den PC-Software-Giganten um gut zwei Prozent reduziert. Obwohl Microsoft beispielsweise mit Desktop-Betriebssystemen nur rund zehn Prozent seines Umsatzes generiere, werde sich das offensichtlich katastrophale Vorweihnachtsgeschäft im Consumer-Sektor auch bei der Gates-Company bemerkbar machen, hieß es. Unverhohlen kritisiert wurde zudem, dass Microsoft in den zurückliegenden Wochen "auf Tauchstation" gegangen sei und keine verlässlichen Daten beziehungsweise Trends zum aktuellen Geschäftsverlauf kommuniziert habe.