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07.05.1993 - 

Verfahren zielt auf beide 486-Prozessoren

Intel verklagt AMD erneut wegen Verletzung von Chip-Copyrights

07.05.1993

AMDs Geschaeftsfuehrer Rainer Packulat zeigte sich von Intels juristischer Offensive wenig ueberrascht: "Wir haben die Klagen erwartet, uns war klar, dass Intel sofort wieder vor Gericht gehen wuerde." Ziel dieser rechtlichen Scharmuetzel sei einzig und allein, den Markt beziehungsweise die Anwender zu verunsichern. Intel signalisiere damit als "Grosser", dass AMD als "Kleiner" gegen den ueberlegenen Konkurrenten rechtlos sei.

Die vor dem Distriktgericht im kalifornischen San Jose eingereichten Copyright-Klagen richtet sich zum einen gegen den 486-Prozessor, den AMD mit Intels Mikrocode versieht und der ab sofort zur Auslieferung kommt. Zum anderen sieht der Prozessor- Kroesus aber auch Copyrightverletzungen bei der ab Juli ausgelieferten 486-CPU. Deren Mikrocode entwickelte AMD unter sogenannten Reinraumbedingungen, also selbst. Der Befehlssatz ist nach Aussagen von Packulat trotzdem hundertprozentig kompatibel zu Intel-CPUs.

Das "Wall Street Journal" zitiert Intels Anwalt Thomas Dunlap mit der Aeusserung, letztendlich verfolge man mit den Klagen das Ziel, AMD prinzipiell am Verkauf von 486-Chips zu hindern. Eingedenk der hohen Marktanteile, die AMD als Lieferant der 386-CPU erringen konnte, macht das protektionistische Ansinnen der Intel-Company durchaus Sinn. Packulat selbst meinte, im vierten Quartal 1992 habe AMD sechs von zehn CPUs dieser Prozessorklasse geliefert. Andererseits gilt zu erwaehnen, dass dieser Prozessor bei Intel zugunsten der 486-Bausteine mittlerweile eher vernachlaessigt wird.

Am historischen Datum 4. Juli 1993, dem Jahrestag der amerikanischen Unabhaengigkeitserklaerung, stellt AMD aus Sunnyvale die vollstaendig Intel-kompatible 486-CPU vor, die jedoch mit dem AMD-eigenen Mikrocode rechnet. Nach den Worten von Packulat vor der Presse werden die 486DX-Varianten mit 33 und 40 Megahertz Taktrate in 1000er Mengen 306 Dollar kosten, fuer die DX2-CPU mit 50 Megahertz (respektive 25 Megahertz externe Taktrate) seien bei gleichen Mengen 417 Dollar zu entrichten.