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06.10.2000 - 

Schon vor der Markteinführung überholt

Intel verkündet das Aus für Single-Chip-Lösung Timna

MÜNCHEN (CW) - Intel hat die Entwicklung seiner hochintegrierten Single-Chip-Lösung "Timna" für Billig-PCs endgültig eingestellt. Anhaltende technische Probleme der CPU, deren Debüt zuletzt von der zweiten Hälfte dieses Jahres auf Anfang 2001 verschoben worden war, sowie das mittlerweile ermattete Interesse der PC-Hersteller ließen den Halbleiterriesen das Projekt einstampfen.

"PC-Hersteller haben mittlerweile auf andere kostenreduzierende Maßnahmen zurückgegriffen", begründet Intel-Sprecher Seth Walker die Aufgabe des Timna-Projekts. Der Markt habe sich inzwischen weiterentwickelt, und die über das hochintegrierte Design des Chips geplanten Einsparungen bei der PC-Produktion ließen sich mittlerweile nicht zuletzt durch Preisreduktionen bei Intels Celeron-Prozessor, aber auch bei den Chipsätzen sowie bei Hauptplatinen realisieren.

Ursprünglich sollte die Billig-CPU als hochintegrierte Single-Chip-Lösung, die eine Celeron-artige CPU mit einem 3D-Grafik-Controller und einem Speicher-Interface auf einem Chip vereint, ihren Platz in PCs zu Preisen unter 600 Dollar finden, während Intels Celeron für Rechner bis zu 1000 Dollar gedacht war.

Bis zuletzt waren technische Probleme mit dem Memory Translator Hub (MTH ) verantwortlich für die bis zur Veraltung verzögerte Markteinführung des Timna-Chips. Der zusätzliche Wandler-Chip des Timna, der anfänglich für den Einsatz von (teurem) Rambus-Speicher geplant war, sollte die Rambus-Produkte nachträglich kompatibel mit den preisgünstigeren SDRAM-Chips machen.

Kein Markt für TimnaSeinetwegen hatte Intel im Lauf dieses Jahres schon einmal den Launch der Single-Chip-Lösung verschieben müssen. Die weiter anhaltenden Technikzicken des Hubs hätten nach Angaben von Intel nun eine zusätzliche Verzögerung von mindestens einem Monat bedeutet.

Nach Ansicht von Analysten spiegelt Intels Rückzug in Sachen Timna die generell veränderte Marktsituation wider. "Als Intel mit der Entwicklung des Timna begann, sah es so aus, als würden sich die Preise im Lowend-PC-Markt in absehbarer Zeit bei knapp 400 Dollar einpendeln", erklärt Linley Gwennap, Analyst der kalifornischen Linley Group. Der Markt für die Billigstrechner hat sich jedoch deutlich schwächer entwickelt als erwartet. So werden heute in den USA die meisten PCs in einer Preisklasse zwischen 800 und 1000 Dollar verkauft. Und diese arbeiten mit leistungsfähigeren CPUs als dem ursprünglich für Spar-PCs geplanten Timna-Chip.

Der Wegfall der Single-Chip-Lösung könnte für den Halbleiterriesen jedoch dennoch eine Lücke im Produktportfolio bedeuten: Nach Ansicht von Linley-Analyst Gwennap dürfte der Chipproduzent beispielsweise Schwierigkeiten haben, den viel versprechenden Billigmarkt für Internet-Appliances, die zu Preisen von unter 300 Dollar über die amerikanischen Ladentheken gehen, mit seinem in den heuti-gen Lowend-PCs erfolgreichen Celeron-Prozessor anzugehen. Timna wäre hier ein möglicher Kandidat gewesen, argumentierte der Marktforscher.