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15.10.1999 - 

Acht-Wege-Server nur mit vollem L2-Cache

Intel verspricht Lösung für Xeon-Bug

MÜNCHEN (CW) - Spätestens im November will Intel eine Lösung für die Probleme mit einem Teil der Prozessoren des Typs "Pentium III Xeon" vorlegen. Die Versionen mit 550 Megahertz und einem L2-Cache von 512 KB oder 1 MB hatten in Acht-Wege-Servern zu Abstürzen und unkontrollierten Neustarts geführt.

Nach Bekanntwerden des Fehlers hatte der Chipgigant die betroffenen Prozessoren vor zwei Wochen vorläufig vom Markt genommen. Probleme bereiten bislang nur Installationen auf dem hauseigenen "Saber"-Motherboard. Ursache ist laut Intel ein geringfügig außerhalb der Spezifikation liegendes elektrisches Eingangssignal. Fehler bei der CPU-Version mit einem L2-Cache von 2 MB traten bislang nicht auf.

Die Hersteller von Acht-Wege-Servern reagieren weitgehend gelassen auf die Fehlermeldung. Compaq gibt an, die Maschinen der "Proliant"-Serie ("8000" und "8500") seien nicht betroffen, da man eigenständig entwickelte und produzierte Hauptplatinen verwende. Dell wartet ab und liefert so lange keine Systeme mit kleinem Cache aus, bis Intel zumindest eine vorläufige Lösung anbietet. Auch Acht-Wege-Server aus dem Haus IBM kommen nach eigenen Angaben ausschließlich mit 2 MB Zwischenspeicher zum Kunden. Ein Sprecher teilte weiter mit, es handle sich um eine überschaubare Anzahl potentiell betroffener Anwender.

Die Preise für die verschiedenen Xeon-Prozessoren mit 550 Megahertz unterscheiden sich erheblich. Die Version mit 512 KB L2-Cache kostete bei einer Abnahme in höheren Stückzahlen 980 Dollar, das 1-MB-Pendant immerhin 1980 Dollar. Die High-end-Ausführung ist nicht unter 3692 Dollar zu haben. Die Ursache für die enormen Differenzen ist technischer Natur: Da beim Xeon-Chip der Zwischenspeicher mit derselben Taktrate wie der Prozessorkern arbeitet, sind besonders hochwertige Bausteine nötig. Den entsprechenden Produktionsprozeß, der den Nachteil hoher Ausschußraten einschließt, beherrscht zur Zeit allein Intel selbst.

Wer auf hohe Leistung angewiesen ist, sollte nach Ansicht von Fachleuten ohnehin auf den vollen Cache-Ausbau bestehen. Da bei der Intel-Mehrwege-Architektur einem bestimmten Prozessor kein dedizierter Hauptspeicherbereich zugewiesen wird, verliert der Inhalt des Zwischenspeichers auf dem Chip bei gleichzeitigen Zugriffen mehrerer CPUs schnell seine Gültigkeit. Dies bremst bei kleinem Cache besonders Mehrprozessorsysteme.