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12.11.1998 - 

Concept PC soll neue Märkte erschließen helfen

Intel will das PC-Design drastisch vereinfachen

MÜNCHEN (CW) - Auf der Suche nach neuen Absatzmärkten ist die Intel Corp. zu einer bemerkenswerten Einsicht gelangt: PCs sind für die meisten potentiellen Benutzer noch immer zu schwierig zu installieren und zu bedienen. Mit der Designstudie des "Concept PC" soll sich das ändern.

"Ease of Use Initiative" nennt der Halbleiterkonzern seine jüngsten Bemühungen, die Absatzchancen für PCs und damit für die eigenen Chipprodukte zu verbessern. Die Kalifornier nehmen damit vor allem solche potentiellen PC-Käufer ins Visier, die bislang vor der komplexen Technik der Rechner zurückschreckten. Auf einer Veranstaltung in San Fran- zisko zeigte Intel mit der Designstudie Concept PC, wie der Desktop-Rechner der Zukunft aussehen könnte.

Der bislang unter dem Codenamen "Aztec" gehandelte Rechner arbeitet mit einer abgespeckten Version von Windows 98, die Intel gemeinsam mit Microsoft entwickelt hat. Damit soll sich unter anderem die Zeit für das Hochfahren deutlich verkürzen. Die pyramidenähnliche Form des Rechners erinnert eher an einen Maya-Tempel als an einen herkömmlichen Desktop-PC.

Die entscheidenden Unterschiede zu handelsüblichen Rechnern lägen im Innenleben des Conzept PC, betont Intel. Hinter dem in Rot und Silbermetallic gehaltenen Gehäuse verbirgt sich neben einer 500-Megahertz-CPU lediglich ein Festplattenlaufwerk. Alle Peripheriekomponenten wie Tastatur, Monitor, Lautsprecher oder DVD-Drive lassen sich über mehrere Universal-Serial-Bus- (USB-)Schnittstellen anbinden. Intel möchte eigenen Angaben zufolge die bisher gebräuchlichen seriellen und sonstigen Ports für Ein- und Ausgabegeräte komplett zugunsten der USB-Technik abschaffen. Werbewirksam nennen die Kalifornier dieses Vorhaben "Legacy Removal".

Intel-Manager Steve Whalley beklagte in diesem Zusammenhang, daß der Zwang zur Rückwärtskompatibilität die PC-Plattform derart komplex habe werden lassen, daß das Booten unerträglich lang dauere und Benutzer sich mit unterschiedlichen Techniken herumschlagen müßten. Beispiele dafür lieferten die noch immer verbreiteten ISA-Slots, die Vielzahl veralteter I/O-Steckplätze oder auch die verschiedenen Peripheriespeicher wie Iomegas Zip Drive oder beschreibbare CD-ROMs, die wiederum untereinander inkompatibel sind.

Würden die hergebrachten Techniken abgelöst und die Anzahl der verschiedenen Standards reduziert, erhöhte sich die Stabilität von PCs bei gleichzeitig sinkenden Kosten, argumentiert Whalley. Um dieses Ziel zu erreichen, möchte Intel die Industrie zunächst dazu bewegen, bis zur zweiten Jahreshälfte 1999 gänzlich auf die ISA-Technik zu verzichten. Bis Mitte des Jahres 2000 sollen auch serielle und PS/2-Ports aus PC-Systemen verschwunden sein. Ab dem Jahr 2001 will der Chipkrösus dann auch parallele Schnittstellen und Floppy-Laufwerke aus den Rechnern verbannt wissen.