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24.11.2000 - 

Hersteller zieht sich auf das OEM-Geschäft zurück

Intel will nicht länger eigene Server-Appliances verkaufen

MÜNCHEN (CW) - Neun Monate, nachdem Intel seine "Netstructure"-Initiative aus der Taufe gehoben hat, trägt der Halbleiterhersteller diese auch schon wieder zu Grabe. So werden in Zukunft keine Server- Appliances mehr unter dem Markennamen Intel verkauft. Das Geschäft mit den Geräten soll zukünftig wieder ausschließlich über die OEM-Partner laufen.

Im Februar dieses Jahres hatte Intel seine Netstructure-Initiative begründet. Der kalifornische Halbleiterriese wollte Server-Appliances unter dem eigenen Markennamen verkaufen. Dieser Server-Typ zeichnet sich dadurch aus, dass die Geräte speziell auf eine Aufgabe, zum Beispiel Speicher- oder E-Mail-Dienste, zugeschnitten sind.

Der Markt für diese Spezial-Server ist hart umkämpft. Mit Dell, Compaq oder Hewlett-Packard versuchen große Namen im Rechnergeschäft, sich hier zu etablieren. Analysten von International Data Corp. (IDC) oder Gartner prognostizieren dem Geschäft gute Wachstumsaussichten. So soll der weltweite Umsatz von einer Milliarde Dollar 1999 auf elf (IDC) beziehungsweise 14 Milliarden Dollar (Gartner) im Jahr 2004 ansteigen.

Den Abschied Intels begründete Firmensprecher Tom Beerman damit, dass sein Unternehmen den Markt effektiver bedienen könne, wenn das Geschäft über die OEM-Partner laufe.

Wettbewerb vergiftete Verhältnis zu KundenAußerdem konkurriere Intel dann nicht weiter mit einer Reihe seiner besten Kunden. So stehe der in Santa Clara beheimatete Hersteller im Wettbewerb mit Compaq, HP und Dell, die auf der anderen Seite gute Kunden im CPU-Geschäft seien. Diesen Konflikt wolle man zukünftig vermeiden, erklärte der Sprecher.

Den Vorwurf, dass Intel diesen Interessenkonflikt schon vor Monaten hätte erkennen müssen, will Beerman nicht gelten lassen. Im Februar dieses Jahres sei der Markt noch sehr fragmentiert gewesen. Außerdem habe man noch nicht absehen können, in welche Richtung sich die einzelnen Firmen bewegen würden. Einen möglichen Schaden für die Marke Intel sieht der Sprecher nicht. So werde man weiter Produkte für den Server-Appliance-Markt liefern. Das könnten Komponenten für die Systeme oder auch komplette Rechner sein.

Die Konkurrenz äußerte sich zufrieden über die Entscheidung des Prozessorherstellers. Man werde keine Tränen vergießen, weil Intel sich verabschiedet habe, sagte Michael Dell, Chef des texanischen Direktanbieters. Wenn der Wettbewerb weitergegangen wäre, hätte sich Dell nach CPU-Alternativen umsehen müssen, lautete die unmissverständliche Drohung aus Round Rock. Das Risiko, mit Dell seinen letzten treuen Vertragspartner zu verlieren, der ausschließlich Intel-CPUs in seinen Produkten einsetzt, wollte die Prozessorschmiede offenbar nicht auf sich nehmen.