Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

09.03.2001 - 

Die dritte Generation ist gefragt

Intel will PC-I/O umkrempeln

MÜNCHEN (CW) - Auf dem Intel Developer Forum im kalifornischen San Jose sorgte Louis Burns mit seiner Keynote-Rede für Aufregung. Der Vice President und General Manager der Desktop Platforms Group kündigte eine neue I/O-Architektur für PCs an.

Die Entwicklung der Prozessortaktung sei bereits bis zu 10 Gigahertz absehbar, Gleiches gelte für die Speicherbandbreiten, so Burns. Was aber für ein derart leistungsfähiges Gesamtsystem fehle, sei eine entsprechende I/O-Architektur. Der antiquierte PCI-Bus (PCI = Peripheral Component Interconnect) könne die nötige Bandbreite jedenfalls nicht bereitstellen.

In den Labors habe man deshalb konzernintern bereits "seit einiger Zeit" an neuen Konzepten gearbeitet, um eine Bandbreite von 10 bis 15 Gigahertz auch im rechnerinternen I/O-System zu erreichen. Aus dem ISA-Bus (ISA = Industry Standard Architecture) der Vergangenheit seien einige Weiterentwicklungen (Eisa, MCA, Vesa, VL) entstanden, die sich allesamt nicht hätten durchsetzen können. Ähnlich sei es derzeit um PCI bestellt. Auch hier gebe es durchaus interessante Entwicklungen - etwa den hauseigenen Accelerated Graphics Port (AGP) -, diese hätten aber durch die Bank nicht das Zeug dazu, den überkommenen Standard fit für die mittelfristige Zukunft zu machen.

Wie Intels neuer Standard genau aussehen soll, wird die Entwicklergemeinde erst im kommenden Herbst erfahren, dann soll es eine "vorläufige Spezifikation" geben. Doch so viel verriet Burns vorab: Die "dritte I/O-Generation" müsse vollständig seriell aufgebaut sein, auch wenn dies das Takten nicht gerade erleichtere. Parallele oder pseudoserielle Ansätze scheiden prinzipbedingt aus. Es müsse eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung (Point-to-Point) her, um die nötigen Geschwindigkeiten zu erreichen. Hier werde auch Kupfer als Leitermaterial bei zehn bis zwölf Gigahertz an seine Grenzen stoßen, weshalb man dann wohl auf optische Leiter umsteigen müsse.

Es gehe um die "maximale Bandbreite bei gleichzeitig minimaler Anzahl Pins", die bei der Fertigung einen entscheidenden Kostenfaktor darstellten. Sofern die neue Generation für die nächsten zehn Jahre ausreichen soll, so Burns, muss die Bandbreite deutlich höher skalieren als zehn Gigahertz. Gleichzeitig müsse die Architektur so flexibel wie möglich sein, um den Ansprüchen von Anwendern, OEMs und der Industrie zu genügen.

Man habe sich auf dem Markt und bei der Konkurrenz gründlich umgeschaut, versicherte der Intel-Vordenker, dabei aber nichts entdecken können, was den geschilderten Anforderungen entspreche. Weder die eigene Hub-Link-Architektur noch andere Ansätze wie die von AMD vorgestellte "Hypertransport"-Technik böten die nötige Skalierbarkeit, Flexibilität und Gesamtleistung.

Für die meisten Branchenexperten kommt Intels Vorstoß offenbar recht unerwartet, zumal sich der Hersteller mit entsprechenden Vorhaben in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat - man denke an den Server-Flop Next Generation I/O (NGIO). "Mich stört das Timing", klagt Peter Glaskowsky von Microdesign Resources. "Offenbar sind alle wichtigen Entscheidungen längst gefallen, obwohl Intel von einem Standard spricht, bei dem auch andere mitentwickeln und zustimmen müssten."

Glaskowsky sorgt sich überdies um die wahrscheinlichen Überschneidungen der neuen Technik mit der korrespondierenden Server-Variante "Infiniband" (Switched Fabric). "Hier gibt es mit Sicherheit große Gemeinsamkeiten." Für Burns sind Infiniband und die eigene, noch namenlose neue Technik in jedem Fall zwei Paar Schuhe. Die Server-Technik solle Rechner miteinander verbinden, beim Desktop gehe es um die Komponenten innerhalb eines Systems (ausführlicher Bericht zu weiteren Themen des Intel Developer Forum auf Seite 44).

Abb: Evolution der I/O-Architekturen

Das Ende der PCI-Entwicklungen naht. Für die dritte I/0-Generation sind neue Techniken gefragt. (Quelle: Intel)