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23.04.1999 - 

AMD in den roten Zahlen, Apple weiter stark im Kommen

Intel-Zahlen widerlegen Krisengerede der PC-Branche

23.04.1999
MÜNCHEN (IDG/CW) - Licht und Schatten kennzeichnen die jüngsten Quartalsergebnisse wichtiger IT-Firmen. Während Prozessorgigant Intel die Erwartungen erfüllte und Macintosh-Anbieter Apple offenbar seinen Höhenflug weiter fortsetzt, herrscht beim Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) einmal mehr Katzenjammer. Auch Sun Microsystems enttäuschte die Analysten nicht, dämpfte aber die Stimmung mit einem eher pessimistischen Ausblick auf das zweite Halbjahr.

Mit einem gewissen Aufatmen nahmen Experten die jüngsten Intel-Zahlen zur Kenntnis. Nach der Gewinnwarnung von Compaq, die vor rund einer Woche für Aufsehen gesorgt hatte, gelten das letztlich überzeugende Ergebnis des Chipriesen im ersten Quartal sowie entsprechend positive Signale von Dell und Hewlett-Packard (HP) als Belege dafür, daß die PC-Branche nicht vor einem vielerorts befürchteten erneuten Einbruch steht. Intel meldete für die ersten drei Monate des Geschäftsjahres 1999 (Ende: 27. März) einen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal 18prozentigen Umsatzanstieg von sechs auf 7,1 Milliarden Dollar. Der Gewinn erhöhte sich um 57 Prozent von rund 1,3 auf 2,0 Milliarden Dollar; beim Ertrag pro Aktie wurde ein Zuwachs von 58 Prozent von 36 auf 57 Cent erzielt.

Intel-Vice-President Paul Otellini führte das gute Abschneiden seiner Company auf massive Kosteneinsparungen sowie die gute Resonanz neuer Produkte im Markt, etwa der auf 500 Megahertz getakteten Pentium-III-Xenon-Prozessoren, zurück. Dadurch habe sich das nach dem Weihnachtsgeschäft traditionell abflauende PC-Business weinger kritisch auf die eigene Bilanz ausgewirkt. In der Tat kam Intel im Vergleich zum vierten Quartal 1998 mit einem nur siebenprozentigen Umsatzrückgang von 7,61 auf 7,0 Milliarden Dollar nach Ansicht von Branchenkennern glimpflich davon. Viel wichtiger war aber nach Ansicht der Wallstreet-Analysten die eingangs erwähnte andere Botschaft: Die Probleme von PC-Weltmarktführer Compaq sind in erster Linie hausgemacht.

Ein Urteil, das auch für den Intel-Konkurrenten AMD gelten dürfte. Demnach erzielte das Unternehmen in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 1999 mit 631,6 Millionen Dollar zwar einen deutlich höheren Umsatz als im ersten Quartal 1998 (540,9 Millionen Dollar).

Doch analog zu den Einnahmen stiegen auch die Verluste - und zwar von 62,7 auf 128,4 Millionen Dollar beziehungsweise 44 auf 88 Cent je Aktie. Bei den Gründen für die Misere kann das Unternehmen kaum mit neuen Erkenntnissen aufwarten: Der harte Preiskampf, insbesondere der Druck von Marktführer Intel, macht den Kaliforniern zu schaffen. Hinzu kamen in der Vergangenheit Produktionsprobleme, die zu Verzögerungen bei den Auslieferungen neuer Chipgenerationen wie der "K6"- und "K7"-Familie geführt hatten. Gerade vom Verkauf dieser leistungsfähigeren Prozessoren erhofft man sich aber bei AMD wieder bessere Margen und damit die Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Letzteres ist Macintosh-Hersteller Apple schon vor längerem gelungen. Der kalifornische Hardwarespezialist dürfte jedenfalls mit seiner Bilanz für das zweite Quartal 1999 die letzten Zweifler von seinem Comeback überzeugt haben. Mit einer gegenüber dem Vorjahr mehr als 100prozentigen Gewinnsteigerung von 55 auf 135 Millionen Dollar beziehungsweise 38 auf 84 Cent je Aktie wurden im sechsten profitablen Quartal in Folge sogar die optimistischsten Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Umsätze kletterten im Vorjahresvergleich um neun Prozent auf 1,53 Milliarden Dollar. Neben dem Verkaufsschlager "I-Mac", von dem rund 350000 Stück ausgeliefert werden konnten, gelang es Apple eigenen Angaben zufolge im Berichtszeitraum auch, 450 000 Einheiten des Produkt-Flaggschiffes "Power-Macintosh-G3" abzusetzen. Insider werten dies als Beleg dafür, daß es den Kaliforniern erstmals wieder möglich war, im PC-Geschäft in die Wintel-Bastion einzudringen.

Mit gemischten Gefühlen quittierten Analysten die jüngsten Zahlen von Sun Microsystems. Der kalifornische Server- und Workstation-Spezialist meldete für das dritte Quartal 1999 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum einen 13prozentigen Gewinnanstieg von 232 auf 261,2 Millionen Dollar. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 59 auf 63 Cent. Die Umsätze der Java-Company, die in allen Produktbereichen Zuwächse verbuchen konnte, kletterten im Vojahresvergleich um 24 Prozent von 2,36 auf 2,94 Milliarden Dollar.

Trotzdem stellte sich an der Wallstreet eine gewisse Ernüchterung ein. Das Sun-Management, das in Sachen Investor Relations traditionell als sehr vorsichtig gilt, kommentierte das glänzende Quartalsergebnis mit einer eher pessimistischen Vorausschau. Die zu erwartende Zuspitzung der Jahr-2000-Problematik und der damit verbundene Investitionsstau bei vielen Anwenderunternehmen könnten im zweiten Halbjahr zu deutlichen Umsatzeinbußen führen, hieß es.

Abb: Intel hui, AMD pfui: Die Kräfteverhältnisse im weltweiten Chipmarkt dokumentieren auch die jüngsten Quartalsergebnisse.