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03.03.1989 - 

Newcomer soll sich geheime Informationen verschafft haben:

Intel zieht gegen 387-Cloner vor Gerich

SANTA CLARA (CW) - Geheime Unterlagen zur Nachbildung des Intel-Chips 387 soll die ULSI System Technology gestohlen haben. Dieser Chip unterstützt den 386-Prozessor, um die Leistungsfähigkeit von Personal Computern und Workstations zu steigern. Intel hat gegen das Unternehmen jetzt Klage eingereicht.

Nur wenige Wochen nach dem für Intel unglücklichen Ausgang des jahrelangen 8086- und 8088-Copyright- Streits mit dem japanischen Kontrahenten NEC zieht der kalifornische Mikroprozessorriese wieder vor Gericht. Betroffen ist diesmal mit ULSI System Technology ein kleiner Newcomer im Silicon Valley. Intel beschuldigt das Unternehmen, sich geheime Dokumente verschafft zu haben, mit denen ULSI den Nachbau der Prozessoren 386 und 387 sowie des neuen 64-Bit-Mikroprozessors betreibt, den Intel in den nächsten Wochen vorstellen will. Der kalifornische Chipgigant erwirkte bereits eine einstweilige Verfügung, die ULSI daran hindert, Chips herzustellen und zu vertreiben, bei denen Geheimdokumente von Intel benutzt wurden.

Der 386-Prozessor ist Intels Topprodukt und kostet das Unternehmen jährlich 100 Millionen Dollar Entwicklungsgelder. Bis heute haben sich die Kalifornier strikt geweigert, Lizenzen für die Herstellung dieses Mikroprozessors der Chips zu vergeben, die den 386er unterstützen. Nach Ansicht von Marktexperten versuchen deshalb einige Unternehmen, die Chips ohne Unterlagen nachzubauen - im sogenannten "Reverse Engineering" - Verfahren.

Silicon-Valley-Newcommer ULSI streitet indes alle Vorwürfe des Mikroprozessorriesen ab. Man habe keinerlei Gebrauch von Intel-internen Informationen gemacht, um den 387-Chip nachzubauen. Das Unternehmen muß jetzt nicht nur die einstweilige Verfügung wegstecken. Nach Bekanntwerden der Intel Klage legte Advanced Micro Devices (AMD) Verhandlungen mit ULSI auf Eis, eine Entwicklungskooperation einzugehen. AMD ist der Hauptkonkurrent von Intel und versucht selbst, auf legalem Weg Lizenzen für die Herstellung des 386-Prozessors zu erwerben. In der Intel-Klage ist AMD nicht erwähnt.