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30.10.1981 - 

Neues Eldorado im Büromaschinen-Bereich:

Intelligente Kopierer nur für Schlaue

So richtig Bescheid weiß niemand, wenn es um "intelligente Kopierer" geht. Das Problem beginnt bereits bei der bis heute nicht eindeutigen Begriffsdefinition. Die Einsatzgebiete der "intelligenten Kopierer" sind so vielfältig, daß sogar eine Marktabgrenzung nur schwer möglich ist.

Auch aus den spärlichen Informationen über diesen Markt wird nicht ersichtlich, ob DV-Drucker oder Drucker von Textverarbeitungssystemen dazugehören. Unklarheit besteht auch darüber, ob die unter dem Sammelbegriff Bürodrucker firmierenden Geräte diesem Markt hinzuzurechnen sind.

Eine mögliche Definition könnte sein: Der "intelligente Kopierer" ist ein Bürokommunikationssystem, das als Eingabe sowohl Papieroriginale als auch elektronische Impulse (DV) oder magnetische Aufzeichnungen (Textverarbeitung) verwendet.

Es arbeitet dabei mit einer der EDV-Ausgabe ähnlichen Geschwindigkeit und in einer recht akzeptablen Schriftqualität. Allerdings wird zukünftig die Schriftqualität nicht länger ein wesentlicher Diskussionspunkt sein. Die Zeiten, in denen gelernte Drucker die Kopien mit dem Fadenzähler angeschaut haben, sind nämlich vorbei. Die Wiedergabequalität von Kopierern wurde laufend verbessert. Heute ist einziges Kriterium nur noch die leicht und gut lesbare Schrift (ohne Hintergrund auf dem Papier). Der Weg, wie dies erreicht wird, ist dabei unerheblich.

Derzeit gibt es bei den "intelligenten Kopierern" drei Techniken, die diesen Anforderungen genügen:

- die Laser-Xerografie,

- die Fiber-Optik-Xerografie,

- die Tintenstrahl-Technik.

Ohne näher auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Techniken einzugehen, wissen Fachleute zur Zeit, daß sich die Laser-Xerografie aufgrund der fallenden Preise für Laser-Optiken und der heute einwandfrei beherrschbaren Technik in den nächsten Jahren durchsetzen wird.

Die Geschwindigkeit wird deshalb nicht das entscheidende Merkmal im Markt sein, da trotz der Verwendung von mehreren Eingabestationen die Ausgabegeschwindigkeit heutiger Systeme (bis zu 120 Seiten pro Minute) im Vergleich zum Beispiel zu Textverarbeitungssystemen hoch genug ist. Zusätzliche Einsatzmöglichkeiten könnten diese sein:

- Duplex-Möglichkeit (doppelseitig bedrucken),

- Ausgabe auf Mikrofilm (COM),

- Kommunikationsmöglichkeit (zu anderen Bürosystemen),

- OCR-Leser-Anschluß

Im letzteren Fall ist zu erwarten, daß die elektronischen Signale direkt zur Kommunikation mit einer anderen Station verwendet werden. Damit wäre ein weiterer Schritt in Richtung elektronische Post getan. Dies bedeutet auch das "Aus" für die zusätzliche Einsatzmöglichkeit Bedrucken von Kuverts. Wo nichts mehr physisch per Post verschickt wird, werden auch keine Umschläge mehr benötigt. Jetzt stellt sich allerdings die Frage, wie schnell die Menschen im Büro in der Lage und willens sind, sich in ihren Arbeitsgewohnheiten so grundsätzlich umzustellen, wie es zum Beispiel beim "Arbeiten mit dem elektronischen Postkasten" sein müßte.

Kein neues Eldorado

Nimmt man die Probleme bei der Einführung der Diktiergeräte und der Textverarbeitung als Maßstab, ist es ziemlich sicher, daß noch Jahre vergehen werden, bis die elektronische Übermittlung der Post zu unseren Alltagsgewohnheiten (im Büro) gehört. Abschließend ist festzustellen, daß "intelligente Kopierer" kein neues Eldorado für die Büromaschinen-lndustrie und Anwender sind. Dennoch könnten sie ein ausreichendes, aber schwieriges Geschäft für einige wenige Anbieter werden. Auf jeden Fall stellen sie eine Herausforderung für die Anwender dar - er kann seine Intelligenz mit der moderner Bürosysteme vereinen.