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13.08.1999 - 

Enterprise Application Integration

Intelligente Middleware verbindet Anwendungsinseln

CW-Bericht, Bernd Seidel Mehr als 35 Prozent ihrer IT-Budgets geben Unternehmen für die Integration von Anwendungen aus. Rund 70 Prozent des insgesamt programmierten Codes werden für den Informationsaustausch zwischen DV-Systemen erstellt. Enterprise-Application-Integration-(EAI-)Software soll hier Einsparungen bringen.

Die Programmierung von Betriebssystemen, Datenbanken, Entwicklungsumgebungen und Middleware sowie betriebswirtschaftlichen Anwendungen ist out. In dagegen ist es, diese Produkte von der Stange zu kaufen. Dabei entpuppt sich jedoch die Integration als Stolperstein: Nicht selten ist die Schnittstellen-Entwicklung komplizierteste Individualprogrammierung. Helfen sollen hier EAI-Produkte. Dabei handelt es sich um eine "intelligente" Middleware, die mehr oder weniger fertige Integrationsbausteine umfaßt. Intelligenz bedeutet hier, daß neben den bisher üblichen technischen Verbindungen auch die betriebswirtschaftlichen Anforderungen von Systemen für Enterprise Resource Planning (ERP), Supply-Chain-Management (SCM) und Customer-Relationship-Management (CRM) berücksichtigt werden.

EAI-Lösungen bieten also mehr als die heute technologisch orientierte Middleware. Sie kümmern sich um den Transport von Daten (meist Message-basiert), gleichen unterschiedliche Formate ab und sorgen dafür, daß die Informationen in den richtigen Anwendungen zur Verfügung stehen. Zusätzlich läßt sich mit einer Reihe von Produkten eine eigenständige Geschäftslogik entwickeln.

Ein wesentliches Kennzeichen der neuen Middleware besteht darin, die Programmierung zu vereinfachen, indem sich vorgefertigte API-Anschlußstücke verwenden lassen. Entwickler sind dadurch nicht mehr gezwungen, sich mit den proprietären Datenstrukturen und Interfaces der zu verbindenden Produkte auseinanderzusetzen, da die jeweils benötigten Adapter von den EAI-Anbietern geliefert werden.

Wie Pilze schießen EAI-Anbieter derzeit aus dem Boden. Unternehmen wie Crossworlds, Active, Neon, Oberon, TSI oder Vitria machen mittlerweile auch hierzulande Schlagzeilen. Als erste Interessensvertretung wurde im Mai dieses Jahres der Enterprise Integration Council (EIC) gegründet (www. eicouncil.org), dem mittlerweile mehr als 70 Anbieter angehören.

Viele alteingesessene Middleware- oder Entwicklungs-Tool-Hersteller möchten von dem Boom profitieren und springen auf den Zug auf. Die im EIC organisierten Unternehmen wie IBM, Tipco, Bea oder TSI liefern allenfalls Bausteine, beispielsweise Message- und Transaktions-Middleware, Broker-Software oder auch Tools für die Datenkonvertierung (Mapping). Dem Anspruch einer Systemintegration per Plug and Play auf dem Niveau von Geschäftsprozessen oder Applikationen werden sie nicht gerecht. Das vielfältige Angebot erschwert es Anwendern, den richtigen Anbieter und das passende Verfahren zu finden. Eine Hilfe leistet die Marktübersicht auf der nächsten Seite.