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09.06.2000 - 

Java-basiertes ERP für Solaris

Intentia will mit Hilfe von Sun neue Märkte erschließen

MÜNCHEN (CW) - Der schwedische Anbieter Intentia verfolgt seit geraumer Zeit eine zweigleisige Strategie mit seiner Unternehmenssoftware "Movex". Neben der bisherigen AS/400-Ausgabe ist seit 1999 mit "Movex Nextgen" eine komponentenbasierte Java-Version erhältlich, die jetzt auch unter Sun Solaris läuft. Langfristig soll Nextgen die Zukunft sein.

Intentia will seine vormals ganz auf die AS/400-Plattform zentrierte Produktstrategie auch auf andere Betriebssysteme ausdehnen und Movex mit der Zeit in Richtung Komponentensoftware migrieren. Für den Übergang von einem prozedurorientierten zu einem komponentenbasierten Design wurde hierzu bereits im letzten Jahr die Systemarchitektur völlig überarbeitet. Eine separate Middleware-Schicht trennt nun Datenbank- und Anwendungs-Server. Durch den Einschub dieser Mittelschicht lassen sich verschiedene relationale Datenbanken verwenden. Ziel ist es, nur noch eine Basissoftware zu bieten, an die jeweils vom Kunden benötigte Komponenten über offene APIs (Application Programming Interfaces) angebunden werden können.

Java-Komponenten statt MonolithMit Version 11 von Movex kamen im letzten Jahr dann erstmals zwei Ausführungen auf den Markt: die erste in Java geschriebene ERP-Software "Next Generation" (Nextgen) sowie der Nachfolger der bisherigen in RPG geschriebenen AS/400-Suite "This Generation" (Thisgen). Nextgens Geschäftslogik ist in rund 1000 Java-Komponenten aufgebrochen und steht in einem zentralen Repository zur Verfügung. Dank des Aufbaus eines strikten Entwicklungsprozesses unter Verwendung der ISO-9001-Richtlinien konnte Intentia nach eigenen Angaben mit Hilfe von Tools fast 90 Prozent des Java-Codes aus dem bisherigen Movex-Design generieren. Dementsprechend bietet Version 11 von Nextgen und Thisgen vergleichbare Funktionalität und Client-Deployment-Optionen, was eine Migration schmackhafter machen soll. Allerdings ist noch für dieses Jahr auch Version 12 von Thisgen angekündigt.

Die parallel zu den Umbauarbeiten am ERP-System verfolgte Plattformstrategie scheint indes nur langsam zu fruchten. Intentia ging im letzten Jahr mit Nextgen erstmals über die AS/400-Plattfom hinaus und portierte die Suite auf Windows NT sowie auf AIX. Laut dem Brancheninformationsdienst "Computergram" haben die Schweden jedoch seit dem zweiten Quartal 1999 keinen einzigen Neukunden präsentieren können, der das ERP-System lieber auf NT oder AIX nutzen will.

Thomas Ahlerup, Chief Information Officer bei Intentia, sieht jedoch keine Absatzprobleme und verweist auf eine Reihe von Pilotanwendungen, die bald der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen. Insbesondere für NT gebe es hierbei eine große Nachfrage. Außerdem meldete der Hersteller dieser Tage ein Abkommen mit Sun Microsystems, das die Portierung von Nextgen nun auch auf dessen Unix-Version "Solaris" zum Ziel hat. Als passendes Datenbanksystem zum Bundle empfiehlt der ERP-Anbieter "Oracle 8i". Sun seinerseits bietet Unterstützung bei Marketing, Implementierung und Service. Intentia hofft nun, dank Solaris die Umsätze in Branchen wie Handel, Konsumgüter-, Pharma- und Prozessindustrie anzukurbeln. Pläne, die die Unterstützung weiterer Unix-Systeme und von Linux vorsahen, sind hingegen vorerst vom Tisch.