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04.07.1980 - 

Software-Entwicklung erfordert Profis:

Interaktiv Kosten sparen

Sinkende Hardwarepreise und parallel dazu steigende Kosten für die sehr personalintensive Software-Entwicklung haben die Relation von Hardware- und Softwarekosten beim Kauf eines Rechners in letzter Zeit so stark gewandelt, daß immer mehr das Augenmerk auf mögliche Ersparnisse in der Software-Entwicklung gerichtet wird. Ein konsequenter Weg in diese Richtung, den Data General auch schon seit Jahren geht und immer weiter entwickelt, heißt "Programmieren im Dialog".

Im Zuge der Entwicklung, die sich in den letzten zwei Jahrzehnten vollzogen hat, von der handgestrickten Software durch "Softwarekünstler" zu einer exakten Untersuchung und Verwissenschaftlichung zum sogenannten Software-Engineering hat man eine Vielzahl von Verfahren zur rationellen Softwareentwicklung erprobt.

In jeder der drei Phasen der Softwareentwicklung: Spezifikation, Entwurf und Realisierung gibt es inzwischen Ansätze, durch entsprechende Werkzeuge rationellere Arbeitstechniken zu unterstützen. Da jedoch die Phase der Realisierung mit Programmierung und Test bisher den größten Zeitanteil ausgemacht hat, war die zu beobachtende Entwicklung natürlich, daß EDV-Hersteller das größte Augenmerk auf eine wirkungsvolle Rationalisierung in der dritten Phase legten.

Einen idealen Ansatzpunkt für solche Bestrebungen bietet meiner Ansicht nach Cobol, eine Sprache, die lange Zeit nur für Batch-Programmierung angewandt wurde. Sie erfordert einen relativ hohen Schreibaufwand, als Preis für die gute Lesbarkeit. Dieser führt zwangsläufig zu einer höheren Codierfehlerquote. Der Weg über Preprozessoren hat sich nicht unbedingt als das Nonplusultra erwiesen. Deshalb hat man in unserem Hause neben vielen interaktiven Programmhilfen und der Konzeption von "Dialogsystemen" auch ein Hauptaugenmerk auf interaktive Programmierung in Cobol gerichtet. Das geht heute so weit, daß nicht nur die Programmeingabe in Cobol erfolgt und ein interaktiver Debugger als Testhilfe zur Verfügung steht. Es gibt in der Zwischenzeit Cobol-Programm-Generatoren, die in einem Dialog den Benutzer nach seinen Wünschen fragen und daraus ein fertiges Cobol-Programm konstruieren.

Natürlich führt eine solche interaktive Programmentwicklung dazu, daß man verstärkt die Möglichkeiten des Datenschutzes berücksichtigen muß, die früher speziell bei Minicomputern etwas vernachlässigt wurden.

Die interaktive Programmierung am Bildschirm, die Programmerstellung und -test ohne jegliche Wartezeiten im ständigen Dialog mit dem Computer ermöglichen, wird es in Zukunft nicht sinnvoll erscheinen lassen, daß ein völliger Laie zur Programmierung herangezogen wird. Obwohl solche Werkzeuge sehr benutzerfreundlich und sehr leicht zu handhaben sind, sollte nicht aus den Augen verloren werden, daß sie in der Hauptsache dazu dienen, die Phase der Realisierung und des Testens zu reduzieren und dadurch zu einer erheblichen Kostenersparnis beizutragen. Nebenbei kann es natürlich auch noch ein ideales Werkzeug sein um einheitliche Programmiernormen innerhalb des Betriebes konsequent durchzuhalten. Jedoch sollte man dabei nicht auf die Kenntnisse eines gut ausgebildeten Programmierers verzichten.