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17.10.1975 - 

Programm-Entwicklung-Terminal-System Softlab-PET soll Produktivität um 50 Prozent steigern

Interaktiver Programmierplatz für 1000 Mark im Monat

MÜNCHEN - Mit dem neuen Programmierer-Entwicklungs-Terminal System Softlab-PET, das das Münchner Software- und Systemhaus Softlab auf der Systems 75 erstmals der Öffentlichkeit vorstellen wird, soll die Produktivität bei Systementwicklung und Programmierung um durchschnittlich 50 Prozent gesteigert werden können. Insbesondere wenn beim interaktiven Arbeiten am Bildschirm nach den vom PET-System unterstützten Methoden der hierarchischen Modularisierung und strukturierten Programmierung vorgegangen wird, kann die Produktivitätssteigerung noch erheblich darüber liegen. Sie rechtfertige in jedem Fall die Kosten von durchschnittlich monatlich 1000 Mark für den interaktiven Programmierplatz. Während das Online-Programmieren mit Großsystemen - etwa mit TSO der IBM - bisher - nach Softlab-Angaben über Mittelwerte aus US-Erfahrung - etwa 50 Dollar pro Stunde kostete und damit meist erheblich zu teuer war, ist mit dem Stand-Alone System für die Programmierabteilung Softlab-PET eine Kostenreduzierung um den Faktor 10 erzielt worden.

Kern des Systems ist ein Philips X 1150 Datensammelsystem mit 72 K, 2 Platten mit je 2,5 Mio Bytes und 6 Terminals. Monatsmiete: etwa 6000 Mark, davon Software-Anteil 1500 Mark.

Für die Programmierung in Assembler und COBOL (Fortran und PL 1 sind geplant) liefert das System am Bildschirm (80 Zeichen Breite) alle Formalismen-Vorgaben, so daß nur noch Statements - automatisch an der richtigen Spalte - eingetippt werden müssen, wobei mächtige Editier-Such- und Formatierungshilfen zur Verfügung stehen. So werden zu Jedem Suchbegriff (zum Beispiel Befehl oder Dateinahme) die entsprechenden Kodierzeilen angezeigt.

Struktogramme auf dem Schirm

Für Top Down-Design wurde eine Struktursprache entwickelt, welche auf dem Terminal automatisch den gerade aktuellen für den Programmierer relevanten Strukturausschnitt zeigt (High Level-Struktogramm) und ihn auch im Dialog bei der strukturierten Programmentwicklung führt (zum Beispiel Taste W für "While", Taste I für "IF-Then-Else"). PET sorgt dafür, daß ausschließlich die in der endgültigen Programmiersprache formulierten Programmteile in der richtigen Reihenfolge zur Compilation an den Großrechner gegeben werden. Das geschieht entweder durch Übergabe eines Bandes oder aber durch DFÜ-Anschluß.

Zum System gehört auch ein Drucker, für den verschiedene Selektions- und Aufbereitungsmöglichkeiten (einschließlich Ausdruck der Struktogramme) zur Verfügung stehen. Der Anschluß einer Großplatte für eine umfangreiche Bibliothek von Programmen und Bausteinen ist möglich.

Das mit einem Zuschuß des BMFT in Höhe von 400 000 Mark geförderte, angeblich weltweit erste System dieser Art wurde von Softlab-Gesellschafter Harald Wieler (38) (mit einem Team in gut fünf Mannjahren) entwickelt, der aus seiner Zeit bei Siemens (1963 bis 1971) auch als "Vater des BS 1000" gilt. "Wir haben," so Wieler, "als die ersten Moduln fertig waren, zur Entwicklung der PET-Bedienungsprozeduren und der Nachrichtenvermittlung zwischen Einzelbenutzern bereits PET zur "Programmierung von sich selber" genutzt und dabei mit einer ungleich höheren Effizienz als bei der üblichen Methode gearbeitet."

Softlab-PET wird ab Frühjahr 1976 ausgeliefert. Das Marketing sieht vor, daß jährlich mindestens 50 Systeme abgesetzt werden. (Siehe auch Software - Seite 12.)