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Interaktives Programmieren

30.07.1976

Alle großen Hersteller bieten heute Systemsoftware für die interaktive Programmierung an. Der Trend zur Computerunterstützung für Routinearbeiten verschont nicht das System-Design und die Programm-Codierung.

So gibt es bei IBM verschiedene Softwarepakete. Für große OS-Maschinen wird TSO (Time Sharing Option) angeboten, für das VM-Betriebssystem gibt es CMS (Conversational Monitor System), DOS-Anwender können ETSS (Entry Time Sharing System) nutzen. Bei Univac heißt das entsprechende Programmpaket RTIO (Remote Terminal Input Output), verfügbar für Systeme ab 90/60. Bei Honeywell gibt es dergleichen im TSS (Time Sharing Satzsystem) für das System 66, ebenso ein IAP-Feature (Interactive Program Development) für das System 64. Daneben gibt es entsprechende hersteller-unabhängige Software für IBM-Anwender- etwa ROSCOE von Computer Program Products (CPP, vormals bei CAP). Ferner wird in der Bundesrepublik als wohl weltweit einziges System dieser Art von Softlab/ Philips das Programmentwicklungs-Terminalsystem PET/ X 1150 angeboten, als ein Dedicated System für Systemanalyse und Programmierung, das stand alone in der EDV-Abteilung steht - mit DFÜ-Anschluß an den Großrechner.

Verschiedene Alternativen stehen also bereit, indes, die EDV-Abteilungen haben meist die Medizin nicht genommen, die sie stets anderen verschreiben. Möglichkeiten für das interaktive Programmieren gibt es, kaum einer nutzt sie.

Im Herbst 1975 machte die Infratest Wirtschaftsforschung GmbH, München, eine Erhebung bei einer repräsentativen Gruppe von Anwendern mit Anlagen der Mittelklasse und größer. Dabei ergab sich, daß vom Zeitaufwand beim Programmieren im Mittelwert 21 Prozent auf die Problemdefinition entfallen, ferner 21 Prozent auf die Programmplanung, 19 Prozent auf die Codierung, 7 Prozent auf Übersetzungen, 22 Prozent auf Programmtests und 10 Prozent auf die Programmdokumentation. Interaktives Programmieren könnte hier für eine Umstellung sorgen. Mehr Zeit stünde für Programmdokumentation und für die Planungsphase zur Verfügung, wenn die Routine bei Codierung, Test- und Berichtswesen automatisiert werden könnte und die Zahl der Compilierungen wegen formaler Fehler und trivialer Irrtümer durch Formatprüfungen und Syntax-Checkout verringert würde. Weitere Vorteile des Programmierens im Dialog liegen auf der Hand: Komfortabler Zugriff auf alle Programmiervorgaben, Programmtexte und Dokumentationen. Weniger Wartezeiten auf Locharbeiten und Testläufe und schließlich ein Ende mit dem zeitraubenden Einarbeiten in mangelhaft strukturierte und meist schlecht dokumentierte Fremdprogramme.

Der Einwand, daß das alles nicht umsonst sei, ist sicher richtig. Nur, wer hat denn schon eine Kosten/Nutzen-Analyse für seine Abteilung gemacht? Es wird doch wohl Zeit, daß man sich mit den Möglichkeiten des interaktiven Programmierens und seinen Kosten etwas beschäftigt.

Die COMPUTERWOCHE will gerne Forum für den Erfahrungsaustausch sein.