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21.11.1975

Interaktives Programmieren als Systems-Schlager

Eine Woche lang und unermüdlich demonstrierte die charmante Spezialistin des Softlabs, München, Frau Dr. Christine Floyd - umringt von Trauben von Fachleuten - auf dem Systems-Stand des Software-Hauses das Programm-Entwicklungs-Terminal-System PET (siehe auch CW Nr. 42 vom 17. Oktober 75 "lnteraktiver Programmierplatz für monatlich 1000 Mark") .

Das neue PET-Verfahren erlaubt, im Dialog die Produktivität von Programmierern - bei Nutzung moderner Methoden der Software-Technologie - angeblich auf das Doppelte zu steigern (Hardware: Philips X 1150 Datensammelsystem).

Demo-Ergebnis: Nahezu übereinstimmende Faszination bei der Fachwelt, die auch bei CW-Nachfragen Tage darauf am Arbeitsplatz noch anhielt. Sind statt Schablone, Zettel und Bleistift nunmehr Funktionstasten am Bildschirm die künftigen Werkzeuge der Programmierer?

Wolfgang Koppmeyer

Leiter der Organisation Schubert & Salzer Maschinenbau AG, Ingolstadt

In unserem Hause wird derzeit nach einer Möglichkeit gesucht, neue Anwendungsgebiete für bereits vorhandene Hardware zu finden. Zudem suchen wir ein Konzept, das eine effizientere Programmierung realisiert.

Die Tendenz unseres Hauses geht weg vom Sammelsystem zum Belegleser. Die derzeit bereits eingesetzten Philips-Geräte X 1150 bieten die optimale Voraussetzung, um das neue Softlab-Konzept zu verwirklichen.

Ganz sicher können wir so "zwei Fliegen mit einer Klappe" schlagen: Die Hardware ist vorhanden, und wenn die Anfangsschwierigkeiten beseitigt sind wird es nur noch ein kleines Problem sein, zusätzlich einen Drucker anzuschließen und unsere gesamte Programmierung über dieses PET-System zu steuern, da wir bereits seit einem Jahr unsere gesamte Software in Cobol schreiben.

Zwar haben wir uns bereits ähnliche Systeme wie zum Beispiel Stico von ZEDA angesehen, sind jedoch davon überzeugt, mit diesen Methoden dem Programmierer eine so strenge Zwangsjacke anzulegen, daß er kaum noch Chancen hat, auf dem Markt unterzukommen sollte er unser Unternehmen nach einigen Jahren verlassen. Das Softlab-Konzept aber bietet ihm die Möglichkeit, sich auf seine ursprünglichen Aufgaben konzentrieren zu können und den lästigen und zeitaufwendigen Formalismus in den Hintergrund zu stellen. Ein weiterer Vorteil dieses Konzeptes liegt in der Einsparung teuerer Computer zeit da hier die Formalfehler bereits auf einem Subsystem beseitigt werden.

Einziges "Problem" über das in unserem Hause schon viel gelacht wurde: Sollten wir das System PET einsetzen, müssen wir unsere Herren Programmierer auf einen Schreibmaschinenkurs schicken.

Dr. Reinhold Fischer

Leiter Organisation und DV, Jagenberg-Werke AG, Düsseldorf

Dieses System gehört zweifellos einer "Dritten Software-Generation" an. Der Ansatz hierzu zeigte sich ja bereits im Barch-System der Quellendeckverwaltung, das wir bereits seit Jahren fahren - es hat sich bereits seit dem ersten Release-Wechsel bezahlt gemacht.

Neu bei PET ist die Online-Quellendeckverwaltung mit einer Art Listverwaltung. Der nächste Schritt der Entwicklung geht sicher dahin, daß die Liste nicht mehr ausgedruckt, sondern umgewandelt wird so daß lediglich eine Fehlerliste geschrieben wird - das Programm kann man ja ansehen.

Zukunftweisend ist die Dialogprogrammierung.

Interessant war für mich die Tatsache, daß erstmals von Hersteller-Seite eine praktische Möglichkeit angeboten wird ohne daß er mit einem "dicken" Konzept ankommt.

Der konventionelle Programmierer wird sich durch dieses Konzept wahrscheinlich in eine Art "Zwangsjacke" gedrängt fühlen - nicht aber der erstklassige Mann, denn der denkt ohnedies in dieser Richtung.

Meiner Meinung nach wird sich dieses System wesentlich schneller durchsetzen, als man vermutet.

Heide Adam

Projektleiterin Programmierung, Siemens AG, München

Ähnlich wie dieses System arbeitet, programmieren bereits mehr Leute nur weiß es derjenige nicht.

Meiner Meinung nacht geht die wirtschaftliche und effiziente Programmierung künftig zwangsläufig mehr und mehr dazu über, softwarestrukturierter zu erstellen als bisher. Die alten Programmierverfahren brachten doch nur ein "heilloses Durcheinander". Ganz generell besteht auch heute noch das Problem, zu erkennen, wo der Anfang und wo das Ende eines Programmes ist, wenn ein anderer Mitarbeiter sich mit der Materie beschäftigen soll. Allein durch den Einsatz der strukturierten Programmierung - durch das feste Konzept der Nasy-Shneidermann-Diagramme - ist der Programmierer daran gebunden, sich an gewisse Richtlinien zu halten. Ob dieses System nun die "allheilende Medizin" für bestehende Programmierprobleme ist, läßt sich anzweifeln. Sicherlich wird dem Mitarbeiter ein ganz klarer Weg der Programmierung aufgezeigt - nur sollte man dabei nicht vergessen, daß die Probleme nicht allein in der Neuprogrammierung liegen. In unserer Projektgruppe gilt es allein über 200 bestehende Programme zu pflegen.

Es wird sehr viel Neues zur Zeit auf dem Software-Markt angeboten, so daß man langsam mit der Begeisterung zurückhält. Strukturierte Programmierung ja, nur ob sich die Arbeitsweise dieses Systems durchsetzen wird?

Hans-Jörg Mosner Organisationsleiter, Ralph-Modelle, München

Unser Unternehmen befindet sich derzeit in einer radikalen Umstellungsphase. Die gesamte EDV-Abteilung - Hardware und Software - soll neueren Technologien angepaßt werden. Möglichkeit, möglichst schnell und fehlerfrei zu programmieren.

Die von Softlab demonstrierte Art zu programmieren, finde ich ausgezeichnet. Nur benötigt man dazu nicht unbedingt diese Hard- und Software. Zusammen mit dem Hersteller unserer Hardware - Honeywell Bull - haben wir ein ähnliches Konzept erarbeitet. Zwar gibt es bei uns auch weiterhin Bleistift, Papier und Radiergummi, das Endprodukt des Grundkonzeptes ist ähnlich wie bei diesem System, allerdings nicht so komfortabel. Auch wir können alle Partitions auswechseln, neu einfügen, verschieben oder eliminieren.

Diese neue Programmiermethode wurde ich ganz eindeutig in eine "Dritte Software-Generation einreihen". Noch ist sie nicht vollkommen - es mußte eine Makrosprache geben, die selbständig dahin arbeitet, daß durch stichwortartig eingegebene Probleme Programme in die einzelnen Schritte aufgelöst werden. Ganz sicher gibt es neue Wege der Programmierung - zumindest wird man an Möglichkeiten erinnert, die durch die tägliche Routinearbeit einfach in Vergessenheit geraten sind.