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08.05.1998 - 

Verband fordert Ausgliederung des Telekom-Netzes

Interconnection-Tarife für Wiederverkäufer umstritten

08.05.1998

Der Streit zwischen der Telekom und der Bonner Regulierungsbehörde um die Ausgestaltung des liberalisierten TK-Marktes geht in die nächste Runde. Nach dem Disput über die Preselection-Gebühren haben sich die beiden Kontrahenten nun wegen der Interconnection-Tarife in der Wolle. Bei diesen handelt es sich um Gebühren, die ein Anbieter von Telefondiensten zahlen muß, wenn er seinen Verkehr über das Netz der Telekom transportiert.

Die jüngste Auseinandersetzung entstand, als Mannesmann Arcor und die Telekom bei der Regulierungsbehörde anfragten, ob für reine Wiederverkäufer wie die Mobilcom AG ebenfalls die Interconnection-Tarife zwingend gelten. Klaus-Dieter Scheurle, Präsident der Regulierungsbehörde, stellte daraufhin klar, daß im Telekommunikationsgesetz eindeutig geregelt sei, wer Anspruch auf die Interconnection-Tarife habe: Nämlich die Anbieter, die auch über eigene Netze verfügen. Ansonsten stehe es den Vertragspartnern frei, die Konditionen auszuhandeln. Eine Äußerung, die Kenner des Bonner Parketts dahingehend interpretieren, daß die Telekom selbst schuld sei, wenn sie reinen Resellern Netzkapazitäten zum Interconnection-Tarif verkaufe.

Entsprechend hart reagierte denn auch der Bonner Carrier, der seit Anfang des Jahres etwa zwei Prozent Marktanteil verlor, auf die Äußerungen Scheurles. Dieser wolle nur von der ordnungspolitischen Fehlentwicklung ablenken, die er zu verantworten habe. Schließlich habe seine Behörde über 80 Unternehmen Netzbetreiberkennzahlen zugewiesen, ohne zu prüfen, ob diese überhaupt eine eigene Infrastruktur aufbauen wollen.

Angesichts des Gezänks fordert der Deutsche Verband für Post und Telekommunikation, besser bekannt unter seinem früheren Namen als Verband der Postbenutzer, die Infrastruktur der Telekom in eine unabhängige Betreibergesellschaft auszugliedern. Auf diese Weise müsse der Carrier dann wie jeder andere Anbieter Leitungen anmieten. Zudem, so die Logik des Verbandes, bliebe dem Bonner Exmonpolisten dann auch erspart, durch Investitionen in die eigenen Netze den Wettbewerb zu subventionieren. Mit dieser These versucht nämlich die Telekom in ihrer Anzeigenserie "Wir machen den Wettbewerb möglich, subventionieren können wir ihn nicht", Stimmung gegen die für sie schmerzhaften Entscheidungen der Regulierungsbehörde zu machen.