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Die Hälfte der Bundesbürger bleibt offline

Interesse am Internet flaut ab

14.06.2002
MÜNCHEN (CW) - Im Mai 2002 nutzten 26,7 Millionen Menschen in Deutschland das Internet. Das sind laut einer Umfrage der Marktforscher von TNS Emnid zwar drei Millionen mehr als vor einem Jahr. Rund 50 Prozent der deutschen Bevölkerung haben jedoch nach wie vor nicht die Absicht, sich einen Online-Zugang anzuschaffen. Politiker und Wirtschaftsfunktionäre warnen deshalb vor einer digitalen Spaltung der Bundesrepublik.

Laut einer Telefonbefragung von über 30 000 Bundesbürgern durch die Marktforscher von TNS Emnid nimmt das Interesse am Internet ab. So besaßen im vergangenen Monat 41,7 Prozent aller Deutschen über 14 Jahren einen Online-Zugang. 8,2 Prozent der Befragten gaben an, sich bald einen Internet-Anschluss anschaffen zu wollen. Noch vor einem Jahr hatten 10,4 Prozent diese Absicht geäußert. Allerdings realisierte nur etwa die Hälfte diesen Plan. 50,1 Prozent erklärten, dass sie auch künftig auf das World Wide Web verzichten wollten. Das bedeutet, dass etwa 32 Millionen Jugendliche und Erwachsene Internet-frei bleiben möchten.

Die Studie, die gemeinsam mit der Initiative D21 erarbeitet wurde, zeigt deutliche geografische und demografische Gräben innerhalb Deutschlands, was die Internet-Teilnahme betrifft. So nutzten in den alten Bundesländern 43 Prozent der Befragten das Netz, während im Osten Deutschlands lediglich 37 Prozent einen Web-Zugang besaßen. Die Offline-Fraktion der deutschen Bevölkerung ist laut der Umfrage statistisch älter, weiblicher, kommt überwiegend aus ländlichen Gebieten und verfügt über ein niedrigeres Bildungsniveau sowie ein deutlich geringeres Einkommen als die Onliner.

Bildungspolitiker warnen davor, dass sich die digitale Kluft innerhalb der Gesellschaft weiter vertiefen könnte. Während die Gruppe mit Internet-Anschluss ihren Informationsstand stetig ausbauen könne, falle der Anteil der Nicht-Nutzer in Sachen Bildung immer weiter zurück.

Als Hauptgründe für die fehlende Internet-Nutzung nannten die Befragten die zu hohen Kosten sowie fehlende Anleitungen der Anbieter und zu wenig zielgruppenspezifische Inhalte im Netz. Viele Menschen würden außerdem vor der komplizierten Technik zurückscheuen, bedauert Erwin Staudt, IBM-Chef in Deutschland und Mitbegründer der Initiative D21. Dies sei auch ein Hindernis auf dem Weg zu wirtschaftlichem Wachstum und einer Verringerung der Arbeitslosigkeit. Daher müssten Politik und Wirtschaft gemeinsam daran arbeiten, die digitale Spaltung zu überwinden. Wie die Kluft zu überbrücken sei, weiß der IBM-Manager allerdings nicht zu sagen. (ba)

Abb: Digitale Spaltung

50 Prozent der deutschen Bevölkerung kommen ohne Internet aus. Quelle: TNS Emnid