Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

29.06.1984 - 

Im Hinblick auf die Struktur von Btx-Seiten in Externen Rechnern:

Interesse an ER-Darstellungsstandard wächst

Für viele Informationsanbieter wird es nunmehr Ernst mit dem Start in den Bildschirmtext-Dienst. Insbesondere die Betreiber von Externen Rechnern sind von dem Wechsel zwischen Feldversuch und Dienst in zweifacher Hinsicht betroffen: Für sie heißt es seit neuestem, nicht nur die bunten Bilder im neuen CEPT-Standard bereitzuhalten, sondern auch die Datenübertragung nach den neuen Protokollvorschriften zu organisieren.

Trotz aller Ansätze und Ideen, die zu diesem Thema bislang veröffentlicht wurden existiert zur Zeit noch kein griffiger Standard für die Darstellung von Btx-Seiten in Externen Rechnern (ER). Dabei gibt es einen durchaus guten Ansatzpunkt für eine Standardisierung: Die Deutsche Bundespost hat für die Überarbeitung von Btx-Seiten ohne Benutzerführung ein spezielles Datenformat vorgegeben, das Informationsanbieter benutzen müssen, um Btx-Seiten in die Datenbank der Btx-Leitzentrale in Ulm einzubringen. Dieses Datenformat heißt Bulk-Update-Format. Es enthält neben dem eigentlichen Inhalt und der Feldstruktur einer Btx-Seite auch die erforderlichen Daten für deren Verwaltung (Angaben über Zugriffsprüfungen im Rahmen geschlossener Benutzergruppen, Auswahlmöglichkeiten, Freigabe- und Sperrvermerke etc.).

Bulk-Update-Format oft nicht ausreichend

Dieses Bulk-Update-Format ist in einigen Fällen auch für Externe Rechner geeignet: Dann nämlich, wenn es sich um Informationsseiten handelt, deren Inhalt statisch ist und die deshalb keine Bearbeitung durch ein spezielles Benutzerprogramm benötigen. Es reicht auch immer dann aus, wenn im Externen Rechner auf eine EHKP6-gerechte Strukturierung des Bildschirminhalts verzichtet wird. Das Bulk-Update-Format der Post enthält nämlich die auf dem Bildschirm sichtbare Information, den sogenannten Aufbaucode, als unstrukturierten Cept-String. Dadurch wird eine im Sinne von Gebühreneinsparungen optimierte Datenübertragung zwischen Externem Rechner und Btx-Vermittlungsstelle (Btx-Vst) nicht gerade gefördert.

Aus diesen Gründen sind die Informationen des Bulk-Update-Formats für viele ER-Anwendungen nicht ausreichend. So sind beispielsweise zusätzliche Informationen zur Beschreibung von Dialogseiten nötig, mit denen eine individuelle, schritthaltende Verarbeitung der eingegebenen Daten verbunden ist. Weitere Zusatzinformationen sind erforderlich, wenn auch ohne den Einsatz von Format-Service-Seiten eine gebührenoptimale Datenübertragung möglich sein soll.

Grundsätzlich kann ein Informationsanbieter diese zusätzlichen Daten auf verschiedenen Wegen mit der Btx-Seite verknüpfen:

- Das Editieren einer Seite geschieht zunächst ohne Rücksicht darauf , ob die Seite im Externen Rechner oder in der Btx-Vst der Post deponiert wird. Erst in einem nachgelagerten Verarbeitungsgang werden die weiteren Informationen für den Externen Rechner hinzugefügt. Diese Form der "Nachbearbeitung" ist nicht immer geeignet, um zu brauchbaren Ergebnissen zu gelangen. Insbesondere erfordert eine nachträgliche Strukturierung des Aufbaucodes einen unverhältnismäßig hohen Verarbeitungsaufwand.

- Die Zusatzinformationen zur Btx-Seite und die EHKP6-gerechte Strukturierung des Aufbaucodes werden im Verlauf des Editiervorgangs erzeugt und mit den anderen Daten des Bulk-Update-Formats verknüpft. Dieser Verfahrensweg führt direkter zum gewünschten Ziel als die zweistufige Bearbeitung einer Btx-Seite. Die dabei erzeugten Zusatzinformationen werden unmittelbar aus den Standard-Bulk-Update-Format angehängt. Die daraus resultierende Datenstruktur heißt nunmehr erweitertes Bulk-Update-Format.

Die Kompatibilität zum Standard-Bulk-Update-Format der Deutschen Bundespost wird dadurch gewahrt, daß die für den Externen Rechner zusätzlich erforderlichen Informationen als Anhang an das letzte Feld angehängt werden. Die von der Post spezifizierten Datenbereiche und Feldinhalte werden weder in ihrer Länge noch in ihrem Inhalt verändert. Das heißt: Durch einfaches Weglassen des Externen Rechner-Anhangs wird aus dem erweiterten Bulk-Update-Format wieder das Standard-Bulk-Update-Format für die Btx-Vermittlungsstellen der Bundespost.

Der an das Bulk-Update-Format angehängte Datenbereich für Externe Rechner enthält verschiedene Angaben, zum Beispiel über den symbolischen Namen der Btx-Seite, die Strukturierung des Aufbaucodes, über Benutzerprogramme, die für die Bearbeitung einer Btx-Seite zuständig sind (pre- und post-processing), codierte Preisangaben etc.

Diese zusätzlichen Informationen werden während des Entwurfs einer Btx-Seite, durch eine einfache Erweiterung des Editiermenüs erfaßt. Das geschieht mit der Abfrage:

- Ist die Btx-Seite für einen Externen Rechner bestimmt? Ja/Nein.

Die Eingabe von "Nein" beendet den Editiervorgang und erzeugt das Bulk-Update-Format gemäß Spezifikation der Bundespost. Die Eingabe von "Ja" führt zu einer Reihe von weiteren Einzelfragen, mit denen Zug um Zug die Daten für das erweiterte Bulk-Update-Format ermittelt werden.

Files bereithalten

Vielfach ist es jedoch sinnvoll, die etwas mühselige Beantwortung von Einzelfragen dadurch zu verkürzen, daß für Seiten, die bestimmten, häufig verwendeten Benutzerprogrammen zugewiesen sind, Standardsätze in Form von Files bereitgehalten werden. Diese Standardsätze enthalten eine Vorbelegung für sämtliche Felder des Externen Rechner-Anhangs. Danach kann der Editiervorgang, sofern keine Änderung der Standardwerte erforderlich sind, beendet werden.

Daß bezüglich einer Vereinheitlichung der Datenstrukturen für Externe Rechner ein großes Interesse besteht, beweist die Tatsache, daß zwischenzeitlich verschiedene EDV-Hersteller und Softwarehäuser, die sich mit Bildschirmtext befassen, bei ihren Entwicklungen auf die vorhandenen Spezifikationen zurückgreifen.

Lothar Witte ist Geschäftsführer der Telenet GmbH, München.