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09.03.1984 - 

Höhere Geschwindigkeiten bei CAD-Anwendungen:

Intergraph beschleunigt mit Zusatzprozessoren

MÜNCHEN (es) - Mit einem CAD-System arbeitet jetzt auch die Linde AG in ihrem Werk Höllriegelskreuth bei München. Bei der Planung komplizierter chemotechnischer Anlagen wie auch bei der Konstruktion chemotechnischer Anlagen kommt es primär auf Wirtschaftlichkeit und Schnelligkeit an. Wichtig ist jedoch auch, daß die Zeichnungen einerseits und die daraus abgeleiteten Tabellen und Listen andererseits fehlerfrei sind.

Das hier eingesetzte System des amerikanischen Herstellers Intergraph, der in der Bundesrepublik mit einer Geschäftsstelle in Frankfurt vertreten ist, spart nach Angaben von Gottfried Hailer, Hauptabteilungsleiter der Zentralen Ingenieurtechnik, beim Entwurf eines komplizierten Wärmeaustauschers beispielsweise, deutlich Zeit: "Jetzt sind wir in etwa fünf bis zehn Mannstunden am Ziel, früher dauerte die gleiche Arbeit etwa 40 bis 200 Mannstunden." Dies sei heute die Voraussetzung dafür, wolle das Unternehmen einen Auftrag nicht an die Konkurrenz verlieren.

Intergraph, deren deutsche Geschäftsstelle von Manfred Siebert geleitet wird, früher Marketingleiter des Bereichs Ingenieurwesen bei Digital Equipment, baut ihre Systeme auf VAX-Rechnern verschiedener Größe auf und erweitert diese dann um eine Reihe eigener Prozessoren, die spezielle Aufgaben bearbeiten.

Sie diene ein eigener File-Prozessor zur schnellen Suche nach Daten während die Zentraleinheit gleichzeitig anderen Aufgaben nachgehen könne. Ein Grafik-Arrayprozessor befaßt sich mit rechenaufwendigen Ermittlungen und Ausblendungen verdeeckter Kanten, wobei er dabei rund zehnmal schneller arbeiten soll als die VAX. Auch beim Anlegen schattierter Bilder wird dieser Prozessor eingesetzt.

Der dritte Zusatzprozessor sorgt dafür, daß der Datenverkehr zwischen der Zentraleinheit und den einzelnen CAD-Arbeitsplätzen, die jeweils zwei Bildschirme besitzen, beschleunigt wird. Der vierte Prozessor schließlich ist ein "Banded-to-Vector-Master-Converter", der Vektordaten in ein für die angeschlossenen elektrostatischen Plotter notwendiges Rasterformat umwandelt. Die einzelnen Arbeitsstationen verfügen daneben zusätzlich noch über eine Reihe von Mikroprozessoren für die lokale Bearbeitung der grafischen Grundfunktionen wie Zoom, Rotation oder 2D-3D-Transformationen.

Laut Sieber können durch das Konzept der verteilten Rechner "an eine VAX doppelt so viel Arbeitsplätze angeschlossen werden" wie bei herkömmlichen Anlagen. Dies sei ein wichtiger Gesichtspunkt, meint der sichtlich auf DEC-Systeme eingeschworene Fachmann: Denn gerade ein CAD-System wachse beim Anwender erfahrungsgemäß viel schneller, als man am Anfang erwartet habe. Erweiterungsmöglichkeiten seien also wichtig.

Intergraph besteht als US-Unternehmen seit 1969 und war anfangs mit Grafikproblemen für die Raumfahrt sowie auf militärischem Gebiet aktiv. Das in Huntsville/Alabama ansässige Unternehmen steigerte in den letzten Jahren seinen Umsatz jeweils um 65 Prozent. Im Geschäftsjahr 1983 erzielte Intergraph einen Umsatz von 252 Millionen Dollar. Der Gewinn nach Steuern stieg auf 29 Millionen nach 13 im Geschäftsjahr 82.

In der Bundesrepublik beschäftigt das Unternehmen zur Zeit rund 40 Mitarbeiter und hat laut Geschäftsführer Sieber etwa 40 Anlagen installiert. Hier, wie auch in den USA ist Intergraph vor allem im Anlagenbau vertreten. In den Vereinigten Staaten liegt ein weiterer Schwerpunkt im Bereich Architektur.