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18.01.1991 - 

Chapter-eleven-Company für 14 Millionen Dollar übernommen

Intergraph greift mit Dazix auf die Sparc-Kundenbasis zu

HUNTSVILLE/MÜNCHEN (see) - Die Intergraph Corp. aus Huntsville, Alabama, Hersteller von Grafik-Workstations für CAD/CAM-Anwendungen, will mit der Übernahme der finanziell manövrierunfähigen Dazix Corp. an die Weltspitze im Bereich Electronic Design Automation (EDA) aufrücken.

Für 14 Millionen Dollar geht die erst 1989 aus den beiden Unternehmen Daisy und Cadnetix entstandene Dazix an Intergraph. Der Intergraph-Bereich Elektronik wird mit Dazix organisatorisch verschmolzen und eigenständig als "Dazix, An Intergraph Company" mit Hauptsitz im kalifornischen Sunnyvale im Markt für EDA-Systeme tätig sein, heißt es in einer Mitteilung des Mutterkonzerns. Unter dem Begriff EDA werden komplette Systeme zum Entwurf, zur Simulation und Überprüfung sowie zum Test und zur Produktion von Leiterplatten und Halbleiter-Komponenten wie Standard-ICs, ASICs und Hybriden subsumiert.

Führungsspitze stammt von Intergraph

Die Führungsspitze des neuen Tochterunternehmens rekrutiert sich bis auf weiteres aus dem Top-Management von Intergraph. So übernimmt deren Präsident Eliott James zusätzlich die Verantwortung für das Tagesgeschäft von Dazix, bis ein eigener Präsident ernannt ist. Trevor Postlethwaite wechselt von seiner bisherigen Funktion als Vice-President von Intergraphs "Mid-World-Region" in die Position eines Vice-President mit der Verantwortung für die weltweiten Verkaufs- und Marketing-Aktivitäten von Dazix. Jeff Edson schließlich, bisher Direktor von Intergraphs Electronics Business Unit, bekleidet die gleiche Funktion künftig in dem neuen Unternehmen. Weitere Ernennungen kündigte James für die nahe Zukunft an.

EDA-Applikationen werden umgestrickt

Die weltweit rund 10 000 Dazix-Kunden können sich nach Auskunft von Randall Coppersmith, Vice-President Worldwide Marketing von Intergraph, darauf verlassen, daß ihre Installationen geschätzt werden. Die Dazix-Systeme laufen zum größten Teil mit Workstations auf Basis der Sparc-Architektur von Sun Microsystems; ein geringerer Teil des Bestandes verwendet Intel-Prozessoren. Intergraphs eigenentwickelte Clipper-Workstations basieren auf einer anderen Adaption der RISC-Technologie. Wie das Unternehmen jetzt bekanntgab, sollen alle EDA-Applikationen für die Sparc-Prozessoren umgestrickt werden. Dazix-Kunden, heißt es bei Intergraph, erhalten dadurch die Möglichkeit der Wahl zwischen zwei Anwendungsplattformen.

Im Gegenzug werden die Dazix-Anwendungen in die Intergraph-Entwicklungsumgebung "Simultaneous Engineering Environment" (SEE) eingebunden. Das Konstrukt enthält eine offene Schnittstelle, eine gemeinsame Datenbank und eine auf allen Anwendungsebenen von der Konzeption bis zur Fertigung einheitliche Benutzeroberfläche, heißt es beim Anbieter. Weitere Details über die strategische Ausrichtung und das Produktangebot der neuen Dazix will Intergraph-CEO James Meadlock Ende Januar bekanntgeben.

Abwartend bis positiv beurteilen Intergraph-Anwender den Deal. So fühlt sich etwa Günter Fleck, System Manager bei der Bayer Diagnostik GmbH in München, mit seinen Clipper-Workstations im Anwendungsbereich Leiterplatten-Entflechtung vorderhand dadurch auf der sicheren Seite, daß nach seiner Ansicht "... die Implementierung der Intergraph-Systeme auf Sparc-Workstations nicht kurzfristig möglich ..." sein wird.

Vor 1992, schätzt Fleck, werden die Portierungen nicht abgeschlossen sein. Vorerst will er noch nicht abschätzen, ob und wie weit er von den Ankündigungen betroffen sein wird, schließt aber auf lange Sicht einen Wechsel auf die Sparc-Plattform nicht aus.

Während Gert Kistner, Abteilungsleiter Leiterplattentechnik im CAD-Bereich bei der VDO Adolf Schindling AG in Schwalbach, eine Migration von Clipper auf Sparc in absehbarer Zeit ausschließt und sich daher von der Ankündigung nicht betroffen sieht, beurteilt ein leitender technischer Angestellter der Hildesheimer Blaupunkt AG den Deal durchweg positiv.

Hätte es bereits früher die Möglichkeit gegeben, Intergraphs EDA-Anwendungen in einer faktisch standardisierten Umgebung zu implementieren, hätte man sich gleich für Sparc anstelle von Clipper entschieden. So aber werde man sich sicherlich in naher Zukunft umstellen.