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24.09.1999 - 

Umsatz mehr als verdoppelt

Internationalisierung beschert Brokat ein weiteres dickes Minus

STUTTGART (CW) - Ein kräftiges Umsatzplus erzielte die Brokat Infosystems AG im Geschäftsjahr 1998/99. Im Zuge der internationalen Expansion verdoppelte der Stuttgarter Anbieter von E-Banking- und E-Business-Lösungen allerdings auch seine Verluste. Frisches Kapital soll im nächsten Jahr ein Listing an der Nasdaq bringen.

Mit einem Umsatzsprung von 29,6 auf 61,4 Millionen Mark konnte Brokat im Geschäftsjahr 1998/99 (Ende: 30. Juni) den Umsatz um 107 Prozent steigern. Zufrieden zeigte sich Vorstandssprecher und CEO Stefan Röver auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart vor allem damit, daß das Plus überwiegend aus organischem Wachstum stamme. Hohe Investitionen in den Ausbau des internationalen Geschäfts trieben allerdings auch die Verluste auf eine neue Höchstmarke. Nach 8,1 Millionen Mark in 1997/98 kletterte das Minus im letzten Geschäftsjahr auf 19,9 Millionen Mark. Neue Niederlassungen eröffneten die Schwaben in Frankreich, Schweden und Ungarn. Weltweit ist Brokat heute mit 512 Mitarbeitern in 14 Ländern präsent. Parallel dazu stieg der Auslandsumsatz im letzten Geschäftsjahr von zehn auf 17,5 Millionen Mark.

US-Markt konnte noch nicht erobert werden

Lange nicht so geschmiert laufen indes die Geschäfte der schwäbischen Softwareschmiede in den USA, wo scharfe Wettbewerber wie Tipco und S1 im insgesamt stark fragmentierten Markt für E-Business-Lösungen mitmischen. Den US-Marktanteil von Brokat schätzt Röver auf unter fünf Prozent, während man sich hierzulande sowie in Europa mit 80 beziehungsweise 50 Prozent Marktanteil schon als führender Anbieter sieht. Das Unternehmen müsse jetzt in den USA schnell seine "Startposition" ausbauen, hieß es. Um im US-Markt Fuß zu fassen, übernahm Brokat im Mai dieses Jahres den E-Finance-Anbieter TST Inc. in Atlanta. 33 Millionen Mark ließen sich die Schwaben die Akquisition kosten.

Ausschlaggebend bei der Übernahme des Leipziger Software-Entwicklers MeTechnology war dagegen ein technologischer Zugewinn im Bereich E-Services-Plattformen. Zufrieden zeigte sich Brokat-Chef Röver dabei über den Wandel des Unternehmens zum Produkthaus. So stieg das "margenstarke" Lizenzgeschäft im letzten Geschäftsjahr von 7,1 auf 21,1 Millionen Mark. Diese Entwicklung wollen die Brokat-Lenker auch in den nächsten Monaten vorantreiben. Starke Wachstumsimpulse erwarten sich die Stuttgarter auch von E-Business-Lösungen im SAP-Umfeld. Forciert werden soll zudem das Partnernetz, dem bereits Unternehmen wie Sun, Hewlett-Packard (HP), Siemens Business Services und Heyde angehören.

In den nächsten fünf Jahren peilen die Schwaben ein Umsatzplus von jeweils 70 Prozent an. Bedeckt hielten sich die Brokat-Verantwortlichen jedoch zur weiteren Ertragslage des 1994 gegründeten Unternehmens. "Wir verlassen uns hier auf die Analystenmeinung", erklärte Röver. Demnach kann im Jahr 2001 mit dem Break-even gerechnet werden. Im Kampf um die "internationale Marktführerschaft" müsse Brokat auch im Jahr 2000 "deutlich investieren". Bereits seit Monaten schiebt das Unternehmen deshalb eine Kapitalerhöhung zur Übernahme eines US-Players vor sich her. Um weitere Akquisitionen stemmen zu können und die Präsenz in den USA zu erhöhen, plant Brokat zudem im ersten Halbjahr 2000 eine Notierung an der New Yorker Nasdaq.