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29.08.1997 - 

Mängel bei der Sprachkommunikation

Internet-Anbieter locken mit virtuellen Netzen

Stimmen die Prognosen der Marktforscher von der britischen Schema Ltd., entwickelt sich der Markt für VPN-Dienste zu einem veritablen Geschäft. Mit intelligenten Netzen - der Basis für Dienste wie VPNs, Calling-Cards und Rufnummern-Services - wurden im vergangenen Jahr europaweit rund 4,4 Milliarden Dollar umgesetzt. Dieser Wert schwillt auf 15 Milliarden Dollar im Jahr 2002 an, wobei mit 37 Prozent der Löwenanteil auf die VPNs entfällt. Verständlich, daß sich Internet-Anbieter von diesem 5,5-Milliarden-Dollar-Kuchen eine Scheibe abschneiden möchten.

Doch derzeit zielen die Internet-basierten Lösungen noch auf Anwendungen, die der eigentlichen Definition eines VPNs nicht gerecht werden. Vom US-Carrier Sprint Ende der achtziger Jahre kreiert, sind VPNs ursprünglich unternehmensweite Netze für die Kommunikation mit Niederlassungen und Kunden. Anwender unterhalten dabei keine eigene Infrastruktur, sondern nutzen das TK-Netz des Carriers.

"Das wesentliche Merkmal eines VPNs ist, daß nicht definierte Bandbreiten, sondern Dienste bezogen werden", erklärt Wolfgang Brockhaus, geschäftsführender Gesellschafter der Pecos Internationale Telekommunikations Services GmbH in Hamburg. An die Provider tritt der Kunde beispielsweise mit den Wunsch heran, eine LAN-LAN-Kopplung mit einer garantierten Bandbreite von 256 Kbit/s und vier Sprachkanälen mit definierter Qualität einzurichten. "Wie der Provider Verfügbarkeit, Qualität und Leistung sicherstellt, ist seine Sache", erläutert Brockhaus.

Gerade bei diesen Punkten haben die Anbieter von VPN-Produkten für das Internet Schwächen. "Im Verantwortungsbereich eines Internet-Providers liegen nur der Zugangsknoten und sein eigenes Backbone. Auf die nachfolgende Übertragungswege hat er keinen Einfluß", beschreibt der Pecos-Manager die Nachteile der VPN-Offerten auf Internet-Basis.

Weil das Internet zudem Sprache in nur begrenzter Qualität transportiert, ist ein auf das Web aufsetzendes VPN allenfalls für die interne Kommunikation, keineswegs jedoch für den fernmündlichen Kundenkontakt geeignet. Altbekannte Defizite kommen auch bezüglich der Sicherheitsmechanismen zum Tragen, an deren Behebung etwa die Internet Engineering Task Force (IETF) arbeitet (siehe folgende Seite).

Dennoch plädiert Brockhaus für eine Kombination aus herkömmlichen und Internet-gestützten Verfahren: "Eine Internet-Anwendung kann sehr wohl Bestandteil eines VPNs sein", so der Hanseat. So ließen sich etwa für Heimarbeiter und Außendienstmitarbeiter mit Internet-Zugang geschlossene Benutzergruppen einrichten. Natürlich gebe es dabei keine absolute Sicherheit, doch aufgrund der wirtschaftlichen Vorteile, da ist sich der Pecos-Geschäftsführer sicher, werden Internet-basierte Plattformen zunehmend Anwendung in den Unternehmen finden.