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19.05.2000 - 

Angst vor staatlichen Regelungen geht um

Internet-Branche versucht Datenschutz-Offensive

FRAMINGHAM (IDG) - Die Anbietervereinigung Netcoalition hat Internet-Companies dringend dazu aufgerufen, den Schutz der Privatsphäre ernster zu nehmen. Grund ist die Befürchtung, dass die anhaltende Gleichgültigkeit vieler Dotcoms das Geschäft schädigen und zu unangenehm strengen gesetzlichen Regelungen führen könnte.

Um die Bedeutung des Aufrufs zu unterstreichen, wurde er in Form eines Briefes von Firmenchef zu Firmenchef an 400 Internet-Companies verschickt. Unterschrieben hatten ihn zehn CEOs der in der Interessenvertretung Netcoalition organisierten Mitgliedsunternehmen, unter ihnen Amazon.com, Ebay, American Online und Lycos. Erste Reaktionen aus der Branche kritisieren die Vorschläge (siehe Kasten) als überzogen.

Andere Branchenkenner fordern dagegen immer dringlicher, die Befürchtungen der Surfer in Sachen Datenschutz ernst zu nehmen. So hat auch Thornton May, Vice President des Beratungsunternehmens Cambridge Technologies, in einem offenen Brief eine Reihe konkreter Maßnahmen gefordert (siehe Seite 33: "Nehmt den Datenschützern den Wind aus den Segeln"). Ansonsten drohe die Gefahr, dass die Datenschützer, die er als Fanatiker und digitale Partisanen beschimpft, ihre Vorstellungen beim Gesetzgeber durchsetzen.

Anlass für die Aufrufe von May und der Netcoalition war in der Tat eine Studie der Federal Trade Commission (FTC), auf deren Grundlage ein Gremium aus Wirtschaftsvertretern und Datenschützern einen Bericht für den US-Kongress vorbereitet. Unruhe lösten Meldungen des "Wall Street Journal" aus, wonach darin die Schaffung von strengen Gesetzen empfohlen werde. In dem erst nach dieser Meldung im Web publizierten Entwurf steht davon jedoch nichts. Er macht vielmehr deutlich, dass sich in diesem Gremium die Anhänger einer gesetzlichen Lösung und diejenigen, die nach wie vor auf die Selbstregulierung der Industrie setzen, unversöhnlich gegenüberstehen. Die Behörde selbst räumt lediglich ein, dass derzeit nur 20 Prozent der untersuchten Dotcoms irgendwelche Informationen über ihre Art des Umgangs mit Kundendaten auf den Sites publizieren. Trotz der lebhaften Privacy-Diskussion der vergangenen zwei Jahre liegt dieser Wert laut FTC nur um sechs Prozent über dem von 1998. Hinzu kommt, dass die Privacy-Skandale der vergangenen zwei Jahre beginnen, das Geschäft zu schädigen. Ohne sie, so schätzen die Analysten der Jupiter Communications Inc., New York, hätten die E-Commmerce-Umsätze 1999 um 18 Milliarden Dollar und die Online-Werbe-Einnahmen um 2,7 Milliarden Dollar höher liegen können.

DIE VORSCHLÄGEDie Netcoalition schlägt folgende Maßnahmen vor:

-Die Regeln für den Umgang mit persönlichen Daten sollten offen gelegt werden.

-Die Konsumenten sollten die Kontrolle über ihre Daten erhalten, wenn sie das wünschen.

-Die Anbieter sollten Kontaktadressen zum Thema Datenschutz bereitstellen.

-Über Zugriffsrechte sollten die Kunden in die Lage versetzt werden, den Wahrheitsgehalt von Informationen zu überprüfen.

-Die Unternehmen sollten Sicherheitstechniken und -regeln verwenden, mit denen sich die Daten tatsächlich schützen lassen.