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04.02.2000 - 

Newcomer in Deutschland: Popnet Internet AG

Internet-Holding setzt auf die Fortune ihrer Beteiligungsfirmen

von Andrea Goder* FRANKFURT/M. - Die Hamburger Popnet Internet AG ist einer der ersten Börsen-Newcomer dieses Jahres. Bislang gehören drei Beteiligungsgesellschaften zur Holding, die auf Produktseite eine Mischstrategie fährt und in einem intensiven Wettbewerbsumfeld den Härtetest erst noch bestehen muss.

"Unsere Firmen arbeiten daran, das Internet für die Anbieter effizienter, für die Kunden übersichtlicher und einfacher zu machen", beschrieb Werner Marcinowski die Vision der Unternehmensgruppe. Die Popnet Internet AG wurde im April 1999 gegründet und operiert als Holding von drei Beteiligungen. 100 Prozent halten die Hamburger an der Popnet Kommunikation GmbH & Co. KG. Schwerpunkte der Multimedia-Agentur sind die Themen Online-Consulting, Netzapplikationen, E-Commerce, Maintenance und Services.

Zweites Standbein der Holding ist die Popnet Agentscape AG, an der die Hanseaten 40 Prozent halten. Die ebenfalls im April 1999 gegründete Softwareschmiede entwickelt "soziale" Agenten, mit der sich Angebot und Nachfrage im Netz zusammenführen lassen. In der Betaphase befindet sich momentan die Lösung "Si.mon", eine Software zur Partnervermittlung, die später auf der Website "www.flirtmaschine.de" laufen soll. Popnet plant außerdem, die Plattform als "Halbfertigprodukt" an Internet-Anbieter zu verkaufen.

Auch bei der dritten Beteiligung, der Popnet Cross Media GmbH (20 Prozent), sind noch keine Produkte auf dem Markt. Im März soll das Internet-Magazin "Gold" an den Start gehen. Unterstützt wird die Zeitschrift gleichzeitig durch ein Shopping-Portal (www.goldguide.de). Das Blatt soll vergleichbaren Publikationen wie "Tomorrow" Konkurrenz machen und vierzehntägig in einer Auflage von 300000 Stück erscheinen.

Zwei Geschäftsfelder noch ohne UmsatzMit der Popnet Internet AG geht ein Unternehmen an den Neuen Markt, das zunächst von sehr viel Internet-Phantasie lebt. Hoch sind die Planungsrisiken vor allem deshalb, weil in zwei von drei Geschäftsfeldern noch keine Umsätze generiert werden. Im Bereich Multimedia erzielten die Hamburger im letzten Jahr ganze elf Millionen Mark Umsatz, die ganze Gruppe beschäftigt allerdings bereits 200 Mitarbeiter. Nicht zu unterschätzen ist auch der Wettbewerb. So konkurriert Popnet im Kerngeschäftsfeld Multimedia beispielsweise mit den Neuen-Markt-Unternehmen Pixelpark, ID Media und Kabel New Media. Bei der Agentenentwicklung sind vor allem internationale Player wie Net Perception, Broadvision oder Andromedia führend. Last, but not least wird auch die erst am Anfang stehende Internationalisierung zusätzliche Löcher in die Kassen des Unternehmens reißen, während etablierte Wettbewerber aus den USA und Skandinavien, etwa Razorfish oder Icon Medialab, in den deutschen Markt drängen.

Mit den durch den Börsengang angestoßenen Aktivitäten soll der Umsatz der Gruppe im Jahr 2000 auf 24 Millionen Mark verdoppelt werden. 44,5 Millionen Mark sind für 2001 geplant. Hohe Anlaufverluste werden in den nächsten Quartalen allerdings auf die Bilanz der Hanseaten drücken. Nach einem Verlust von zehn Millionen Mark im Geschäftsjahr 1999 rechnet das Unternehmen für 2000 mit einem Minus von 8,7 Millionen Mark. Spätestens im Jahr 2002 will der Popnet-Chef jedoch die Gewinnzone erreichen.

*Andrea Goder ist freie Journalistin in München.