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02.06.2000 - 

Mitarbeiter büffeln künftig in der Cyber-Akademie

Internet-Lernen soll Xerox in Europa wieder auf Kurs bringen

Der weltweit sechstgrösste IT-Hersteller, Xerox, setzt nach einem umfassenden Restrukturierungsprogramm auf Online-Weiterbildung. Wie Europa-Chef Pierre Danon anlässlich der Eröffnung des neuen europäischen Business Support Centers in Dublin ankündigte, soll bereits im nächsten Jahr jede zweite Weiterbildungsmaßnahme im Web stattfinden.Von Winfried Gertz*

Die rund 18 500 europäischen Mitarbeiter sollen dabei auf das Xerox Virtual Learning Environment (XVLE) zugreifen können, eine virtuelle Lernumgebung, die das Unternehmen bereits im letzten Jahr eingeführt hat. Mit der Online-Offensive will Xerox seine nunmehr zweijährige Restrukturierungsphase beenden. Allein in Europa trennte sich das Unternehmen von rund 3500 Mitarbeitern, nachdem sich die Verantwortlichen 1998 entschlossen, aus dem einstigen Kopiererhersteller einen IT-Anbieter zu machen.

Mit einem über drei Jahre verteilten Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Dollar sowie mit wirtschaftlicher Unterstützung der Republik Irland will Xerox nun sein europäisches Geschäft auf der Grünen Insel konzentrieren. Dazu wurden europaweit 55 Customer Support Center geschlossen und zu einer einzigen, mehrsprachigen Anlaufstelle für die Kunden zusammengefasst. Insgesamt sollen im Dubliner Business Support Center sowie im ebenfalls neuen Fertigungsstandort Dundalk 4000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Angebot auf irischem Arbeitsmarkt reicht nichtDie ehrgeizigen Geschäftspläne von Xerox stoßen jedoch auf strukturelle Probleme vor Ort. Zwar ist der Anteil junger Leute unter 25 in Irland mit 40 Prozent an der Gesamtbevölkerung außergewöhnlich hoch. Bemerkenswert groß ist auch das jährliche Angebot von IT-Hochschulabsolventen und Fachleuten, das nach Angaben der Irischen Agentur für Wirtschaftsförderung (IDA) mit rund 6500 nur knapp unter der Zahl von 8000 in dem wesentlich bevölkerungsreicheren Deutschland liegt. Doch reine Muttersprachler können bei Xerox nur wenig ausrichten. Benötigt würden vielmehr hochqualifizierte Mitarbeiter mit Kenntnissen in mehreren Sprachen, betonte Danon.

Weil Xerox seinen großen Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern kurzfristig nicht auf dem lokalen Personalmarkt decken kann, streckt das Unternehmen die Fühler auf der ganzen Welt aus. Allein im Customer Welcome Center, einem Teil des Business Support Centers, kommen 60 Prozent der Mitarbeiter aus europäischen Ländern sowie aus Südafrika oder Übersee. Anreize, in das aufstrebende EU-Mitglied Irland überzusiedeln, gibt es genug. Wie IDA-Direktor Frank Ryan gegenüber der internationalen Presse betonte, lockt ein attraktives Paket aus flexiblen Arbeitszeiten, Ansiedlungs- und Familienförderungsprogrammen.

Für hohe Zugkraft soll nicht zuletzt auch die "Cyber-Academy" sorgen, die einen wesentlichen Anteil an der aggressiven Wachstumspolitik von Xerox tragen soll. Nach der im vergangenen Jahr von Danon vorgegebenen Devise "Raus aus dem Klassenzimmer" sollen Mitarbeiter jederzeit Zugriff auf Online-Kurse ihrer Wahl erhalten. Rund 250 Web-Trainings ständen heute bereits zur Verfügung, darunter Angebote für technische Spezialisten sowie Online-Kurse zur Verbesserung der Schlüsselqualifikationen.

* Winfried Gertz ist freier Journalist in München.