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11.10.1996 - 

Hinweise zur Wahl der Server-Lösung

Internet-Präsenz: Wohin mit dem Web-Server?

Bei der ständig wachsenden Zahl von Unternehmen, die im World Wide Web mit eigenen Seiten vertreten sind (siehe Grafik), muß eine Firma, die sich von der Masse abheben will, mehr bieten als nur zweidimensionale Web-Seiten, die im Grunde nichts anderes sind als ein elektronischer Werbeprospekt. Die meisten Kunden verlangen heute nach einer Möglichkeit der Interaktion, und so lassen sich et- wa Common-Gateway-Interface (CGI-)Skripte in die Firmenpräsentation einbinden, die dem Anwender unter anderem die Kontaktaufnahme mit der Serviceabteilung erleichtern oder das Suchen in einer sich ebenfalls auf dem Web-Server befindenden Produktdatenbank ermöglichen. Solche Seiten verlangen eine spezielle Pflege und vor allem mehr Speicher, so daß es sinnvoll wird, einen eigenen Server hierfür einzurichten.

Die meisten Internet Service Provider (ISPs) bieten ihren Kunden die Möglichkeit des sogenannten Server-Housing. Der Kunde stellt in diesem Fall einen Rechner mit der Server-Software und seinem Web-Angebot direkt beim Provider unter. Meist wird eine vom ISP näher bestimmte Adapterkarte benötigt, über die das Gerät dann an das Netz des Dienstleisters gehängt wird.

Verlangt der Kunde einen speziellen Schutz seiner Seiten, so besteht die Möglichkeit der Absicherung durch eine Firewall, was allerdings die Kosten schnell in die Höhe treibt. Einfacher und kostengünstiger ist da der Schutz mittels eines Paßwortes. Wirklich wichtige Daten sollten aber generell nicht auf einem Server gespeichert sein, der bei einem Provider plaziert wird. Oft entscheiden sich Unternehmen auch gerade deswegen für Server- Housing, weil dadurch die Web-Seiten und das Unternehmensnetz physikalisch getrennt sind und Hacker somit keine Chance haben, an interne Daten der Company selbst heranzukommen.

Wie das Server-Housing im einzelnen ausgeführt wird, hängt vom Provider ab. Einige, wie beispielsweise die Easynet DV GmbH, Erlangen, lassen ihre Kunden frei entscheiden, welchen Rechner sie als Server haben wollen, obwohl Easynet aus Gründen der Stabilität Unix- und NT-Maschinen empfiehlt.

Ganz anders dagegen bei Telemedia in Gütersloh. Die Lösungen, die dort zum Einsatz kommen, basieren auf Maschinentypen, die vom Provider ausgewählt werden und eine hohe Ausfallsicherheit garantieren sollen.

Bringt der Kunde dagegen einen eigenen Rechner mit, so läßt sich diese weitgehende Störungsfreiheit laut Telemedia gar nicht oder nur mit zusätzlichem Aufwand erreichen. Daneben raten manche Provider wie etwa Seicom, Pfullingen, ihren Kunden außerdem, für die eingestellte Hardware eine Elektronikversicherung abzuschließen. Softwareseitig gibt es in der Regel keine Probleme, und die wenigsten ISPs schreiben vor, welche Server-Software zum Einsatz kommen soll.

Der durch die Zugriffe auf die Unternehmensseiten erzeugte Datenverkehr belastet natürlich die Netze des Providers. Darum verlangen die meisten Dienste- anbieter auch, daß neben den einmaligen Installationskosten für den Server zusätzlich entweder für das Bereitstellen einer bestimmten garantierten Bandbreite oder abhängig vom Volumen des Datenflusses eine monatliche Gebühr bezahlt wird. Einige ISPs rechnen pauschal ab. Ein billiges Server-Housing-Angebot kann aber auch Nachteile bringen, wenn der Provider nicht in der Lage ist, die benötigte Bandbreite zur Verfügung zu stellen. Ist das Netz des ISP ständig überlastet, sind die Seiten eines Unternehmens womöglich nicht oder nur schlecht erreichbar.

Hat sich ein Unternehmen für die Einrichtung eines Web-Servers im eigenen Haus entschieden, wird eine Verbindung zum Service- Provider benötigt, die sich auf verschiedene Weise realisieren läßt. Am zuverlässigsten sind Standleitungen, die immer verfügbar, aber aus eben diesem Grund auch teuer sind. Hier hält die Deutsche Telekom die Hand auf. Der Provider TCP/IP GmbH, Berlin, empfiehlt, Vergleichspreise von City-Carriern einzuholen, die unter Umständen wesentlich billiger als die Telekom sein können.

Generell sinnvoll ist eine Standleitung vor allem, wenn zusätzlich zur Web-Präsenz die Mitarbeiter des Unternehmens Zugang zum Internet und eigene E-Mail-Adressen erhalten sollen. Wenn eine Standleitung zur Anbindung an den ISP benutzt wird, fallen in der Regel noch monatliche Gebühren für einen Router-Port beim Provider an, der dem Kunden dann zur Verfügung steht.

Eine günstige Alternative stellen Dial-on-demand-(DoD-)Lösungen über ISDN dar, bei denen nur dann eine Verbindung aufgebaut wird, wenn auch wirklich eine Anfrage vorliegt. Bei diesem Verfahren wird normalerweise auch kein dedizierter Router-Port benötigt, da sich mehrere Kunden einen Zugang teilen. Nur wenn eine starke Belastung abzusehen ist, bestehen manche Provider auch bei Wählverbindungen auf dem Anmieten eines Ports.

Einerseits bringt DoD einen Kostenvorteil, andererseits kann sich diese Lösung aber bei Fremdzugriffen als kontraproduktiv erweisen. Anwender, die Unternehmenseiten abrufen, ärgern sich womöglich über die Antwortzeit und brechen die Verbindung gleich wieder ab, bevor die Unternehmensseiten auf dem Bildschirm zu sehen sind.

Als Folge der wachsenden Popularität der Intranets koppeln viele Unternehmen Web-Server und Unternehmensnetz, so daß auch die eigenen Mitarbeiter auf die Web-Inhalte zugreifen können. Dadurch entsteht die Gefahr, daß findige Hacker über die Internet-Seiten in das Unternehmensnetz gelangen und dort Schaden anrichten. Hier hilft nur die Investition in eine Firewall, obwohl auch dieser Weg keine hundertprozentige Sicherheit gewährleisten kann. Die meisten ISPs bieten hierzu Komplettlösungen an. Wer aber totale Sicherheit verlangt, muß den Web-Server physikalisch vom lokalen Netz trennen.

Welcher Lösung letztendlich der Vorzug gegeben wird, hängt nicht zuletzt von dem jeweiligen Projekt ab. Ein Web-Server, der im Unternehmen steht, hat den klaren Vorteil, daß unmittelbar auf ihn zugegriffen werden kann, um Aktualisierungen vorzunehmen beziehungsweise den Web-Inhalt zu ändern. Beim Server-Housing ist dies nur über Internet-Dienste wie zum Beispiel File Transfer Protocol (FTP) möglich, und es empfiehlt sich, vorher mit dem Provider abzuklären, ob hierfür zusätzliche Kosten anfallen.

Falls im Unternehmen keine Kapazitäten für das Erstellen oder die Pflege der Web-Seiten frei sein sollten, kann normalerweise auf entsprechende Dienstleistungen der ISPs zurückgegriffen werden. In diesem Fall wird meist nach dem erforderlichen Zeitaufwand abgerechnet..

Fragen zum Server-Housing

1. Verlangt der Provider spezielle Hardware und ein bestimmtes Betriebssystem?

2. Welche Server-Software kann benutzt werden?

3. Muß Hardware des Providers gekauft beziehungsweise gemietet werden, oder kann man eigene benutzen?

4. Wie hoch sind die einmaligen Einrichtungskosten?

5. Was verlangt der Provider an monatlichen Standgebühren?

6. Sind Energiekosten im Preis enthalten?

7. Muß die eigene Domain extra bezahlt werden?

8. Wird pauschal oder nach Volumen tarifiert?

9. Ist eine Datenbankanbindung möglich, und wenn ja, welche?

10. Wie können Inhalte aktualisiert werden?

11. Welche Schutzvorrichtungen bietet der Provider gegen unbefugte Fremdzugriffe?

12. Bietet der Dienstleister Wartung für den Server an? Zu welchem Preis?