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02.02.1996 - 

Kartellamt muss Uunet-Beteiligung noch genehmigen

Internet-Provider Eunet senkt die Tarife fuer Private und Profis

Laut Peter Zimmer, seit Dezember 1995 Vorsitzender der Geschaeftsfuehrung der Eunet GmbH, konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr seinen Umsatz um mehr als 50 Prozent steigern. Im Vergleich zu anderen Dienstleistern sei dies ein relativ gutes Wachstum. Als Aktiva des abgelaufenen Kalenderjahres nannte der Vorstand neben der Beteiligung des US-Providers Uunet mit 40 Prozent an der Eunet GmbH den Ausbau des Unternehmensnetzes, verbesserten Kundensupport durch eine Hotline sowie die erweiterte Angebotspalette.

Mit der angekuendigten Tarifreform wollen die Westfalen nun laut Marc Sheldon, Bereichsleiter Marketing und Vertrieb, dem Wunsch der Kunden nach durchschaubareren Gebuehrenstrukturen nachkommen. Fuer den Business-Tarif des Dienstes Personal Eunet Classic, mit dem die Company gewerbliche Nutzer adressiert, berechnet der Provider jetzt 49 Mark monatliche Grundgebuehr. In diesem Betrag ist die Nutzung von zehn Stunden Online-Zeit enthalten. Jede Minute, die der Kunde den Service ueber diese Zeitspanne hinaus nutzt, wird in der Geschaeftszeit von 7.00 bis 20.00 Uhr bei analogem Zugang ueber Modem mit zwoelf Pfennigen berechnet. Ausserhalb der Geschaeftszeiten werden von 20.00 bis 0.00 Uhr acht Pfennige, von 0.00 bis 7.00 Uhr sechs Pfennige pro Minute abgebucht (vgl. Tabelle). An Wochenenden von Freitag, 20.00 Uhr, bis Montag, 0.00 Uhr, betraegt der Minutenpreis 19 Pfennige. Bei ISDN-Zugaengen erhoehen sich alle genannten Tarife um zwei Pfennige.

Der Privattarif von Personal Eunet Classic kostet mit Modem oder ISDN-Verbindung zum Eunet-Einwaehlpunkt eine monatliche Grundgebuehr von 35 Mark. In dieser Zeit sind fuenf Stunden freie Online-Nutzung beinhaltet. Ueber diese fuenf Freistunden hinausgehend, werden bei einem Modemzugang 15 Pfennige pro Minute Verbindungszeit erhoben. Neu ist, dass diese Gebuehr jeweils montags bis freitags von 7.00 bis 20.00 Uhr gilt. Von 20.00 Uhr bis Mitternacht bezahlt der Kunde sechs Pfennige, im Zeitraum danach bis 7.00 Uhr morgens vier Pfennige. Am Wochenende gilt ein Spartarif von acht Pfennigen. ISDN-Verbindungen werden bei privaten Anwendern wie im Business- Tarif mit zwei Pfennigen mehr pro Minute berechnet.

Alle genannten Gebuehren sind laut Eunet inklusive Mehrwertsteuer, wobei fuer beide Services eine einmalige Anschlussgebuehr von 35 Mark in Rechnung gestellt wird. Bei den Freistunden hat Eunet die Nutzungsgewohnheiten der Kunden Sheldon zufolge stark beruecksichtigt. Die Statistik habe ergeben, dass der private Eunet- Nutzer monatlich rund vier Stunden im Internet surft, der Profi typischerweise sieben Stunden.

Als Ziele fuer 1996 nannte Sheldon vor allem den weiteren Ausbau des Dial-on-Bereiches sowie variable Bandbreiten fuer Kunden. Zu diesem Zweck werde Eunet versuchen, auf dem ATM-Backbone (155 Mbit/s) der Muttergesellschaft, der Communications Network International GmbH (CNI), aufzusetzen. CNI haelt 60 Prozent des Stammkapitals von Eunet und ist eine gemeinsame Tochter von Mannesmann Eurokom GmbH, Deutscher Bank AG sowie Uniworld. Die restlichen 40 Prozent gehoeren Uunet Technologies, vorbehaltlich der noch ausstehenden Zustimmung des Kartellamtes, die Vorstand Zimmer im Februar erwartet.

Uunet, an dem Softwaregigant Microsoft beteiligt ist, wird laut Eric Scace, Vice-President International Relations, Eunet beim internationalen Netzausbau unterstuetzen. Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge der groesste Internet-Provider der USA und exklusiver Zugangsanbieter fuer das Microsoft Network (MSN). Der Carrier verfuegt ueber ein TCP/IP-Netzwerk mit weltweit 230 Knoten.

Keinen signifikanten Unterschied in den Abrechnungen erwartet Sheldon fuer Privatnutzer aufgrund der neuen Telekom-Tarife. Er raeumte aber ein, dass bei professionellen Anwendern von hoeheren Rechnungen auszugehen sei. Eunet denke jedoch darueber nach, die Preisvorteile durch niedrigere Gebuehren fuer Telekom-Standleitungen an die Verbraucher weiterzugeben.

Auf rechtlich bedenkliche Inhalte im Internet angesprochen, wies das Eunet-Management jede Verantwortung zurueck. "Wir sind ein Carrier und fuer Inhalte nicht verantwortlich", sagte Sheldon und fuhr fort: "Der Gesetzgeber wird sich mit diesem Medium noch naeher beschaeftigen muessen."