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03.09.1999 - 

Newcomer in Deutschland: Gigabell AG

Internet-Provider versucht sich in weiteren Geschäftsfeldern

FRANKFURT/M. (CW) - Mit der Frankfurter Gigabell AG feierte ein weiterer Internet-Wert am Neuen Markt Premiere. Das bislang als klassischer Internet-Provider agierende Unternehmen startete vor kurzem auch Aktivitäten im Bereich E-Commerce und Telefonie.

In den 80er Jahren als Schlagersänger im Geschäft, konzentrierte sich Daniel Davids, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Gigabell, der seinen Künstlernamen beibehielt und eigentlich Rudolf Zawrel heißt, Anfang der 90er auf die Entwicklung und den Vertrieb von PC-Faxkarten. 1995 ging der heute 47jährige mit der Internet Point of Presence PoP GmbH, einem lokalen Internet-Service-Provider im Rhein-Main-Gebiet, erneut an den Start. Bereits im Jahr darauf folgte mit der IPF.Net GmbH der bundesweite Backbone-Ausbau mit heute 70 Einwahlknoten. Das erst vor wenigen Wochen in Gigabell umfirmierte Unternehmen bietet als klassischer Internet-Provider Zugang zu einem 25000 Kilometer umfassenden Glasfasernetz, das bis dato vorwiegend rund 1800 Firmenkunden nutzen.

Seit einem Jahr ermöglicht Gigabell auch Privatkunden mit dem Online-Dienst "Okay.net" Zugang zum Internet. Bislang konnten allerdings erst 28000 User gewonnen werden; 70000 sollen es bis zum Jahresende sein. Im Juni 1999 schickten die Hessen das Nachfolgeprodukt "Call-okay", einen weitgehend automatisierten Internet- und Telefondienst für 4,9 Pfennig pro Minute, ins Rennen. Verglichen mit den großen Wettbewerbern T-Online und AOL Bertelsmann ist Gigabell bislang jedoch ein kleiner Fisch im Netz. Mit 18,7 Millionen Mark Umsatz (ein Plus von 143 Prozent gegenüber dem Vorjahr) sehen sich die Hessen gleichwohl unter den zehn größten Internet-Pro- vidern im deutschen Markt. Das Gros der Einnahmen stammte dabei zu 96 Prozent aus klassischen Internet-Zugangsdiensten. Bis zu 60 Millionen Mark sol- len jetzt dem 160 Mitarbeiter zählenden Unternehmen aus dem Going Public zufließen - Kapital für die Expansion ins Ausland und den Aufbau neuer Geschäftsbereiche.

Gelbe Seiten via Suchmaschine anwählen

Erst zu Beginn dieses Jahres sprangen die Frankfurter mit dem Business-Portal "Yellowww" auch auf den E-Commerce-Zug auf. Zu den Content-Produkten gehörten bislang die "Gelben Seiten", die über Suchmaschinen wie Yahoo oder Excite direkt angewählt werden können, sowie der Online-Reservierer "Hotelbucher". Zudem schaltete Gigabell vor wenigen Wochen die Shopping-Mall "Einkaufsführer" frei. Bis zum Jahresende soll die Zahl von gegenwärtig 70 Händlern, die die Plattform gegen eine monatliche Transaktionsgebühr von 99 Mark mieten, auf 200 ansteigen. Im Gegenzug erhalten diese eine elektronische Bonitätsprüfung ihrer Kunden und können ein Call-Center zur Bestellabwicklung in Anspruch nehmen.

Ob ein Teil des Emissionserlöses im jüngsten Geschäftsfeld Telefonie gut investiert ist, muß sich erst zeigen, denn auch hier sind die Frankfurter bislang ein Nobody in der Branche. Um die Netzkapazitäten auszulasten, bietet das Unternehmen unter der Vorwahl 01098 Inlandsgespräche (Closed Call by Call) ab zwölf Pfennig pro Minute von 8 bis 21 Uhr und sieben Pfennig pro Minute von 21 bis 8 Uhr an. In Kürze will Gigabell auch mit einem Preselection-Angebot starten. Mit ersten Gewinnen in Höhe von 2,4 Millionen Mark rechnet die Gesellschaft bei günstigem Verlauf im kommenden Jahr.