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15.12.2000 - 

"Warten auf Microsoft oder Oracle.now"

Internet-Tools und -Services sollen Entwickler zu Oracle locken

MÜNCHEN (CW) - Mit einer Flut von Ankündigungen für die Online-Entwicklung von Web-Anwendungen empfiehlt sich Oracle als Internet-Dienstleister und will zudem die Programmierergemeinde von Microsoft-Projekten weglocken.

Das Konzept hinter den Oracle-Ankündigungen besteht darin, dass Entwickler online mit Hilfe des Oracle Technology Network (OTN) im Team Software erstellen, testen und für Portale oder drahtlose Endgeräte ins Netz stellen können. Dort sollen alle Tools und Ressourcen zu finden sein, die die Entwickler brauchen. In diesem Zusammenhang bezeichnet Oracle OTN als Developer-Service-Provider (DSP). Zur Unterstützung dieser Strategie hat Oracle eine Reihe zum Teil kostenloser Dienste und Produkte (siehe Kasten) freigegeben.

"Die Entwickler haben die Wahl, entweder sie warten auf Microsofts .Net, oder sie nehmen Oracle.now", wehrt sich Oracles Senior Vice President Jeremy Burton gegen den Vorwurf, sein Unternehmen kopiere lediglich Microsofts .Net-Strategie. Er spielt darauf an, dass .Net teilweise erst im Lauf der kommenden Jahre realisiert werden soll, während es die Oracle-Services und Produkte schon jetzt gebe, teilweise kostenlos. Microsoft-Manager Barry Goffe kommentierte die Oracle-Ankündigung ironisch: Er sei erstaunt, dass man nun erstmals auch von Oracle etwas zum Thema Internet-Entwicklung zu hören bekomme. US-Analysten sind sich derweil einig, dass die beiden miteinander im Clinch liegenden Unternehmen sich bei den Versäumnissen auf diesem Gebiet nicht nachstehen.

Oracle-Chef Larry Ellison macht kein Hehl daraus, dass es ihm da-rum geht, Microsoft zunächst die Entwickler abzujagen. "In einem Jahr wird unser Technologienetz OTN mehr Mitglieder haben als das Microsoft Developer Network (MSDN)", beschwört er den Erfolg.

Bisher hatte es die Gates-Company verstanden, die Entwickler immer wieder durch frühzeitige Ankündigungen bei der Stange zu halten, auch wenn die versprochenen Funktionen erst sehr viel später geliefert werden konnten. Nun setzt Ellison auf den Zeitdruck, der bei vielen Internet-Projekten auf den Entwicklern lastet, und bietet ihnen zum Teil kostenlose und vor allem sofort verfügbare Highend-Tools an. Durch deren kostenlose Vergabe soll zudem die oft Microsoft-orientierte Einkaufspolitik der IT-Manager unterlaufen werden.

Abseits des Gerangels mit Microsoft geht es Ellison jedoch darum, sein Unternehmen mit dem Technologienetz, Hosting-Services und Internet-Plattformen auch als Dienstleister zu positionieren. Oracle soll als Service-Company ebenso bekannt werden wie als Datenbankanbieter.

ORACLE-PRODUKTEZu den wichtigsten neuen Produkten gehören:

- Die Internet-Entwicklungsumgebung "9i Developer Suite", die Funktionen von Design über Modellierung bis hin zur Codierung umfasst;

- die kostenlosen Tools "Online Portal Studio" und "Mobile Online Studio" für die Entwicklung von Portalen und drahtlosen Anwendungen auf Basis der Oracle-Datenbank 9i;

- die Erweiterung der "Portlet"-Tools und -Services, die sich jetzt durch die Anbindung an das Oracle Technology Network (OTN) für die Entwicklung von unternehmenskritischen und drahtlosen Anwendungen eignen sollen, sowie

- der zu Beginn freie Portal-Hosting-Service "Portal.Oracle.com". Später soll der Dienst 100 Dollar je Gigabyte Inhalt kosten. Diese Dienste und Produkte sind laut Oracle bereits verfügbar.

Angekündigt wurden:

- Der hauseigene "Internet File Server" für die kommenden Monate und

- die Version 5.0 der Entwicklungsumgebung "Jdeveloper" bis Mitte 2001. Diese Umgebung fungiert zudem als Schnittstelle zur 9i Developer Suite.

Die Techniken sind Teil des "9i Dynamic Service", einem Entwicklungs- und Management-Rahmen für moderne Standards wie XML, UDDI und Soap.