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08.12.2000 - 

Infrastrukturthemen verlieren an Bedeutung

Internet und Kundenservice dominieren IT-Aktivitäten

MÜNCHEN (CW) - Die Entwicklung einer E-Business-Strategie trieb die IT-Manager im deutschsprachigen Raum im Jahr 2000 am meisten um. Im Vorjahr lag dieses Thema in der Rangfolge der größten Herausforderungen nur auf Platz vier. Damals hatte das Daten-Management für 90 Prozent der Befragten Vorrang.

Alle Jahre wieder ermittelt die CSC Ploenzke AG, Kiedrich, in einer weltweiten Umfrage, mit welchen strategischen Herausforderungen IT-Verantwortliche kämpfen und in welche Technik sie vorrangig investieren. Im Vergleich zu 1999, als die Unternehmen vor allem ihre Infrastruktur auf Vordermann brachten, um den Jahreswechsel unbeschadet zu überstehen, erhielten in diesem Jahr geschäftsgetriebene Investitionen den Vorzug. Nach Angaben der insgesamt 822 befragten IT-Chefs ging es darum, die Wettbewerbsfähigkeit mit Hilfe von IT-Systemen zu verbessern.

Die 122 IT-Verantwortlichen aus dem deutschsprachigen Raum stellen zu 74,6 Prozent die Entwicklung einer E-Business-Strategie als wichtigstes Thema he-raus. Die optimale Organisation und Nutzung der Datenbestände rangiert mit 72,1 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Platz (Mehrfachnennungen waren möglich). An dritter Stelle folgen gleichauf die Verbesserung der organisatorischen Effektivität mit Hilfe von IT sowie die bessere Ausrichtung der IT auf den Kunden (jeweils 71,3 Prozent).

Bezüglich einzelner Investitionsschwerpunkte ergibt sich in den USA, Europa und dort im deutschsprachigen Raum kein einheitliches Bild. In den Staaten nimmt die Implementierung unternehmensweiter Systeme trotz deutlich nachlassenden Engagements mit einem Anteil von 35,8 Prozent noch immer den größten Raum ein (Vorjahr 46,3). In Europa dagegen ist das Infrastrukturthema mit einem Anteil von 29,4 Prozent auf den zweiten Rang abgerutscht, und in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird es sogar nur noch von 18,4 Prozent der Befragten priorisiert.

In allen Regionen haben stattdessen die "funktions-" beziehungsweise "prozessorientierten" Treiber des Geschäfts stark an Bedeutung gewonnen. Gemeint sind Investments, die vor dem Hintergrund des E-Business erfolgten. Dazu zählen insbesondere der elektronische Einkauf, Customer-Relationship-Management (CRM) sowie diverse Aspekte des Finanz- und Rechnungswesens. Diese Aktivitäten nehmen in den USA einen Anteil von 32,6 Prozent der IT-Initiativen ein (Vorjahr 27,2), in Europa 49 Prozent (35) und in den deutschsprachigen Ländern sogar 64,1 Prozent.

CSC Ploenzke bricht die einzelnen Funktionen, die durch Investitionen unterstützt werden sollen, weiter herunter und ermittelt so ein grundsätzlich starkes Interesse an Knowledge-Management (weltweit 33,1 Prozent) sowie an den relativ neuen Themen "Collaboration Work" (weltweit 22,5) und "Work Mobility" (weltweit 19,4). In Deutschland, Österreich und der Schweiz rangiert das Thema Knowledge-Management mit 55,8 Prozent Anteil der Nennungen deutlich an der Spitze, gefolgt von Kundenservice (51) sowie Aspekten des Finanz- und Rechnungswesens (48,1). Stark repräsentiert sind außerdem Supply-Chain-Management und Vertrieb/ Marketing mit jeweils 45,2 Prozent.

In den USA dagegen legten die Unternehmen vorrangig auf eine Verbesserung des Kundenservice Wert - mit 66,1 Prozent der Nennungen. Auch im gesamteuropäischen Durchschnitt hat das Thema Vorrang (53,6 Prozent). Es folgen der Finanzsektor (USA: 51,1 Prozent, Europa: 51,5 Prozent), Vertrieb und Marketing (48,4/48,5) sowie das Supply-Chain-Management (48,4/45,9).

Was künftige Investitionen angeht, sind sich Amerikaner und Europäer einig: Mehr als 66 Prozent in den USA und mehr als 68 Prozent in Europa wollen verstärkt in Internet-Technik und E-Commerce investieren. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz liegen diese Themen klar vorne. Hier möchten 71,8 Prozent Geld in Internet-Technologien und 67 Prozent in E-Commerce stecken, gefolgt von Sicherheitslösungen (54,4) sowie unternehmensweiten und lokalen Netzen (45,6).

Gefragt nach den betriebswirtschaftlichen Zielen, die Unternehmen verfolgen, sind sich die deutschsprachigen Anwender einig: Ihnen geht es darum, die Effizienz und Produktivität zu steigern (58,3 Prozent) und die Betriebskosten zu senken (37,9 Prozent). Weitere Aspekte wie ein besserer Kundenservice, genauere Entscheidungsgrundlagen oder höhere Umsatz- und Gewinnerwartungen rangieren deutlich abgeschlagen dahinter. Auch in den USA und Gesamteuropa sind Effizienz- und Produktivitätssteigerung wichtigstes Ziel, auf Platz zwei folgt in den USA allerdings die Verbesserung des Kundenservice, während die Europäer ihre Kosten in den Griff bekommen wollen.

Pro und Contra E-BusinessGefragt nach den Barrieren, die ihren E-Business-Aktivitäten im Wege stehen, nannten die Umfrageteilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum an erster Stelle die Schwierigkeiten und Kosten, die mit der Integration der neuen und vorhandenen Systeme zusammenhängen (60,9 Prozent). Zweitgrößtes Hindernis seien unbeantwortete Sicherheitsfragen (53,6), gefolgt von der Unklarheit, ob und wann sich die Investitionen auszahlen werden (44,9).

Die Hoffnungen im E-Business ruhen vor allem auf einer höheren Kundenloyalität (56,5 Prozent). Außerdem erwarten die Unternehmen neue Handelsbeziehungen (52,2) sowie eine Steigerung der internen Effizienz (44,9).

Abb: Dass die Entwicklung einer E-Business-Strategie vorrangig Aufgabe der Geschäftsführungen sei, bestätigt die Umfrage von CSC Ploenzke nicht. Quelle: CW