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Networld + Interop/Gates missbraucht Eroeffnungsrede fuer Produktwerbung


19.04.1996 - 

Internet-Welle ueberrollt die Networld+Interop in Las Vegas

Zehn Jahre ist es her, dass die heutige N+I das erste Mal im kalifornischen Monterey die Pforten als TCP/IP Interoperability Conference oeffnete. Seit damals, als 300 Besucher registriert wurden, wechselte die Messe mit Ziff Davis (1990) und Softbank Expo (1994) zweimal ihren Veranstalter und verzeichnet heute einen Besuch von rund 50000 Menschen sowie 600 Aussteller.

In der Spielerstadt Las Vegas hat die Fruehjahrsausgabe der Ausstellung mittlerweile eine Plattform gefunden, die mit Zugpferden wie Bill Gates Besucher in Scharen anlockt (1994 waren es 60000). Allerdings nutzen auch die Branchengroessen die N+I gern als Laufsteg zur Darstellung ihrer Produkte, wie das Beispiel Gates wieder zeigte. Der Microsoft-Boss hatte sich die Ankuendigung der um zwei Jahre ueberfaelligen Enterprise-Messaging-Loesung "Exchange Server" (vgl. CW Nr. 10 vom 8. Maerz 1996, Seite 35) medienwirksam fuer Las Vegas aufgehoben. Gates missbrauchte seine Eroeffnungsansprache, um nicht nur fuer den Exchange Server, sondern auch fuer Windows NT die Werbetrommel zu ruehren, und bezog sich in seinem Vortrag kaum auf das Internet.

Obwohl die Zuhoerer, ueber seine Rede enttaeuscht, den Saal zahlreich vorzeitig verliessen, scheint ihm der Erfolg recht zu geben. Unter anderen zeigten Hersteller wie AT&T Wireless Services, Attachmate, Cheyenne, Symantec oder Verity anlaesslich der Messe erste Produkte, die Exchange unterstuetzen. Dazu zaehlen Loesungen wie remoter Zugriff, LAN-Host-Messaging, ein Datenbank-Agent fuer das Backup sowie Such- und Retrieval-Software.

Die Schau wurde Gates in Las Vegas zumindest inhaltlich von Bob Frankenberg gestohlen. Der Novell-CEO traf mit seinem launigen Vortrag und dem Thema Internet, wie es schien, den Zeitgeist, wenngleich auch bei ihm die Selbstdarstellung nicht zu kurz kam. "In Zukunft wird jedes Unternehmen, das eine Java-Applikation entwickelt, gleichzeitig eine Netware-Anwendung schreiben", stiess Frankenberg nochmals ins gleiche Horn wie bei seiner Internet-Rede auf der Brainshare (vgl. CW Nr. 12 vom 22. Maerz 1996, Seite 1).

Sun macht TCP/IP-Stack auf dem Desktop hinfaelligH4>/H4>

Der Novell-Chef sieht in der heutigen Form des Internet die Vorstufe zu einem globalen Netz mit intelligenten Komponenten, deren Basistechnologie Novells Netware Embedded System Technology (Nest) sein soll. Ausserdem seien Web-Server in erster Linie File- und Print-Server und deshalb eine Domaene der Company aus Orem, Utah. Frankenberg sagte auf der N+I ferner, Novell beherrsche mittlerweile Internet-Probleme wie Directory-Services, Sicherheit, Authentifizierung und Management.

Auf der N+I gaben sich neben Novell auch noch andere Internet- Player ein Stelldichein. Zum Beispiel Sun, dessen Internet- Programmiersprache Java Novell kuerzlich als Server-Plattform in Lizenz nahm. Sunsoft kuendigte mit dem "Solaris Internet Server" sowie "Solstice Webscout/NW" zwei Internet-Produkte an, die ab sofort verfuegbar sind.

Der Solaris Internet Server erlaubt Netware-, Windows- und Unix- basierten Workgroups den direkten Internet-Zugriff und erspart damit das Vorhalten eines TCP/IP-Stacks auf jedem Desktop. Der Webscout/NW kombiniert eine Internet-Application-Suite mit IPX/IP- Gateway-Technologie und ermoeglicht damit den Zugang zum Internet oder anderen Netzen, ohne bestehende Netware-Konfigurationen aendern zu muessen. Die Software enthaelt den "Netscape Navigator", "Pronto E-Mail fuer Windows" sowie TCP/IP-Applikationen und - Utilities.

Neue Ankuendigungen auf der N+I waren ferner:

-Die Betaversion des "Proxy Server 2.0" von Netscape, der von der Web-Site geladen werden kann. Das Tool repliziert haeufig genutzte Internet-Dokumente in einem Sonderspeicher und sichert damit innerhalb der Firewall-Grenzen nicht nur Bandbreite, sondern verkuerzt fuer Anwender auch die Antwortzeiten. Weitere Features sind Filtering, Zugriffskontrolle und Management-Funktionen.

-Sofort lieferbar ist Quaterdecks "Iware Internet Suite fuer Netware", die ein Iware Connect Gateway und Internet-Suite-2-GUI- Tool enthaelt. Das Produkt kommt im Bundle mit Quarterdecks "Mosaic" und "Message Center", "Adobes Acrobat" sowie "Apples Quicktime fuer Windows".

-Neu ist ferner der "Spry Badger" von Spry, Compuserves Internet- Division. Er realisiert fuer Anwender von Windows for Workgroup 3.11 ein remotes Dialing-in ueber PPP- oder IP-Verbindungen.

-Fuer Mai 1996 hat Rad Network Devices den "Internet Server Dispatcher", ein Ethernet-Geraet mit zwei Ports, angekuendigt. Die virtuelle Routing-Komponente regelt den verteilten Zugriff von Anwendern auf mehrere dedizierte Web-Server.

-Proteon schliesslich stellte sechs neue Internet-Access-Router fuer die Produktlinie "Globetrotter" vor. Die Geraete unterstuetzen je nach Typ synchrone und asynchrone Verbindungen sowie IP, IPX, Appletalk und Bridging.