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Eigener Auftritt in Berlin abgesagt

Internet World geht in Systems auf

09.05.2003
MÜNCHEN (CW) - In der deutschen IT-Messelandschaft ist ein spektakulärer Konsolidierungsschritt vollzogen worden. Die Veranstalter der Internet World Berlin haben den für Ende Juni geplanten Event kurzfristig abgesagt und sich unter das Dach der Münchner Systems begeben.

Thomas Koch, Geschäftsführer des Internet-World-Veranstalters Penton Media GmbH, nennt das schwache Interesse als Grund für diese auf den ersten Blick überraschende Entscheidung. Mit mehr als 75000 Fachbesuchern im vergangenen Jahr biete die Systems eine für die Aussteller "attraktivere Umgebung und bessere Infrastruktur", so Koch. Seinen Angaben zufolge hatten sich für die vom 24. bis 26. Juni in Berlin geplante Internet World bis dato nur 120 Aussteller angemeldet - offenbar zu wenig, um einen eigenen Auftritt sinnvoll und vor allem kostendeckend über die Bühne zu bringen. Das gilt um so mehr, als nach Auffassung von Branchenkennern auch ein weiterer Rückgang der Besucherzahl - bereits im Vorjahr hatten lediglich 32 500 Besucher den Weg nach Berlin gefunden - zu befürchten war.

Penton Media bleibt Organisator

Damit fand die 1997 aus der Taufe gehobene Internet World, die 2001 mit mehr als 900 Ausstellern und weit über 70000 Besuchern ihr bestes Jahr hatte, als eigenständige Veranstaltung zunächst ein unrühmliches Ende. Der Event wird nun, wie Penton Media und die Messe München (MMG) GmbH in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, in die vom 20. bis 24. Oktober stattfindende Systems integriert. Der bisherige Veranstalter Penton Media bleibt Organisator der Internet World, die MMG sieht sich aber künftig unter anderem für die Verträge mit den Ausstellern und damit auch die Preisgestaltung zuständig. Laut MMG-Geschäftsführer Klaus Dittrich läuft der Vertrag zwischen beiden Gesellschaften "über mehrere Jahre"; eine schnelle Rückkehr der Internet World nach Berlin dürfte somit ausgeschlossen sein.

Werden Aussteller entschädigt?

Wie den 120 für Berlin gemeldeten IT-Herstellern und -Dienstleistern der Umzug nach München schmackhaft gemacht werden soll, ist noch nicht ganz klar. Während Penton-Geschäftsführer Koch "finanzielles Entgegenkommen" signalisierte, vertrat MMG-Chef Dittrich die Auffassung, die Aussteller würden ohnehin von dem "attraktiven Preismodell" der Systems profitieren.

Nicht ganz unproblematisch dürfte auch die thematische Integration der Internet World in die Systems sein. Beide Veranstalter hatten sich in den letzten Jahren stark auf das "Messen-in-der-Messe"-Konzept fokussiert. Zudem hatte sich auch die Systems vehement das Thema E-Business auf die Fahnen geschrieben. Sowohl Dittrich als auch Koch waren daher in ihren Statements bemüht, einem "noch besseren Branding", das man den einschlägigen Ausstellern bieten könne, das Wort zu reden.

Beide Messen ergänzen sich in ihrer B-to-B-Ausrichtung und Lösungsorientierung, hieß es weiter. Fest steht, dass der ausgeprägte Kongressteil der Internet World zumindest in diesem Jahr beibehalten und mit den entsprechenden Systems-Themenforen abgestimmt wird. Auch der Deutsche Internetpreis 2003 wird wie geplant im Rahmen der Internet World vergeben. (gh)