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10.11.1995

Internet World in Boston In der Unternehmens-DV kommt das Internet verstaerkt zum Zuge

BOSTON (IDG) - War das Internet noch vor Jahresfrist ein Netz fuer Freaks, so haben es mittlerweile viele IT-Unternehmen als Geschaeftsfeld der Zukunft entdeckt. Optimisten prognostizierten auf der Internet World in Boston bereits eine damit verbundene grundlegende Umwaelzung der Software-Industrie. Die Anwender interessierten sich weniger fuer solche Zukunftsvisionen als fuer pragmatische Fragen etwa nach multilingualen Web-Tools.

Ein wahres Feuerwerk an Produkt-Novitaeten zuendete in Boston die Software-Industrie. Unternehmen wie Oracle, IBM, Novell oder Microsoft nutzten die Messe, um ihre neuen Applikationen sowie ihre Internet-Strategien der Oeffentlichkeit zu praesentieren (vgl. Seiten 30 und 31).

Deutlich kristallisierte sich in Boston heraus, dass das Internet immer mehr als ernstzunehmendes Werkzeug in der Unternehmens-DV eingesetzt wird. Um dabei die Verbreitung von urheberrechtlich geschuetztem Material via Netz zu foerdern, arbeiten Novell, IBM und andere an neuen elektronischen Publishing-Tools. Der neue als "Secure Container" bezeichnete Sicherheitsansatz soll es Anwendern ermoeglichen, elektronische Texte, Video oder Sound unter Wahrung ihrer Rechte ueber das Internet zu verschicken. Dabei fuehrt IBM das Lager der Hersteller, die sich zu den Secure Containers bekennen, in dem Bemuehen um einen Standard an. Novell partizipiert ebenfalls an diesen Anstrengungen und will die Technologie in den eigenen WWW-Server integrieren. Branchenkenner gehen allerdings davon aus, dass es noch drei bis fuenf Jahre dauert, bis das Verfahren sich auf den elektronischen Handel im Internet auswirkt.

Doch nicht nur in Sachen Electronic Commerce erwarteten die Redner auf der Internet World grosse Veraenderungen. Eric Schmidt, Chief Technology Officer bei Sun Microsystems, glaubt, dass das rasante Wachstum des Internet die gesamte Software-Industrie veraendern wird. Waehrend heute Software noch fuer spezifische Plattformen entwickelt werde, so Schmidt, werde es kuenftig Applikationen, die in HTML geschrieben geben und so auf mehr Rechnerarchitekturen einsetzbar seien. In der Vision des Sun-Managers kaufen die Anwender dann auch keine monolithischen Applikationen mehr, sondern mieten die benoetigten Tools fuer eine bestimmte Zeit via Internet.

Die Anwender plagen demgegenueber wesentlich trivialere Sorgen. Um den kulturellen Gepflogenheiten der verschiedenen Laender und ihren Sprachen gerecht zu werden, suchen sie nach mehrsprachigen Tools. Gerade europaeische Besucher berichteten in Boston immer wieder davon, dass die englischsprachigen Internet-Inhalte in ihren Laendern oft auf Ablehnung stiessen.

Als eines der ersten Unternehmen hat die Alis Technologies Inc. in Boston einen multilingualen Browser praesentiert, der auf der Mosaic-Technologie von Spyglass Inc. basiert. Derzeit verfuegt er ueber Interfaces in Franzoesisch, Italienisch, Deutsch, Spanisch, Russisch sowie Englisch. Bis Jahresende will das Unternehmen auch eine Unterstuetzung fuer die Landessprachen der restlichen EU- Staaten implementieren. Darueber hinaus kann der Browser mit Hilfe des "Unicode-enabled Language Support" Web-Seiten in 75 Sprachen anzeigen. Damit gehoert, wie es heisst, der Buchstabensalat, den ein englischsprachiger Browser beim Abruf einer Web-Seite in Russisch produzierte, der Vergangenheit an. Eine Testversion des Tools ist im Internet unter der Adresse " http://www.alis.com" zu finden.