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19.01.2001 - 

Schadenersatzklage und Kurseinbruch schwächen den Anbieter

Intershop entlässt 30 Prozent der US-Belegschaft

19.01.2001
MÜNCHEN (CW) - Nach der Gewinnwarnung für das im Dezember 2000 beendete vierte Quartal will der angeschlagene E-Commerce-Softwareanbieter Intershop seine Geschäfte neu organisieren und effizienter gestalten. Erste Maßnahme ist die Entlassung von fast 30 Prozent der US-Belegschaft.

Mit der Streichung von rund 80 Stellen im US-Hauptsitz in San Franzisko hat Intershop die erste Phase der Restrukturierung eingeleitet. Zudem sollen weltweite Funktionen zusammengelegt und stärker auf Vertrieb und Beratung ausgerichtet werden.

Weitere Details zur globalen Reorganisation will das Unternehmen am 31. Januar anlässlich der Veröffentlichung der vollständigen Geschäftsergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2000 bekannt geben.

Mit diesen Maßnahmen reagiert der E-Commerce-Software-Anbieter auf die Gewinnwarnung, die Deutschlands Technologiebörse, den Neuen Markt, zu Jahresbeginn erschütterte. Mit vier Millionen Euro Umsatz im vierten Quartal hatte die in Jena gegründete Software-Company gerade einmal ein Fünftel der erwarteten Einnahmen erzielt. Finanzvorstand Wilfried Beeck erklärte die schlechten Zahlen damit, dass viele US-Unternehmen die ursprünglich für 2000 geplante Anschaffung von E-Commerce-Software auf dieses Jahr verschoben hätten. Dabei handle es sich auch um sehr große Aufträge.

Die Aktie von Intershop befindet sich seit der Gewinnwarnung auf Talfahrt - ihr Kurs lag am vergangenen Montag bei 8,05 Euro und damit um fast 95 Prozent unter dem Jahreshöchststand von 140 Euro. Jetzt drohen dem einstigen Börsenliebling Schadenersatzforderungen in Höhe von mehreren Millionen Mark von Aktionären, die sich im Vorfeld des Kurssturzes nicht hinreichend informiert fühlten. Auch in den USA wird Medienberichten zufolge eine Sammelklage erwogen.

Zudem steht dem Unternehmen ein Rechtsstreit mit seinem US-Wettbewerber Open Market ins Haus: Die Software-Company behauptet, Intershop habe mit dem Verkauf eines Web-Server-Systems sowie zweier weiterer Produkte ihre Patentrechte verletzt. Das Unternehmen aus Burlington hat beim Bezirksgericht in Delaware Klage gegen Intershop eingereicht und verlangt Schadenersatz in unbekannter Höhe. Darüber hinaus will es den weiteren Vertrieb der Software per einstweiliger Verfügung unterbinden.