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08.11.2002 - 

Schwammige Prognose und Kapitalerhöhung

Intershop kann nicht zulegen

MÜNCHEN (CW) - Der Jenaer E-Commerce-Spezialist Intershop hat erneut ein schlechtes Quartalsergebnis vorgelegt. Am ambitionierten Ziel, bis Dezember den Breakeven zu erreichen, halten die Softwerker nur noch halbherzig fest.

In der Adhoc-Meldung zum dritten Quartal betonte das Unternehmen, es gehe weiterhin davon aus, im laufenden Berichtszeitraum ein ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zu erzielen. "Aufgrund der schwierigen Marktlage" könne jedoch ein Ebitda-Verlust von bis zu drei Millionen Euro nicht ausgeschlossen werden, relativierten die Thüringer im Anschlusssatz ihre Ziele. Bereits im Jahr 2001 hatte Intershop den Breakeven für das vierte Quartal in Aussicht gestellt, dies Versprechen jedoch nicht halten können.

Um ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen, braucht Intershop Umsätze von mindestens 15 Millionen Euro in den letzten drei Monaten des Jahres. Im gerade abgeschlossenen Berichtszeitraum war die Company davon jedoch weit entfernt, denn die Einnahmen beliefen sich lediglich auf 8,9 Millionen Euro; 3,5 Millionen stammten aus dem Lizenzgeschäft. Damit schloss Intershop knapp unter den eigenen Erwartungen ab, die erst Anfang Oktober von zwölf auf neun Millionen Euro gesenkt worden waren. Im dritten Quartal des Vorjahres hatten die Softwerker noch 14,7 Millionen Euro eingenommen.

Der Nettoverlust belief sich auf 7,5 Millionen Euro, insgesamt 5,7 Millionen Euro an Barmitteln wurden verbraucht. Die liquiden Mittel betrugen zum Ende des Berichtszeitraums 20,4 Millionen Euro.

"Deutlicher" Umsatzanstieg

Laut Intershop soll der Umsatz im laufenden Berichtszeitraum "deutlich" über den Einnahmen der letzten drei Monate liegen. Gleiches hatte die Company im vergangenen Jahr verkündet, verfehlte das Ziel damals aber um drei Millionen Euro.

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung haben die Aktionäre vergangene Woche einem Kapitalschnitt im Verhältnis fünf zu eins zugestimmt. Damit soll der Kurs der Aktie, der sich Anfang der Woche bei 70 Cent befand, stabil über einen Euro gebracht werden. Dies ist eine formale Voraussetzung, damit sich Finanzinvestoren an dem Unternehmen beteiligen können. Gleichzeitig wurde das Grundkapital auf rund 19,3 Millionen Euro reduziert. Wertminderungen von mehr als 75 Millionen Euro hatten das Eigenkapital unter die Hälfte des Grundkapitals gedrückt, was diesen Schritt ausgelöst hat. Auf der Hauptversammlung gab Intershop bekannt, mit einer Kapitalerhöhung von 20 bis 30 Millionen Euro die Liquiditätsreserven zu stärken. Das Unternehmen könne gegenwärtig sein volles Umsatzpotenzial nicht ausschöpfen, erklärte Finanzchef Jürgen Schöttler gegenüber "vwd". Die derzeitige Kapitalausstattung halte potenzielle Geschäftspartner davon ab, Aufträge zu vergeben. Spätestens Anfang 2003 solle der Deal über die Bühne gebracht werden. Dazu wollen sich die Thüringer auf eine europaweite Roadshow begeben. (ajf)